"Sorglos-Paket" aus einer Hand
Den Ausschlag zur Entscheidung für die Kombination von Solid Edge als 3D-Konstruktionspaket in Kombination mit Teamcenter Express als PLM-Software gab - neben der umfangreichen Funktionalität und der überzeugend leichten Erlern- und Bedienbarkeit - die Verfügbarkeit der gesamten Ausstattung aus einem Haus. Solid Edge und Teamcenter Express von Siemens PLM Software sind zwei aufeinander abgestimmte Produkte, die seit vielen Versionen mit- und füreinander entwickelt werden. Die Programmierung der wichtigen Schnittstelle zum ERP-System konnte ohne Anpassungen auf der ERP-Seite vom Siemens PLM Software Vertriebspartner ACAM Systemautomation GmbH in Niklasdorf bei Leoben angeboten werden.
Dass es sich dabei um die richtige Wahl handelte, zeigte sich bereits in der Professionalität der Umsetzung. Nach der Auftragserteilung im Oktober 2006 wurde das endgültige Detailpflichtenheft gemeinschaftlich ausgearbeitet. Bis zum Startschuss für die Programmnutzung, der mit der Power-User Schulung im Februar 2007 erfolgte, wurde von ACAM die ERP-Schnittstelle realisiert und die Daten aus den bestehenden Systemen in das neue System Teamcenter Express übernommen.
Vollständige Datenübernahme und -zusammenführung
Aus dem ERP-System wurden 15.000 Stücklisten mit 130.000 Einträgen importiert. Zusätzlich wurden aus dem früher verwendeten Datenverwaltungssystem 27.000 Zeichnungen, 6.000 Standardteile und 3.500 Brennkonturen übertragen. Die Gelegenheit wurde für eine Zusammenführung und Bereinigung der Daten genutzt, wobei Fehler, Doppelgleisigkeiten und Inkonsistenzen bereinigt wurden, die sich im Laufe vieler Jahre eingeschlichen hatten.
Zur Eingewöhnung und zum Aufbau neuer, die modernere Technologie besser ausnutzender firmeninterner Konventionen wurde das neue PLM-System in einer ersten Phase parallel zur alten Ausstattung betrieben. Um erste Erfahrungen mit dem System zu sammeln, wurden zuerst Einzelteilzeichnungen erstellt. Somit konnten sich komplexere Vorgänge wie Freigabeprozesse, Stücklistenübergabe, PDF/DXF Import und Export im überschaubaren Rahmen einspielen.
Mit den anwachsenden Baugruppen konnten die vom Vertriebspartner ACAM erstellten Anpassungen - etwa für das Zusammenfassen und Sortieren der Rahmenbauteile zu einer Fertigungszuschnittliste - getestet und optimiert werden. Um keinen Nachteil aus diesem Parallelbetrieb zu erhalten, wurde für die anfallenden 2D Daten eine Kommunikationsschnittstelle von ACAM geschaffen. Somit können auch im laufenden Betrieb anfallende 2D- Stücklisteninformationen und Zeichnungen automatisch nach Teamcenter Express importiert und dargestellt werden.
"Überraschend schnell erlangten wir die Fertigkeiten und die Vertrautheit mit Solid Edge. Dies gestattete uns, den vollständigen Umstieg zu wagen", berichtet Ing. Schwarz. Dieser erfolgte Mitte 2007 nach nur fünf Tagen Schulung der Konstruktionsmannschaft mit der Entwicklung einer 14 Meter langen und 3,5 Meter hohen Krapfengäranlage. "Zwar lagen für diese Neuentwicklung viele verwendbare Teile aus älteren Entwicklungen in Form von 2D-Zeichnungen vor und waren über Teamcenter Express einfach zu integrieren, doch entschlossen wir uns wegen der Möglichkeiten, die Solid Edge etwa in der Kollisionskontrolle bietet, etwa 95 % in 3D neu zu entwickeln."
Parallelisierung bringt Schlagkraft
Die Konstrukteure können sich heute kaum mehr vorstellen, wie sie mit dem früheren System das Arbeitspensum bewältigt haben. Das ist zum einen ein Vorteil der Entwicklung "von oben nach unten", welche mit der Strukturierung des Gesamtprojekts in Teamcenter Express beginnt. Zum überwiegenden Teil bringt der Effizienzsprung die Möglichkeit, mehrere Konstrukteure zeitgleich an einem Projekt arbeiten zu lassen. Die Verwaltung der Zugriffs- und Bearbeitungsmöglichkeiten wird dabei vollautomatisch von Teamcenter Express übernommen, sodass der zusätzliche Zeitaufwand für die Abstimmung innerhalb der Gruppe beinahe restlos entfällt.
Ein zweites Feld, auf dem mehr an Effizienzsteigerung geerntet werden kann, als man sich das bei Back-Tech zuvor erhofft hatte, ist die Wiederverwendung einmal konstruierter Bauteile, die nicht nur leichter wieder zu finden, sondern auch mit wenig Interaktion anzupassen sind.



1/2012
8/2011
7/2011


Mag. Dominik Troger gehört seit 1992 zum MONITOR-Team. Er begann als News-Redakteur und betreute viele Jahre die MONITOR Weiterbildungsbeilage "Job Training". Seit dem Jahre 2000 war er als Chef vom Dienst tätig, mit Dezember 2009 übernahm er die Chefredaktion. 