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IKT-Trends

Gartner Symposium

Heiter bis wolkig

Wolken prägten das 19. Gartner Symposium in Cannes. Die Cote Azur zeigte sich Anfang November von ihrer regnerischen Seite, und unter dem Dach des Palais de Festival wurde dem Trendthema Cloud-Computing großer Raum gewidmet. Die Finanz- und Wirtschaftskrise hing ebenfalls wie eine dunkle Wolke über der Veranstaltung.

An fünf Symposiumstagen organisierte der größte IT-Berater der Welt mehr als 200 Vorträge und Workshops. Darüber hinaus gab es rollen- und branchenspezifische Community-Veranstaltungen für fokussiertes Networking. In den Keynotes hörten die mehr als 3.000 CIOs und IT-Verantwortlichen, die nach Cannes gepilgert waren, vor allem Krisenbewältigungsstrategien und eher vage Vorhersagen bezüglich der "derzeit sehr volatilen" Marktentwicklung. Die Eröffnung wurde kurzerhand zur Cost-Cutting-Lektion umfunktioniert.

"Die IT ist mit Abstand das effektivste Mittel, um die Business Performance zu steigern", betonte Gartner-CEO Gene Hall. Sein Rat: "Investieren in Modernisierung - in der Krise ist die beste Zeit dafür." "Ein schwieriges wirtschaftliches Umfeld erfordert Agilität und Weitblick", so Gartner Senior Vice President Peter Sondergaard. IT-Budget-Optimierung werde zusammen mit IT-Modernisierung und Virtualisierung in den nächsten Jahren ganz oben auf der Agenda der CIOs stehen. Um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein, empfahl Sondergaard den Firmen ein alternatives Sparbudget für den Worst Case - Personalkürzungen inklusive.

Cloud-Services

Die Agenda des Gartner Symposiums beschäftigte sich dann natürlich auch eingehend mit den Technologie- und Business-Trends der IT. Cloud Computing stieß auf besonders großes Interesse bei den Delegierten. Wie viele Fragezeichen es bei dem Thema noch gibt, zeigte der Massenandrang bei der Session "Das Cloud Computing Szenario", in der Definition und Grundbegriffe dieses neuen "Computing Styles" erklärt wurden.

Fazit: Es wird noch geraume Zeit dauern, bis aus den ersten Consumer-fokussierten Ansätzen bei Google und Co in großem Umfang kommerzielle Business-Modelle für Unternehmensservices entstehen werden. Langfristig werde es durch den Trend aber zu einer "Transformation von Märkten und Industrien" kommen. Cloud-Computing ist eine logische Folge des "next-generation data center", so die Gartner-Meinung.

Virtualisierung und Green IT

Manfred Troger, Geschäftsführer von Gartner Österreich, war heuer bereits zum zehnten Mal am Symposium. Neben Cloud Computing waren für ihn Service-orientierte Architektur (SOA) und "nach wie vor" Virtualisierung die heißesten Themen. Das sahen auch viele Symposiumsteilnehmer wie HP-Österreich-Chef Rudi Kemler so: "Virtualisierung ist zwar kein neuer Trend, aber jetzt wird er bei den Firmen in breitem Maßstab in die Realität umgesetzt und beschäftigt die IT-Manager operativ sehr stark."

Auch das Thema Green IT kam nicht zu kurz. Gartner Vizepräsident Simon Mingay präsentierte eine brandneue Studie über die Umweltperformance großer IKT-Konzerne. Fazit: Insgesamt hat die IKT-Industrie im Hinblick auf das Ziel einer "Low Carbon Economy" noch viele Hausaufgaben zu erledigen. Sehr gut abgeschnitten haben vor allem Fujitsu, British Telecom, HP und IBM. Allerdings haben längst nicht alle großen Anbieter teilgenommen.

Viele Österreicher

Die Österreich-Community in Cannes hatte mit über 70 Teilnehmern diesmal Rekordgröße erreicht. Eine illustre Reihe renommierter heimischer Unternehmen und Organisationen war vertreten, darunter das Bundesrechenzentrum, die OeNB, Spar, Red Bull, Fujitsu Siemens, OMV, Voestalpine, Verbund, Swarovski, bwin, ÖBB, Siemens, Raiffeisen, UNIQA, T-Systems, S&T, HP, Fabasoft, Telekom Austria, Erste Bank, Bank Austria oder ILS-Consult. So wie die Branchen waren auch die Motive für den Besuch des Gartner-Symposiums breit gestreut.

Robert Pöll, Leiter der C07 IT-Operations GmbH innerhalb der ILS-Gruppe, interessierte sich für die neuesten Technologie-Trends "mit Schwerpunkt Outsourcing und Cloud Computing". Außerdem sei die Konferenz "mit hochkarätigen österreichischen Kunden besetzt". Wolfgang Horak, Geschäftsführer von Fujitsu Siemens Österreich, kam in erster Linie "um zu lernen, wo in den zukünftig zu erwartenden Geschäftsszenarien der Platz von Fujitsu Siemens ist". "Networking und die Gelegenheit, potenzielle Kunden anzusprechen" war das Hauptinteresse von Philip Strolz, bei T-Systems zuständig für Strategy und Business Development.

Optimismus trotz Krise

Die Krise sieht Strolz als Chance für Service-Provider. "Es ist jetzt eine spannende Zeit, und die Finanzkrise könnte zum Treiber für Outsourcing werden." Auch Gartner Research Vice President Jeffrey Mann riet in seiner Schluss-Keynote den Delegierten, sich auf die Chancen zu konzentrieren, in der Vergangenheit immer wieder aufgeschobene Veränderungen einzuleiten und sich von Doppelgleisigkeiten und unnötigen Altlasten in den IT-Systemen zu trennen. Cost Cutting allein sei nicht das Allheilmittel.

"Wenn Sie danach trachten, aus jedem Euro, den Sie ausgeben, auch einen Wert zu lukrieren, werden sich die Kosten von selbst reduzieren", so Mann. Sein Schlussappell: "Virtualisieren Sie Ihr IT-Portfolio, nützen Sie Collaboration Tools, um die Reisetätigkeit zu vermindern, und betreiben Sie Outsourcing, wo es Sinn macht."

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MONITOR-Autoren
Mag. Carl-Markus Piswanger

Mag. Carl-Markus Piswanger, MAS ist freier Journalist, Projektberater und hauptberuflich IT-Architekt. Er ist ausgebildeter Versicherungskaufmann, studierter Historiker und postgradualer E-Government-Experte. Er war beim ISP Netway, der Österreichischen Post und der Seibersdorf Research beschäftigt und seit 2004 als IT-Architekt im Bundesrechenzentrum. Der Wiener ist glücklich nicht verheiratet und hat einen Sohn. ..mehr..

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