„Wir haben eine lange Tradition im Umweltschutz, schon 1971 nahm IBM entsprechende Maßnahmen verpflichtend in die Geschäftsgrundsätze auf“, erklärte Leo Steiner, Generaldirektor von IBM Österreich. „Der Umweltbericht kann die Fortschritte, die wir in den letzten Jahren erzielt haben, in fundierte Zahlen fassen und zeigt Möglichkeiten für weitere Verbesserungen auf.“
Das Fazit des Berichts lautet: Das Umweltmanagement bringt nur Erfolge, wenn es nachhaltig in die Unternehmensstrategie integriert ist. Außerdem erwartet man bei IBM, dass Umweltberichte in wenigen Jahren zu den Standard-Kennzahlen eines Unternehmens gehören werden. Die Erfahrungen, die IBM Österreich im Umweltbereich gesammelt hat, sollen auch anderen Unternehmen zur Verfügung stehen.
Stromverbrauch sank um 40 %
Bei einem Unternehmen wie IBM Österreich, bei dem keine Fertigung zu berücksichtigen ist, konzentriert sich die Umwelt-Analyse auf drei große Bereiche: Gebäude, Verkehr und Rechenzentrum.
Der Umweltbericht belegt, was die Maßnahmen der letzten Jahre gebracht haben. Seit 2001 sank der Stromverbrauch im IBM Haus um mehr als 40 %. Erreicht wurde das durch die Umstellung auf flexible Arbeitsplätze und die Einführung der Telearbeit, aber auch durch eine komplett neue Klimatechnik und den Umbau der Fassade mit hinterlüftetem Glas und Sonnenschutz.
Starke Reduktionen erreichte IBM beim Müll. Obwohl die Belegschaft im IBM Haus seit 2003 um 17 % zunahm, sank das Müllaufkommen in dieser Zeit um 36 %. Die Mülltrennung funktioniert besonders beim Altpapier sehr gut, was nicht zuletzt den sogenannten „Papiertaxis“ zu verdanken ist: Die Mitarbeiter können ihr Altpapier in spezielle Ablagen werfen, die auf den Schreibtischen in bequemer Reichweite stehen; regelmäßig fahren Container durchs Gebäude und sammeln das Altpapier ein.
Der Wasserverbrauch stieg seit Mitte der 90er-Jahre um rund ein Fünftel, doch der Pro-Kopf-Verbrauch konnte um ein Viertel verringert werden. IBM erreichte diesen Wert durch eine neue Anlage zur Wasseraufbereitung, die besonders bei der Kühlung und Luftbefeuchtung sparsamer mit dem flüssigen Rohstoff umgeht.
Insgesamt konnte IBM Österreich von 2001 bis 2007 rund 33.800 Tonnen CO2 einsparen. „Wir sind mit dem Erreichten sehr zufrieden, wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, kommentiert Leo Steiner, fügt jedoch hinzu: „Wir nehmen uns aber auch die Vorschläge für weitere Verbesserungen zu Herzen.“
Das größte Potential für weitere Reduktionen liegt im Bereich Verkehr. So ist der CO2-Fußabdruck von IBM Österreich sowohl bei Flügen als auch bei Autofahrten groß und sollte schrumpfen. Das IBM Rechenzentrum in Wien könnte noch schonender mit Energie umgehen. Dazu gibt es bereits Pläne für verbesserte Effizienz.
Finanzdirektor wird zugleich Umweltbeauftragter
Damit diese Ziele erreicht werden, siedelt IBM Österreich die Umweltaufgaben direkt in der Geschäftsleitung an: Peter Gangl, Finanzdirektor von IBM Österreich, übernimmt die Aufgaben eines Umweltbeauftragten. Leo Steiner verdeutlicht: „Damit ist klargestellt, dass die Umweltfragen ein Teil der IBM Strategie sind. Zugleich liegen die finanziellen Entscheidungen gleich an der richtigen Stelle. Unser Umweltbericht soll nicht bedrucktes Papier bleiben, sondern zu Aktivitäten führen.“
Peter Gangl hat sich für 2009 bereits einige konkrete Projekte vorgenommen: Ein Software-Tool wird zum sparsamen Umgang mit dem Drucker mahnen – ehe man eine Unterlage ausdruckt, erscheint eine Anzeige, wie viel CO2 dieser Ausdruck konkret erzeugt.
Über das Intranet will man die Mitarbeiter zu einem bewussteren Verhalten ermuntern, was in Summe viel ausmachen kann. Ein Beispiel: Wenn jeder Mitarbeiter von IBM Österreich das Power-Management seines ThinkPad einschaltet und damit Strom spart, vermeidet das pro Jahr rund 125 Tonnen CO2.
Ein Mobilitätstag wird darüber informieren, wie man Reisen vermeiden kann, beispielsweise durch Tools des Web 2.0 und durch Videokonferenzen. Die Flugreisen sollen 2009 um 10 % sinken. Bereits Anfang 2008 stellte IBM Österreich großteils auf Ökostrom um, allein diese Maßnahme verminderte die CO2-Emissionen um 23 %.



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Mag. Carl-Markus Piswanger, MAS ist freier Journalist, Projektberater und hauptberuflich IT-Architekt. Er ist ausgebildeter Versicherungskaufmann, studierter Historiker und postgradualer E-Government-Experte. Er war beim ISP Netway, der Österreichischen Post und der Seibersdorf Research beschäftigt und seit 2004 als IT-Architekt im Bundesrechenzentrum. Der Wiener ist glücklich nicht verheiratet und hat einen Sohn. 