Computerspiele sind für viele Eltern eine unbekannte Welt. Der Game-Weihnachtswunsch der Kinder wird daher schnell zur Herausforderung. ÖVUS, der Branchenverband der heimischen Computerspiele-Industrie, gibt Eltern daher Ratschläge. Schließlich soll nicht nur das vom Kind gewünschte Spiel unterm Baum liegen, sondern auch eines, bei dem sich Eltern sicher sein können, dass es für ihr Kind auch geeignet ist.
„Es gibt natürlich Spiele, die für das jeweilige Alter eines Kindes nicht geeignet sind, nicht zuletzt weil die Hauptzielgruppe Erwachsene sind“, sagt ÖVUS-Präsident Dr. Niki Laber. „Daher müssen Eltern zumindest darauf achten, dass sie Spiele mit den richtigen Alterskennzeichnungen schenken.“ Grundsätzlich gilt: „Eltern sollten sich generell damit auseinandersetzen, welche Spiele ihre Kinder spielen – genauso wie bei anderen Hobbies auch.“
Viele Eltern haben Scheu oder einfach nur ein falsches Bild von Spielen und wissen zum Beispiel gar nicht wie viele Lernspiele es gibt. „Eltern die sich die Zeit nehmen, mit ihren Kindern zu spielen oder darüber zu sprechen, werden überrascht sein, dass die meisten Spiele sehr positiv sind.“ Viele Spiele haben eine sehr positive Atmosphäre und fördern zahlreiche Fähigkeiten wie Computerkenntnisse, Reaktionsfähigkeit, Augen-Hand-Koordination, räumliches Vorstellungsvermögen, logisches Denken und Konzentration. „Wenn Ihr Kind sich ein Spiel wünscht, bei dessen Inhalt sie Bedenken haben, versuchen sie gemeinsam mit ihm ein anderes Spiel zu finden. Bei der großen Auswahl an Spielen, die Kinder fördern, findet sich mit Sicherheit eine Alternative, die sowohl Kinder als auch Eltern glücklich macht.“
Das geeignete Spiel erkennen
Die wichtigste Hilfe für Eltern ist die PEGI-Kennzeichnung (Pan-European Game Information) auf den Packungen, die auf einen Blick Auskunft gibt, ob ein Spiel für das Alter des Kindes geeignet ist. Zusätzliche Symbole helfen auch bei der schnellen Beurteilung des Inhalts. PEGI ist seit Anfang 2008 im Wiener Jugendschutzgesetz verankert. Es dürfen daher ausschließlich Spiele mit PEGI-Kennzeichnung verkauft werden.
ÖVUS tritt dafür ein, das Wiener Vorbild bundesweit zu übernehmen. Bis dahin sollten Eltern in anderen Bundesländern jedoch ebenfalls auf die Symbole achten, die neben der empfohlenen Altersgruppe auch Hinweise enthalten, ob das Spiel angstfördernd sein kann, zum Glücksspiel auffordert, diskriminierende Inhalte oder Schimpfwörter enthält oder freizügige sexuelle Darstellungen beinhaltet.


1/2012
8/2011
7/2011


Lothar Lochmaier studierte nach einer Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann Sozial-und Wirtschaftsgeschichte sowie Politikwissenschaft in München, Madrid und Berlin. Heute arbeitet er als freiberuflicher Fach- und Wirtschaftsjournalist für diverse Print- und Online-Medien. Seine Schwerpunkte sind die Bereiche Informationstechnologie, Energiefragen und Managementthemen. 