Dabei kommt es heute vor allem darauf an, kosten- und wertorientiert zu denken, gleichzeitig aber auch technologisch up-to-date zu bleiben und den zunehmenden Anforderungen der Anwender bzw. Endbenutzer gerecht zu werden.
Was sind die aktuellen Herausforderungen der Praxis?
Eingesetzte IT-Infrastrukturen und IT-Applikationen sind insbesondere in mittleren und großen Unternehmen bzw. Verwaltungen oft organisch gewachsen. Über viele Jahre hinweg ist so eine umfangreiche IT-Anwendungslandschaft basierend auf sehr unterschiedlichen Technologien (Clients, Servern, Netzwerken, Betriebssystemen, etc.) Entwicklungsparadigmen und Werkzeugen (Software-Entwicklungswerkzeugen) entstanden. Angebotene und implementierte IT-Systeme weisen außerdem immer umfassendere Funktionalitäten auf und unterliegen raschen Entwicklungszyklen.
Hinzu kommt, dass überall Redundanzen auftreten: in der Datenarchitektur, den Schnittstellen, der Funktionsabdeckung der Anwendungen und bei der Ausstattung mit Technologieplattformen. Zu viele Softwaretools decken identische Funktionen ab. Vielfach wird festgestellt, dass die Anzahl und die Komplexität von Schnittstellen zwischen Anwendungen außer Kontrolle geraten sind. Insgesamt kann festgestellt werden, dass die IT-Anwendungslandschaft äußerst komplex ist und häufig überdimensionierte Lösungen und überflüssige Funktionalitäten enthält.
Die zentrale Herausforderung und Aufgabe im IT-Management besteht nun darin,
- eine strategische Planung der IT-Architekturen vorzunehmen,
- die installierten IT-Systeme zu gegebener Zeit zu modernisieren und auf dem neuesten Stand zu bringen (mit einem ausgewogenen Migrationskonzept),
- eine zunehmend komplexe IT-Infrastruktur zu verwalten und
- gleichzeitig höheren Erwartungen an Service Level und IT-Sicherheit Rechnung zu tragen.
Hauptziel der Bemühungen der IT-Verantwortlichen muss eine anpassungsfähige IT-Infrastruktur sein, die einen fortlaufenden und zuverlässigen Betrieb gewährleistet. Außerdem muss die vorhandene Infrastruktur mittels intelligenter und dynamischer Verwaltung optimal genutzt werden.
Eine Lösung der genannten Probleme können ein gezieltes IT-Architekturmanagement und damit einhergehende Konsolidierungsbemühungen eröffnen. Notwendig ist dazu eine integrierte Sicht auf alle relevanten Aspekte der IT-Anwendungs- und Systemlandschaft, die auch eine Verbindung zu den unterstützten Geschäftsprozessen schafft. Architekturmanagement darf nämlich nicht nur auf die Software- und Hardwarelandschaft einer Organisation fokussieren, sondern muss vielmehr als integraler Bestandteil zum Business und den organisatorischen Gegebenheiten behandelt werden.
Wesentliche Rahmenbedingungen und Zielsetzungen bei der Einführung eines systematischen IT-Architekturmanagement sind:
- ganzheitliche IT-Strategieorientierung,
- Vereinfachung bzw. Vereinheitlichung der IT-Landschaft,
- Standardisierung, Modularität & Integration,
- erhöhte Wirtschaftlichkeit der IT,
- verbesserte Flexibilität in der Anwendungsrealisierung.
Handlungsbereiche im IT-Architekturmanagement
Grundsätzlich müssen IT-Verantwortliche in der Lage sein, die vorhandene IT-Architektur zu "beherrschen" und ein tragfähiges Gesamtbild der IT-Entwicklung als Orientierungsrahmen bieten: die Zielarchitektur von Infrastruktur und Anwendungslandschaft.
Dazu sind Gestaltungsprinzipien und Systementscheidungen zu formulieren, ebenso wie "strategische" Technologien und Produkte definiert und sodann kommuniziert werden sollten. Im Sinne des Strategic Alignment muss daraus auch die Konzeption von Zukunftsszenarien oder verbindlichen "Roadmaps" für die weitere IT-Entwicklung ableitbar sein, ebenso wie jegliche Erarbeitung konkreter Vorgaben und Standards.





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8/2011
7/2011


