BEKO hat in den letzten Jahren zunehmend den integrativen Charakter von PLM betont und sich ausgehend von den beiden Geschäftsfelder Engineering und Informatik zu einem innovativen Anbieter von PLM-Dienstleistungen entwickelt. Im MONITOR-Gespräch erläutert Vorstandssprecher Ing. Friedrich Hiermayer, die aktuelle Marktsituation und die PLM-Strategie der BEKO.
Wo sehen Sie aktuell die Vorteile von PLM?
Zu Produkt Lebenszyklus Management (PLM) gibt es zahlreiche, vor allem unternehmensspezifische Definitionen. Wenn Unternehmen Markteinführungszeiten reduzieren, kostengünstigere Produkte herstellen, den Produktdurchsatz erhöhen und damit die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen müssen, dann kommt PLM ins Spiel.
Aus Sicht der BEKO steht PLM für die Optimierung der unternehmensweiten Geschäftsprozesse unter Verwendung all unserer Kernkompetenzen aus Engineering und Informatik. Oder anders formuliert: PLM ermöglicht integrierte Lösungen und Services durch "vernetztes Denken".
Wie schätzen Sie den Markt in Österreich ein?
Wir sehen ein hohes Marktpotential, da viele Unternehmen gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten gezwungen sind Kosten zu sparen. PLM "Step-by-step" umzusetzen bietet den Unternehmen die Möglichkeit Teilbereiche der Produktentwicklung oder der Integration von Daten mittels PDM Systemen zu optimieren. Auch die CAx-Integration in Einkaufs- und Fertigungsprozesse und unterstützende Systeme wie ERP und Produktionsplanung wird als Schwerpunkt mit großem Optimierungspotential gesehen. Kleine und mittlere Unternehmen begegnen dem Thema PLM überwiegend mit Zurückhaltung, weil die Meinung vorherrscht, dass dies nur für Großkonzerne interessant sei.
Wie weit ist PLM im Mittelstand schon umgesetzt?
Im klassischen österreichischen Mittelstand ist es noch wenig umgesetzt. Daher sehen wir ein hohes Optimierungspotential, auch wenn es brachenabhängige Unterschiede gibt. Selbst innerhalb einer Branche sind Unternehmen unterschiedlich in der Umsetzung fortgeschritten.
Die Maschinen-, Anlagenbau- und Automobilindustrie hat in verschiedenen Ausprägungen PLM führend umgesetzt. Die Unternehmensgröße ist entscheidend für die Tiefe der PLM Umsetzung. Viele Firmen haben Teilbereiche wie ERP oder PDM realisiert oder sind in einer Evaluierungsphase zur weiteren Ausrichtung.
Wo liegen die Risiken bei der Einführung beziehungsweise was ist für Erfolg zu beachten?
Die systemunabhängige Denkweise ist entscheidend. PLM ist kein System das erworben, implementiert und gewartet werden kann. PLM ist eine Strategie aber auch eine Philosophie, die durch verschiedenste geeignete Systeme zur Realität wird. Der ROI ist im Voraus und auch nach der Erreichung von gesetzten Milestones oft nicht exakt berechenbar, aber mittelfristig am Unternehmenserfolg sichtbar.
Wo sehen Sie die Stärken von BEKO im PLM-Umfeld?
Integrierte Gesamtlösungen erfordern gebündeltes Engineering- und Informatik-Know-how und herstellerunabhängiges Wissen über die verwendeten Systeme und Prozesse. Mit dieser einzigartigen Kompetenz helfen wir Kunden durch einen bereichsübergreifenden Lösungsansatz die oft vorherrschende Kluft zwischen technischen und kommerziellen Daten zu überbrücken. Ein Schwerpunkt unserer PLM-Kompetenz ist der Bereich Produktentwicklung mit den unterstützenden CAx-Systemen und deren Anbindung an die Systeme zur Herstellung, Vertrieb und Service.




1/2012
8/2011
7/2011


Lothar Lochmaier studierte nach einer Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann Sozial-und Wirtschaftsgeschichte sowie Politikwissenschaft in München, Madrid und Berlin. Heute arbeitet er als freiberuflicher Fach- und Wirtschaftsjournalist für diverse Print- und Online-Medien. Seine Schwerpunkte sind die Bereiche Informationstechnologie, Energiefragen und Managementthemen. 