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Industrie/Logistik/PLM

Grüne Logistik

Grün angehauchte Logistik erreicht die Chefetagen

Fazit: Keine "Öko-Datenberge" produzieren

Noch sind Softwarelösungen zur ökologischen Bewertung logistischer Prozesse unzureichend und lassen sich nicht exakt genug auf die Gesamtheit der Logistikprozesse anwenden. Hier ist spezifisches Fachwissen erforderlich, das es sowohl intern aufzubauen gilt, als auch unter Einbeziehung kompetenter Dienstleister mit ausgewiesenem Fachwissen.

Dabei gilt es unübersichtliche "Datenberge" zu vermeiden, anhand derer sich weder die Informationsqualität noch die Datenaktualität ausreichend sicherstellen lässt. Das Augenmerk sollte deshalb darauf gerichtet sein, welche Informationen für ein bestimmtes Unternehmen in seiner Branche und für seine Lieferkette strategisch relevant sind. Erst wenn die Verantwortlichen diese Zusammenhänge deutlich herausstellen, lässt sich hernach das Informationssystem systematisch und geeignet auf die strategischen Ziele und operativen Einheiten justieren bzw. ausrichten.

"Kein Etikettenschwindel"

Markus Meißner Produktmanager Logistics Solutions, beim Softwarespezialisten für die Logistiksteuerung AEB (www.aeb.de).

Markus Meißner Produktmanager Logistics Solutions, beim Softwarespezialisten für die Logistiksteuerung AEB (www.aeb.de).

Schon lange setzen global agierende Unternehmen auf die Unterstützung durch Software, um ihre Supply Chains zu überwachen und zu steuern. "Neu ist der Anspruch, dass hiermit künftig auch der Grünheitsgrad eines Transports transparent gemacht werden soll", berichtet Logistik-Experte Meißner. Er ist sich sicher, dass sich durch die Integration von Ökobilanzierungs-Software in SCM-Systeme künftig neben den schon heute verfügbaren ökonomischen Daten wie Laufzeiten, Lagerbestände, Entfernungen und Frachtkosten auch "ökologische Kennzahlen" bereitstellen lassen.

Was bisher der Effizienzsteigerung und Wirtschaftlichkeit gedient habe, erhalte nun eine grüne Note. "Das ist aber beileibe kein Etikettenschwindel", betont Meißner. Denn Maßnahmen wie Sendungskonsolidierung, -bündelung und optimierte Routenplanung trügen dazu bei, Lkw und Container besser auszulasten und Transporte gar zu vermeiden. Damit dienten sie letztendlich dazu, CO2-Emissionen zu senken. Meißner prophezeit, dass der Logistik-Manager der Zukunft mit einem Mausklick erkennen möchte, wie sich eine mögliche Routen- oder Transportmitteländerung nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die CO2-Emissionen auswirkt.


Was ist der "Carbon Footprint"

Als CO2-Fingerabdruck beschreiben Experten den von einem Individuum, Unternehmen, Produkt oder einer Organisation verursachten Ausstoß an CO2-Emissionen. Der Carbon Footprint stellt somit die berechnete Menge des Äquivalenzgewichts an Kohlendioxid (CO2) und anderen Treibhausgasen dar, das durch den Energieverbrauch in Verbindung mit einem Prozess einschließlich aller relevanten vor- und nach gelagerter Prozesse entsteht und in die Atmosphäre gelangt. Der CO2-Footprint wird dabei in Kohlendioxid-Einheiten angegeben.


Was Softwarelösungen leisten

In der Praxis ist der Einsatz von Ökobilanzen - insbesondere, was die Beschaffung von Sachbilanzdaten angeht, mit hohem Aufwand verbunden. Die Sachbilanzdaten müssen sowohl unternehmens- und branchenspezifische Besonderheiten als auch regionale und nationale Unterschiede berücksichtigen, um aussagekräftige Ergebnisse zu liefern.

Informationstechnische Unterstützung bei der Durchführung von Ökobilanzen bieten Softwaresysteme wie z. B.

Die genannten Softwaresysteme können auf "interne" Datenbanken mit Referenzprozessen und Informationen über verwendbare Materialien bzw. Stoffe zurückgreifen.

In Frage kommen aber auch externe Datenbanken wie z. B.

Außerdem bieten zahlreiche IT-Anbieter entsprechende individuelle Lösungen an.

Quelle: Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik/Uni Lüneburg

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MONITOR-Autoren
Lothar Lochmaier

Lothar Lochmaier studierte nach einer Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann Sozial-und Wirtschaftsgeschichte sowie Politikwissenschaft in München, Madrid und Berlin. Heute arbeitet er als freiberuflicher Fach- und Wirtschaftsjournalist für diverse Print- und Online-Medien. Seine Schwerpunkte sind die Bereiche Informationstechnologie, Energiefragen und Managementthemen. ..mehr..

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