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Industrie/Logistik/PLM

Solidworks: PDM oder PLM?

Wie Unternehmen die passende Lösung finden

Das Thema Verwaltung von Produktionsdaten im Entwicklungsprozess gewinnt für Unternehmen mehr und mehr an Bedeutung - aber wie finden Unternehmen die passende Lösung?

Jeroen Buring

Lösungen wie SolidWorks Enterprise PDM arbeiten neben den Konstruktionsdaten auch mit Informationen aus PPS-, MRP- und ERP-Systemen.

Um zu bestimmen, welche Lösung sich für ein Unternehmen am besten eignet, muss zunächst einmal klar sein, warum PDM erforderlich ist, inwiefern die Art des Unternehmens die Entscheidung für eine bestimmte Lösung beeinflussen sollte und welche Schritte erforderlich sind, bevor eine PLM-Lösung in Betracht gezogen wird.

Die Erkenntnis der Notwendigkeit einer Produktdatenverwaltung ist der erste Schritt. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass Unternehmen wohl die Probleme im Entwicklungsprozess realisieren, diese aber nicht in Zusammenhang mit einer möglichen PDM-Lösung bringen. Ein weiterer Punkt ist die Flut an Informationen hinsichtlich Technologien, die vorgeben, Firmen aus der Misere zu führen. Mangelnde Kenntnisse zur englischen Terminologie tragen das Ihre dazu bei. Zudem setzen viele PDM mit PLM gleich und vertauschen die Inhalte. Zur Unsicherheit vieler Unternehmen trägt sicher auch die Kreativität der Branche bei, die mit immer wieder neuen Abkürzungen mehr Verwirrung stiftet, anstatt Klarheit zu schaffen.

Die Notwendigkeit der Prozessoptimierung ist auch bei kleinen und mittelständischen Unternehmen nicht von der Hand zu weisen. Allerdings müssen sie Antworten auf einfache Fragen finden wie:

  • Welche Tätigkeiten zur manuellen Informationseingabe kann ich über ein System automatisieren?
  • Wer will Zugriff auf welche Daten?
  • Wie kann ich Konstruktionsdaten am besten im Unternehmen einsetzen?
  • Werden die Konstruktionsdaten effektiv verwaltet?
  • Gibt es Möglichkeiten für ein Process Reengineering?
  • Ist das Unternehmen groß genug, um bereits von PLM zu profitieren?
  • Wiegen die potentiellen Vorzüge von PLM die Kosten auf?
  • Ist es sicherer, zunächst PDM-Tools zur effektiven Verwaltung der 3D-Produktkonstruktionsdaten zu verwenden, anstatt sich Hals über Kopf in PLM zu stürzen?

PDM versus PLM

Der Hauptunterschied zwischen PDM und PLM ist, dass es bei ersterem um Konstruktionsprozessautomation und bei letzterem um Process Reengineering, also die Neugestaltung von Prozessen, geht.

PDM ist ein Tool für die Verwaltung von Produktkonstruktionsdaten zur Automatisierung der Produktentwicklung, bei dem vorhandene Prozesse an Effizienz gewinnen.

Als PDM Sales Manager Central Europe unterstützt Jeroen Buring die SolidWorks Vertriebspartner u.a. in Österreich beim Projektmanagement. Zudem führt er Vertriebs- und Produktschulungen durch.

PLM ist hingegen eine Strategie zum kompletten "Process Reengineering" zwischen verschiedenen Bereichen im Unternehmen. Sie zielt darauf ab, Konstruktionsdaten und andere Technologien, bspw. ERP-Systeme, in Verbindung zu nutzen, um Produkt-Lebenszyklen zu verwalten, Prozesse grundlegend umzugestalten und den Output zu verbessern. Dabei soll die höhere Produktivität nicht nur auf eine einzelne Abteilung oder einen bestimmten Prozess zurückzuführen sein, sondern unternehmensweit generiert werden.

Einige große, global agierende Unternehmen haben mit viel Aufwand eine PLM-Infrastruktur erfolgreich implementiert. Doch die überwiegende Mehrheit der Unternehmen im Mainstream-Bereich ist einfach noch nicht bereit für die Umsetzung von PLM, und kann von einem PDM-System schnellere und substantiellere Vorteile und Profite erwarten. Zudem muss ein Unternehmen zunächst einmal in der Lage sein, Produktkonstruktionsdaten zu finden, zu konfigurieren und zu verwalten, bevor Sie diese Daten für PLM-Zwecke verwenden können. Mit anderen Worten: Die Verwendung von Konstruktionsdaten lässt sich nicht optimieren, wenn sie nicht gefunden werden.

KMU für PDM-Lösungen

Kleinen und mittelständischen Unternehmen geht es daher vorrangig darum, 3D-CAD-Daten und PDM-Lösungen zur Verbesserung der fundamentalen Produktkonstruktionsprozesse einzusetzen, die die automatisierte Fertigung unterstützen. De facto ist die Steigerung der Produktivität in den einzelnen Stadien des vorhandenen Produktentwicklungsprozesses für sie ein realistischeres und erreichbareres Ziel.

PLM wird sich auch weiterhin verstärkt in großen, vertikalen Industriezweigen wie der Automobil- oder Luftfahrtindustrie durchsetzen. Ob sich PLM langfristig auch an die Bedürfnisse kleiner und mittelständischer Herstellungsunternehmen, also den Mainstream, anpassen lässt, ist abhängig von der zukünftigen Marktentwicklung und bleibt abzuwarten.

www.solidworks.de

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MONITOR-Autoren
Dipl.-Hdl. Ing. Ernst Tiemeyer

bekannt durch zahlreiche Veröffentlichungen, war nach dem Studium der Wirtschafts- wissenschaften, Organisation und Informatik zunächst mehrere Jahre als Gruppen- und Projektleiter an einem Institut für angewandte Informatik beschäftigt. Heute ist er in vielfältiger Form als freiberuflicher Management- und Organisationsberater sowie in der Weiterbildung tätig. Schwerpunktmäßig geht es dabei um die Einführung, Entwicklung und Beratung für den praxisgerechten Computereinsatz. ..mehr..

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