Der quirlige und eloquente Unternehmensgründer (mit lange zurück reichenden deutschen Wurzeln) steht nun seit sechs Jahren (nach dem Verkauf an McAfee und dem Rückkauf) praktisch zum zweiten Mal an der Spitze seines Unternehmens. Nach einer ersten Präsentation des Unternehmens in Österreich im heurigen Sommer, stand er bei meinem Besuch im November kurz vor der Abreise nach Australien, wo das Unternehmen seit sechs Jahren präsent ist und eine neue Studie zu den Kosten des Datenverlusts präsentierte.
"Durch die starke Zunahme der Internet-Kriminalität geht das Vertrauen in die Sicherheit unserer IT-Systeme immer mehr verloren. Das bietet uns allerdings ideale Geschäftsbedingungen, da wir mit unseren Lösungen mehr Sicherheit schaffen!" So würden etwa in vielen E-Mails heute ungeschützte Firmeninformationen durch das Netz geschickt: "Hier ist noch viel zu tun und die Vorschriften zur Datensicherheit werden je nach Land unterschiedlich verschärft!" Zwar gebe es etwa in Deutschland noch keine Benachrichtigungspflicht (wie in den USA) nach Datenverlusten, aber im Sinne der Erhaltung des Kundenvertrauens müssten Firmen in dieser Hinsicht immer sensibler werden.
Trend zur Kollaboration
Auch der Trend zur Bildung virtueller Teams, die weltweit verteilt an Projekten zusammenarbeiten, stelle neue Herausforderungen an den Schutz von Dokumenten. Da seien auch SaaS (Software as a service) Anbieter gefordert, ihren Kunden entsprechende Lösungen anzubieten.
"Wenn sich in den nächsten 5-10 Jahren Cloud Computing durchgesetzt haben wird, müssen wir auf der Ebene der einzelnen Dokumente je nach Sicherheitserfordernis den Schutz einstellen können. Da ist Sicherheit ganz neu zu denken und wir alle haben noch viel Forschungs- und Entwicklungsarbeit vor uns", sieht Dunkelberger in eine arbeitsreiche Zukunft. Bereits jetzt kooperiert das Unternehmen in den USA und Großbritannien mit Universitäten und sucht auch in Europa und Asien geeignete universitäre Partner. Nicht zuletzt gelte es auch, die unterschiedlichen Kulturen mit ihren Erwartungen ernst zu nehmen: "So sind etwa Japan und die deutschsprachigen Länder sehr intolerant gegenüber auftretenden Problemen. Hier gilt es also, besonders vorsichtig zu agieren!"
Im vergangenen Jahr veranstaltete das Unternehmen daher 15 Kunden- und fünf Händler-Konferenzen, wo über die recht unterschiedlichen Marktanforderungen diskutiert wurde. "Der Markt für Verschlüsselungslösungen ist sehr stark reguliert, da Verschlüsselungen ja auch im Krisenfall für Ländern sehr wichtig sein können", weiß der Experte aus Erfahrung über sein heikles Geschäft.
Stabilität, Vorsicht und beste Geschäfte

PGP-Gründer und CEO Phillip Dunkelberger freut sich auf die großen Herausforderungen, die Cloud Computing im Bereich der Dokumentensicherheit mit sich bringen wird.
Zum 25. Mal in Folge konnte im dritten Quartal 2008 ein Auftragswachstum erzielt werden. "Zentral- und Osteuropa sind sehr interessant für uns, in Japan haben wir unser Investment letztens sogar verdoppelt." Dafür weite man die Zahl der globalen Partner kontinuierlich aus und qualifiziere diese über gezielte Schulungsprogramme. Die Partner können sich ihre Schwerpunkte selbst wählen, zusätzlich würden seit neuestem auch hochqualifizierte Einzelberater (leading consultant in security) angeworben, um den hohen Informationsbedarf abzudecken. Daneben weitet das Unternehmen auch die Kooperationen etwa mit Intel und Infineon (Chips) oder Microsoft und Blackberry (Geräte) aus, um Verschlüsselungslösungen noch besser zu integrieren.




7/2011
6/2011
5/2011


bekannt durch zahlreiche Veröffentlichungen, war nach dem Studium der Wirtschafts- wissenschaften, Organisation und Informatik zunächst mehrere Jahre als Gruppen- und Projektleiter an einem Institut für angewandte Informatik beschäftigt. Heute ist er in vielfältiger Form als freiberuflicher Management- und Organisationsberater sowie in der Weiterbildung tätig. Schwerpunktmäßig geht es dabei um die Einführung, Entwicklung und Beratung für den praxisgerechten Computereinsatz. 