Die BACK-TECH Maschinenbau- und Handelsges. mbH in St. Ruprecht an der Raab (Oststeiermark) bäckt keine kleinen Brötchen: "Wir wollen in unserer Kernkompetenz der Teigaufbereitung im gewerblichen und industriellen Bereich einer der führenden Systemanbieter sein und liefern Produkte mit einem technologischen Vorsprung und hoher Qualität", ist der hochgesteckte Anspruch, den die Gesellschafter Georg Knill, Franz Hadolt und Ing. Adolf Gruber dem Unternehmen als Leitspruch mit gegeben haben.
Kleine Brötchen, allerdings im wörtlichen und nicht im übertragenen Sinn, backen jedoch die Kunden von Back-Tech, denn alle Maschinen und Anlagen dieses Herstellers dienen ausschließlich der Erzeugung von Kleingebäck. Dieses weist allerdings eine große Bandbreite auf, denn in diese Kategorie fallen Semmeln und Kornspitz ebenso wie Krapfen, Brezen oder Hamburger-Brötchen. Gleiches gilt für die Kunden, denn die etwa 10 Millionen Euro Jahresumsatz erwirtschaftet Back-Tech mit Aufträgen von traditionellen gewerblichen Bäckereien ebenso wie mit industriellen Großbäckereien.
Konzentration und flexible Produktentwicklung
Seit seiner Gründung 1986 verhalf die Konzentration auf einen eng umrissenen Kompetenzbereich Back-Tech zu kontinuierlichem Wachstum auf heute ca. 80 Mitarbeiter. Dieses Wachstum hält an; zu den derzeit weltweit installierten 1.500 Anlagen kommen laufend neue hinzu. Dabei reicht das Spektrum von Einzelmaschinen zur Übernahme von Teilaufgaben bis hin zu Komplettanlagen, die von der Portionierung des Teigs bis zur Ablage auf dem Backblech den gesamten Herstellungsvorgang mit Ausnahme des eigentlichen Backens vollautomatisch übernehmen.
Besonders zu schätzen wissen Bäckereien die hohe Flexibilität in der Produktentwicklung. "Zwar haben wir eine Palette an Standardmaschinen, die in Serie gebaut werden", erläutert Dipl.-Ing. Heimo Gödl, Leiter Technik bei Back-Tech. "Die weitaus meisten Maschinen erfahren jedoch kundenspezifische Anpassungen oder werden zur Gänze nach Kundenerfordernissen konstruiert."
Umgesetzt wird diese Flexibilität in der Produktentwicklung von einem sechsköpfigen Konstruktions-Team, das auch schon zu Zeiten der 2D-Konstruktion zur Erhöhung von Effizienz und Schlagkraft die Vorzüge eines Dokumentenmanagementsystems nutzen konnte. Darüber hinaus gab es eine Schnittstelle zum ERP-System, welche den Abgleich der Material- und Artikelstammdaten erlaubte.
Die Schnittstelle zum ERP-System weiterhin transparent nutzen zu können sowie die Verfügbarkeit eines optimal zum CAD-System passenden Dokumentenmanagementsystems mit zumindest der Funktionalität des zuvor verwendeten Systems waren daher Grundvoraussetzungen, als es Mitte 2006 um den Umstieg von 2D-Konstruktion auf 3D-Modellierung und die damit verbundene Auswahl eines künftigen CAD-Systems ging. Das Hauptaugenmerk lag auf leicht erlernbarer, effizienter 3D-Konstruktion. Deshalb suchte Back-Tech ein Gesamtpaket mit CAD/PDM-Funktionalität und der Möglichkeit zur Datenübernahme aus dem hauseigenen ERP-System. Vor allem die transparente Stücklistenübergabe in beide Richtungen war ein konkretes Auswahlkriterium.
Datenmanagement bestimmt Software-Auswahl

„Mit Siemens PLM Software bringen vier Konstrukteure viermal so viel Leistung wie einer.“ - Dipl.Ing. Heimo Gödl, Leiter Technik, Back-Tech Maschinenbau- und Handelsges. mbH
Erst im zweiten Schritt wurde das Datenmanagement betrachtet. Beide in der Endauswahl stehenden Systeme verfügten serienmäßig über gewisse Funktionalitäten, welche den bisher gewohnten Umfang und Komfort boten. Das Auswahlteam bei Back-Tech ist jedoch durch die zu erwartenden Komfortsteigerungen im CAD-System auf den Geschmack gekommen: "Wenn wir umsteigen, sollte das neue System über einen langen Zeitraum zukunftssicher sein", kommentiert Entwickler und Konstrukteur Ing. Bernhard Schwarz. "Da interessierten uns zusätzliche Möglichkeiten von Datenaustausch und Kollaboration bis hin zur integrierten Freigabeprozedur."
Dazu gehört auch, dass ein riesiger Fundus an bestehenden Zeichnungen zur eventuellen Weiterverwendung im selben System verwaltet werden sollte, um das in mehr als zwanzig Jahren angesammelte Wissen weiterhin effizient nutzen zu können. Daher kam für Back-Tech nur ein vollwertiges PDM-System in Frage, und dieses bestimmte wesentlich die Produktentscheidung.
Auch die Frage der Anbindung an das ERP-System spielte natürlich eine wesentliche Rolle in der Entscheidungsfindung, wobei den Verantwortlichen von Back-Tech von vorn herein klar war, dass es sich dabei um Individualsoftware handeln musste, weil kein System in der Lage sein würde, eine Standardschnittstelle zu dem stark kundenspezifisch angepassten Programm anzubieten.




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8/2011
7/2011


Alexandra Riegler arbeitet als freie Journalistin in den USA. Zu ihren Spezialgebieten zählen die Themen Technologie und Forschung. 