Herr Pfaffinger, Opternus wird auch heuer wieder auf der ITnT in Wien Ende Jänner 2009 ausstellen?
Wir haben letztes Jahr mit der Messe gute Erfahrungen gemacht. Außerdem möchten wir das ganze Spektrum unserer Lösungen einem Fachpublikum vorstellen, sozusagen Technik zum Anfassen.
Was sind die aktuellen Trends im Glasfaserbereich?
Datenübertragung über Glasfasernetze hat hohe Zuwachsraten. Einige europäische Nachbarländer machen es uns bereits vor. Der Bedarf der Verbraucher an immer mehr Bandbreite bedingt durch Internetanwendungen, IPTV und Sprachkommunikation, lässt sich nur durch FTTH-Anbindungen sinnvoll lösen. Das bedeutet Glasfaseranschlüsse direkt ins Haus, vielleicht sogar bis in die Wohnung.
Wie lässt sich das realisieren und welche Herausforderungen bringt das mit sich?
Die Anbindung des Verbrauchers erfolgt in der Regel durch relativ leicht zu realisierende passive optische Netze, kurz PON (Passive Optical Networks), die den Kundenstandort mit einem Knotenpunkt verbinden. Damit können im Gegensatz zu kupferbasierenden Breitbandtechnologien wie xDSL höhere Bandbreiten und Reichweiten erzielt werden. Die Datenübertragung zu den Knotenpunkten erfordert in Folge aber auch immer höhere Datenraten. Daraus ergeben sich neue Anforderungen an die Messtechnik im PON einerseits und an die Übertragungsmesstechnik andererseits mit sich.
Was sind die Herausforderungen im FTTx-Bereich?
Bei einem PON-Netz, das bis in das Haus des Verbrauchers reicht, beginnt die Problematik schon bei der Verlegung. In oft engen Räumen muss eine hochwertige Verbindung geschaffen werden, ohne dass große Geräte verwendet werden können. Opternus hat dafür ein besonders kompaktes Spleissgerät im Programm. Zu verarbeiten sind hier besonders biegeunempfindliche Fasern, die sich auch um Ecken verlegen lassen.
An die Messtechnik gibt es ebenfalls besondere Anforderungen, denn bedingt durch den Aufbau des Netzes, muss es möglich sein, über einen Splitter hinaus zu messen und trotzdem zuverlässige Ergebnisse zu erzielen. Schließlich steht und fällt der Erfolg des Telekommunikationsanbieters mit der Zufriedenheit des Kunden.
Und bei den Hochgeschwindigkeitsnetzen machen die hohen Übertragungsraten Probleme?
Es sind schon die ersten 40 Gigabit-Netze in Betrieb und hierfür wird spezielle Messtechnik benötigt, denn die Dispersion kommt hier deutlich zum Tragen. Das bezieht sich nicht nur auf CD, also die Chromatische Dispersion, die von der Wellenlänge abhängt, sondern auch auf PMD (Polarization Mode Dispersion), die aus der Unsymmetrie des Kernglases im Lichtwellenleiter resultiert. Außerdem muss man die Dämpfung in Abhängigkeit von der Spleissqualität berücksichtigen.
Auf der ITnT in Wien vom 27. bis zum 29. Jänner 2009 kann man auf dem Opternus-Stand entsprechende Lösungen begutachten?
Ja, wir bieten für die genannten Glasfaserverkabelungen entsprechende Lösungen an, die wir auch auf der ITnT vorstellen werden. Opternus ist auf optische Spleiss- und Messtechnik spezialisiert. Das Unternehmen ist unter anderem Exklusiv-Distributor für Fujikura LWL-Spleisstechnik in Deutschland und Österreich und Vertriebspartner des kanadischen Messgeräteherstellers EXFO.
Herzlichen Dank für das Gespräch.




1/2012
8/2011
7/2011


Dr. Manfred Wöhrl ist Geschäftsführer der R.I.C.S. EDV-GmbH (Research Institute for Computer Science, www.rics.at), spezialisiert auf Securitychecks und Security-Consulting. 