Die Microsoft-Chefetage ist sich einig: Mit über 200 Millionen verkauften Lizenzen sei Windows Vista ein Erfolg. Dass es allerdings bei der Akzeptanz der Endkunden von Vista nicht optimal läuft, dürfte auch Microsoft-Boss Steve Ballmer bewusst sein, denn wie sonst sind die zahlreichen Werbe- und Marketingaßnahmen zu erklären, in denen Microsoft überzeugten XP-Kunden die Vorzüge von Vista schmackhaft machen will.
Die Antwort auf die Frage, ob Vista tatsächlich so schlecht ist wie sein Ruf, erübrigt sich ohnedies bald. Denn im November letzten Jahres hat Microsoft auf den Messen PDC (Professional Developers Conference) und WinHEC (Windows Hardware Engineering Conference) die ersten Vorabversionen von Windows 7unter Programmierern und Hardwareentwicklern verteilt.
Monitor hat sich eine dieser Vorabversion auf der WinHEC in Los Angeles besorgt und bereits genau angesehen. Dabei fällt auf, wie stabil das Betriebssystem bereits läuft. Kein Wunder: Einführungsverzögerungen wie bei Vista sind bei Windows 7 nicht vorgesehen und die Redmonder geben mächtig Gas. Anfang Dezember wurde eine weitere Version auf der WinHEC-Konferenz in China verteilt. Laut Gerüchten ist die erste Betaversion im Jänner zu erwarten.
Was ist neu unter Windows 7?
Windows 7 ist kein völlig neu entwickeltes Betriebssystem, sondern baut auf Vista auf. Das hat den Vorteil, dass der Übergang von Vista zu Windows 7 wesentlich sanfter sein wird als von XP zu Vista. Wie bereits Jon DeVaan, Senior Vice President, Windows Core Operating System Division bei Microsoft, auf der WinHEC betonte, "haben 95 % der heutigen PCs alle Treiber, die Windows 7 braucht." Das so genannte Ecosystem sei bereit für Windows 7.Tatsächlich ist Microsoft die Kompatibilität zu bestehenden Applikationen, aber auch zu aktueller Hardware sehr wichtig. Für die Hardware sollten die Hersteller allerdings 64-Bit-Treiber schreiben, fordern die Redmonder. Im Windows-7-Logo-Programm wird gar die Unterstützung der 64-Bit-Version von Windows 7 verpflichtend vorgeschrieben, Installationsroutinen, die 16-Bit-Code enthalten sind ohnedies tabu. Vielmehr muss Software während des Setups künftig die 64-Bit-Architektur erkennen und entsprechende Komponenten installieren.
Benutzeroberfläche
Grundsätzlich sieht Windows 7 seinem Vorgänger sehr ähnlich, dennoch wartet Microsoft mit einigen Verbesserungen in der Benutzerführung auf. Diese sind sowohl für Privat- als auch Geschäftsanwender von Interesse und helfen den Bedienkomfort wie auch die Produktivität zu steigern.
Da wäre zunächst die erneuerte Taskleiste zu nennen. Sie ist breiter und zeigt auch laufende Prozesse an, d.h. wird der Mauszeiger über einen Task in der Taskleiste bewegt, klappt eine Vorschau auf, die die weitere, visuelle Infos zu diesem Task gibt. Handelt es sich z.B. um einen Browser werden die einzelnen Tabs angezeigt. Zudem kann der Anwender nun wählen, welche Icons wirklich angezeigt werden sollen, die die verschiedenen Programme im rechten Bereich der Taskleiste (dem so genannten Tray) hinterlassen. Für einen übersichtlichen Eindruck sorgt auch, dass nach der Installation keine Gadgets angezeigt werden. Diese können aber vom User nach Belieben auf die Oberfläche gebracht werden.
Windows 7 bietet mit der Funktion Libraries endlich, was für Vista bereits geplant war - eine Art virtuellen Ordner, der an mehreren Orten im System gleichzeitig existieren kann. Darin können beispielsweise private und geschäftliche Dokumente abgelegt werden und mit entsprechenden Zugriffsrechten versehen.
Eine Sonderform der Bedienung stellt die integrierte Multitouch-Bedienung dar, mit der ein Computer via Touchscreen bedient werden kann - ähnlich der Bedienung wie sie von Apples iPhone bekannt ist.
Erwähnenswert: Windows 7 fährt wesentlich schneller hoch als Vista. Obgleich die Vorabversion noch Debugging Code enthielt, der üblicherweise die Ausführung eines Programms verlangsamt, dauerte der Boot-Vorgang weniger als halb so lang als bei einem Vista-Rechner. Auch das Herunterfahren funktioniert schneller, und nach Aussagen von DeVaan soll selbst eine nicht antwortende Programmroutine den Shut Down nicht mehr in die Länge ziehen.





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Mag. Dominik Troger gehört seit 1992 zum MONITOR-Team. Er begann als News-Redakteur und betreute viele Jahre die MONITOR Weiterbildungsbeilage "Job Training". Seit dem Jahre 2000 war er als Chef vom Dienst tätig, mit Dezember 2009 übernahm er die Chefredaktion. 