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Wirtschaft

Kommentar von Conrad Gruber

REBOOT 1-2009

Die Vorgaben sind nicht gerade rosig. Die Wirtschaft liegt am Boden und wird sich wahrscheinlich mehr schlecht als recht durchs 2009 schleppen. Was bedeutet das für die IT-Branche?

Eines ist klar: 2009 wird das Jahr des cost-cutting. Einsparungen werden auch in Österreich in nahezu allen Wirtschaftsbereichen spürbar sein, von Banken und Versicherungen über Industrie und Dienstleistungsbranche bis hin zur öffentlichen Verwaltung. Für die IT-Branche bedeutet dies zweierlei: Natürlich werden auch die Budgetsder Auftraggeber für neue IT-Rollouts gekürzt werden und der Umsatz der IT-Dienstleister wird leiden.

Zum anderen aber - das ist der spezielle Faktor für die IT - werden unter Kostendruck stehende Firmen aber auch die IT dafür benützen, um Prozesse zu rationalisieren und zu glätten, was wiederum Aufträge bedeutet. So wird es weniger Großprojekte geben, aber mehr Initiativen im Business Intelligence-Bereich. Der Druck für Auftraggeber wird steigen, mehr Produktivität mit weniger Kosten zu erreichen, und hier kann die IT einlenken. Für IT-Experten wird also die Herausforderung heißen, innovativ zu sein und nach kreativen Lösungen zu suchen - statt wie bisher den Löwenanteil des Umsatzes daraus zu erzielen, große, vorgefertigte Softwarearchitekturen über Unternehmenssysteme zu stülpen und zu integrieren.

Weiters ist davon auszugehen, dass Outsourcing einen zweiten Frühling erlebt. Um die eigenen operationalen Kosten im Unternehmen zu drücken, werden viel mehr Auftraggeber dazu übergehen, IT-Prozesse zu Drittanbietern zu verlagern, allerdings auch mit dem Druck, nach Discounts zu suchen. Branchenkennern zufolge sind zehn- bis fünfzehnprozentige Rabattanfragen bereits gang und gäbe - und das quer durch.

Die IT-Bereiche, die vom Budgetdruck eindeutig profitieren werden, sind Cloud Computing, Open Source und Green Computing. Ersteres, weil Cloud Computing Erleichterung bei den Hardwarekosten schafft, zweiteres, weil Open Source zumindest teilweise die Lizenzkosten lindert (ganz ohne kommerzielle Software kommt kein richtiges Unternehmen aus, daher geht der Trend eher in die Richtung Hybrid-Modell Open Source und Lizenzsoftware), und das dritte, weil auch bei den Energiekosten der Hebel angesetzt werden kann.

IT-Anbieter und Dienstleister, die in diesen Bereichen Expertise besitzen und gute operationale Business-Modelle anzubieten haben, werden sicherlich aus der Krise ihren Vorteil ziehen. Denn Unternehmen werden nicht aufhören, in IT zu investieren. Sie werden die Krise durchtauchen und müssen dann, wenn sich der Staub gelegt hat, sowieso wieder das Versäumte nachholen und ihre IT auf Vordermann bringen. Nur wann das genau sein wird, ist unklar - vor dem Hintergrund, dass die jetzigen Sparbudgets für 2009/10 geschnürt werden ...

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REBOOT - Kommentar von Conrad Gruber

Kommentar von Conrad Gruber - Die Monatsrückschau auf den österreichischen IT-Markt.

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Christian Henner-Fehr

Christian Henner-Fehr schreibt als freier Autor für den MONITOR und arbeitet als Trainer und Berater in den Bereichen Projektmanagement und Kommunikation. Sein Interesse gilt dem Web 2.0 und den Einsatzmöglichkeiten von Social Media in Organisationen und Unternehmen. ..mehr..

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