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IT-Business in Österreich 2009

Zukunft der Bildung

Damit das Bildungssystem mit den künftigen Anforderungen mithalten kann, ist ein grundlegender Perspektivenwechsel notwendig. Die Schule der Zukunft ist kein faszinierendes Gebäude, sondern besteht aus faszinierten Schülern. IKT muss dabei eine noch stärkere Schlüsselrolle als bislang spielen.

Das aktuelle Bildungssystem leitet sich aus den gesellschaftlichen Anforderungen zum Zeitpunkt der industriellen Revolution ab, das ist sichtbar z. B. beim Fächerkanon, bei den Lernmethoden, beim Aufbau des Systems. Die Welt hat sich weiterentwickelt, das Bildungssystem muss sich diesem Wandel ebenfalls stellen. Aus der Wissensgesellschaft ergibt sich die Notwendigkeit, neue Kompetenzen zu fördern und insbesondere den Lernenden in den Mittelpunkt zu stellen. In einem potenzialorientierten Bildungssystem ist der Schüler das System.

IT spielt in diesem Zusammenhang zwei wesentliche Rollen: Die des zu erlernenden Werkzeugs und die des Katalysators für eine Vielzahl neuer Möglichkeiten. Der Umgang mit Informationstechnologie hat sich zu einer weiteren Kulturtechnik entwickelt, zum zeitgenössischen ABC. Doch technologische Fähigkeiten alleine sind nicht ausreichend: Angesichts der vielfältigen Lebens- und Arbeitsbereiche, die IKT inzwischen berührt, geht es nicht mehr nur darum, die Handhabung zu beherrschen, sondern die Auswirkungen auf das tägliche Privat- und Berufsleben zu verstehen. Der Computer stellt ein einzigartiges Werkzeug für den Einsatz im Unterricht dar – und diese Chance erschließt sich nicht alleine durch das Aufstellen von PCs im Klassenzimmer.

Katalysator

Kinder und Jugendliche verwenden neue Medien gerne und begeistert – nicht nur zum Spielen, sondern auch im Rahmen des Unterrichts. So sind 86 % der europäischen Lehrer davon überzeugt, dass Schüler dem Unterricht mehr Aufmerksamkeit schenken und besser motiviert sind, wenn im Rahmen des Unterrichts Computer und das Internet eingesetzt werden. Es gibt klare Zusammenhänge zwischen IKT-Einsatz im Unterreicht und schulischen Erfolgen, beispielsweise den Ergebnissen in PISA-Tests. IKT erlaubt bessere Differenzierung und somit Eingehen auf die individuellen Leistungen der Schüler. Schüler übernehmen ein höheres Maß an Eigenverantwortung für ihren Lernfortschritt, und entgegen bestehender Befürchtungen gibt es nicht weniger, sondern mehr Teamwork und Zusammenarbeit, wenn Computer im Unterricht eingesetzt werden.
Ein Beispiel, mit dem Lerninhalte auf neue und effiziente Weise vermittelt werden, ist das Projekt „Schlaumäuse“. Schwerpunkt der Initiative ist die Förderung der Sprachkompetenz von Vorschulkindern mit Hilfe moderner Medientechnologie. Das pädagogische Konzept dazu wurde an der TU Berlin entwickelt, Kinder lernen selbstbestimmt gemeinsam mit anderen Kindern. Mehr als 15.000 Kinder haben inzwischen von diesem Projekt profitiert, und es zeigt sich, dass dadurch der Anteil der sogenannten Risikokinder zurückgegangen ist.
IKT ist also als Trägermedium geeignet, um Inhalte zu vermitteln, die mit IT selbst eigentlich nichts zu tun haben, wie beispielsweise Sprache und soziale Kompetenzen.

Dieser Text ist ein Auszug aus dem umfassenden Artikel von Franz Kühmayer, der im soeben erschienenen MONITOR-Jahrbuch „IT-Business in Österreich 2009“ abgedruckt ist. Bestellen Sie das Buch für 25.—jetzt gleich unter www.monitor.co.at/itbuch

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MONITOR-Autoren
Mag. Carl-Markus Piswanger

Mag. Carl-Markus Piswanger, MAS ist freier Journalist, Projektberater und hauptberuflich IT-Architekt. Er ist ausgebildeter Versicherungskaufmann, studierter Historiker und postgradualer E-Government-Experte. Er war beim ISP Netway, der Österreichischen Post und der Seibersdorf Research beschäftigt und seit 2004 als IT-Architekt im Bundesrechenzentrum. Der Wiener ist glücklich nicht verheiratet und hat einen Sohn. ..mehr..

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