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Netz & Telekom

Konferenzbericht: Microsoft Entwicklerkonferenz PDC

Windows in der Wolke

Die Zukunft der Zusammenarbeit

Die kommende Version von Microsofts Büro-Paket Office - Codename "Office 14" - wird auch in einer kostenlosen Online-Version erscheinen. Aber nicht nur das. Der Softwarekonzern will PC, Internet und Handy verbinden und über die Plattformen hinweg gemeinsames Bearbeiten von Dokumenten ermöglichen.

Nicht nur die kommenden Desktop- beziehungsweise Online-Betriebssysteme "Windows 7" und "Windows Azure" wurden bei der Professional Developer Conference (PDC) 2008 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt, auch das zukünftige "Office"-Büropaket hat seine Premiere.

Derzeit noch unter dem Codenamen "Office 14" bekannt, wird die nächste Version von Microsofts Bürosoftware vor allem zwei große Bereiche adressieren: die Teamzusammenarbeit (Collaboration) und größere Online-Unterstützung. Wie auf der PDC 2008 bekannt wurde, wird Microsoft erstmals auch eine kostenlose, wohl aber werbefinanzierte, Version von Office im Internet bereitstellen. Damit eröffnet man einen direkten Angriff auf die Mitbewerber Google und OpenOffice, die nun einen ernsthaften Konkurrenten haben werden. "In dieser kostenlosen Version werden die meisten Basisfunktionen für die Anwender nutzbar sein", meinte Microsofts Antoine Leblond auf der PDC. "Office wird in seiner Online-Version auch mit den unterschiedlichsten Webbrowsern nutzbar sein", so Leblond. Dies bedeutet wiederum, dass auch Apple- und Linux-Anwender Office-Dokumente einfach und gratis bearbeiten können werden. Für Firmen soll es zusätzlich auch eine Kaufversion von "Web-Office" ohne Werbung geben.

Der große Vorteil für die Nutzer ist dabei, dass die umfangreiche Office-Suite nicht erst auf dem eigenen Rechner installiert werden muss, um eine Präsentation oder einen Text vorzubereiten. Unter dem Namen "Office Web Applications" will Microsoft die Dienste von jedem Browser aus aufrufbar machen. Als Speicherort für Applikationen und Daten dienen die Microsoft-Server.

Mit "Office 14" will Microsoft aber auch das gemeinsame Bearbeiten und Austauschen von Dokumenten über Plattformgrenzen hinweg ermöglichen. In einer Demonstration auf der großen PDC-Bühne zeigten Microsoft-Entwickler wie in Zukunft Dokumente bearbeitet werden sollen: eine Datei liegt im Internet - für alle Anwender einer Arbeitsgruppe frei zugänglich, bereit. Während ein Teil über seinen Desktop-Rechner die Dokumente bearbeiten, können andere über ihr Handy in Excel-Listen oder Powerpoint-Präsentationen Information oder sogar Bilder integrieren. Die Software soll in der Lage sein, die Änderungen schnell zu erkennen und umzusetzen, so dass allen Anwendern stets die aktuellste Version des Dokuments zur Bearbeitung vorliegt.

Zu Beginn wird es vier Office Web-Applikationen geben: Word, Excel, Powerpoint und OneNote. Bei der PDC-Demonstration zeigte sich schon, dass die Funktionen wesentlich umfangreicher sein werden, als jene die etwa Mitbewerber Google bietet. Auch die Bedienung soll einfacher sein, immerhin werden auch die bekannten Ribbons zu finden sein. Ein wesentliches Features wird dadurch geboten werden, dass die Anwender schnell und einfach Dokumente oder Teile davon, in Webseiten und Blogs integrieren können. Die enge Integration der unterschiedlichen Plattformen ist es auch, die den Anwendern von Office 14 wesentliche Vorteile bringen soll. Über den Preis für das kommende "Office 14" für die Desktop-Rechner hielt man sich auf der PDC noch bedeckt. Auch der Starttermin steht noch nicht fest. Laut ersten Schätzungen könnte sich die zweite Jahreshälfte 2009 noch ausgehen.

Ausbau von Windows Live

„Für die Wolken in der Wolke“, kündigte Rick Rashid, Senior Vice President von Microsoft Research, auf der PDC erste große Projekte im Bereich Klimaforschung an.

Einen großen Schritt und ein deutliches Zeichen setzt Microsoft auch mit dem Ausbau seiner Windows Live-Dienste. Diese sollen im Zusammenspiel mit dem neuen Office einer breiten Anwenderbasis Vorteile bringen. So wird mit "Morro", so der Codename der Lösung, in der zweiten Jahreshälfte 2009 eine kostenlose Anwendung zum Schutz vor Viren, Spyware, Rootkits und Trojanern angeboten werden. Diese wird Windows Live OneCare ablösen. Nicht nur seinen Virenscanner hat Microsoft damit überarbeitet und bietet diesen kostenlos an - auch der Online-Speicher "SkyDrive" wurde massiv ausgebaut. Die Anwender können nun kostenlos 25 statt bislang 5 GB Speicherplatz für ihre Daten nutzen. Wie Microsoft weiter erklärte, werden in seine Windows Live-Dienste verschiedenen Social Networking-Features integriert werden. Die Basis dafür bildet eine engere Zusammenarbeit zwischen Spaces, Windows Live Hotmail und dem Windows Live Messenger. Hinzugefügt werden News-Feeds und erweitere Nutzer-Profile. Allerdings sei man nicht bestrebt, aus den Live-Services eine komplette Social Networking-Plattform zu bauen, so das Unternehmen. Auch bei Microsoft zeigt man sich davon überzeugt, dass in den kommenden Jahren Dienste, die aus dem Privatbereich bekannt sind - etwa Chats und Instant Messaging, auch im beruflichen Alltag eine zunehmend große Bedeutung gewinnen werden. Wer heute schon die Privatanwender an seine Dienste binden kann, wird in naher Zukunft auch in den Firmen einen fixen Platz haben, so die Überlegungen.

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MONITOR-Autoren
Lothar Lochmaier

Lothar Lochmaier studierte nach einer Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann Sozial-und Wirtschaftsgeschichte sowie Politikwissenschaft in München, Madrid und Berlin. Heute arbeitet er als freiberuflicher Fach- und Wirtschaftsjournalist für diverse Print- und Online-Medien. Seine Schwerpunkte sind die Bereiche Informationstechnologie, Energiefragen und Managementthemen. ..mehr..

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