Bei einem Gesamtumsatz von 27,15 Mrd. EUR (2005), einem Produktionswert von 18,39 Mrd. EUR und rund 110.000 Beschäftigten (davon 5.800 in F&E) gehört dieser Wirtschaftszweig zu einem der dynamischsten.
Informations- und Kommunikationstechnologien tragen bereits jetzt 45% zum Produktivitätswachstum in der EU bei; 0,8% des Wirtschaftswachstums der OECD-Staaten sind allein auf IKT-Investitionen zurückzuführen. Auch Österreichs IKT-Forschung zählt zu den wichtigsten Forschungsbereichen des Landes mit den meisten Forscherinnen und Forschern. Bereits 2006 lag der F&E Anteil der IKT Forschung bei 0,53% vom BIP.
Mit einem Anteil von 81% trägt die Wirtschaft den Löwenanteil der Forschungsausgaben. Mit diesen Werten rangiert Österreich schon jetzt im oberen Mittelfeld, sowohl bei Anwendung als auch bei F&E. Damit hat Österreich gute Chancen, ins internationale Spitzenfeld aufzurücken. Allerdings: Es gibt noch einiges zu tun.
Bessere Verankerung von IT in der Schule
„Eine der größten Herausforderungen für die österreichische IKT-Forschung ist die Sicherstellung hochqualifizierten Personals.“ Diese Auffassung vertritt der Rat FTE in der IKT-Forschungsstrategie 2020. Der Rat fordert deshalb eine ressortübergreifende strategische Initiative, um Österreich als IKT-Forschungsstandort mit klarem Profil positionieren zu können.
IKT, so formuliert der Rat FTE in der Strategie, müsse außerdem schon in den schulischen Lehrplänen besser verankert werden. Außerdem sind die Zahlen von EinstiegerInnen wie AbsolventInnen bei allen IKT-Studienrichtungen noch steigerungswürdig: Derzeit absolvieren 2.400 StudentInnen ein IKT-Studium, 6.800 sollten es werden.
So schafft Österreich den Sprung an die Spitze
Die Realisierung der österreichischen IKT-Forschungsstrategie 2020 ist nur dann möglich, wenn alle verantwortlichen Ressorts sowie die Forschungseinrichtungen, Forschungsförderer und Unternehmen gemeinsam mit ForscherInnen an einem Strang ziehen. Bis zum Jahr 2020 wird eine Gesamtfinanzierung für IKT-F&E von mindestens 0,8% des BIP angestrebt. Der Unternehmensanteil soll dabei bei 83% liegen. Das entspricht einem Unternehmensanteil von etwa 3,3 Mrd. EUR und 650 Mio. EUR seitens der öffentlichen Hand. Innerhalb der nächsten fünf Jahre soll der öffentliche Finanzierungsanteil von derzeit 19% auf ca. 23% steigen, bis 2020 kann er dann wieder auf 17% zurückgehen.
„Damit aus der Vision auch Wirklichkeit wird, ist ein Bündel von Maßnahmen erforderlich“, fasst Ratsmitglied DI Reinhard Petschacher zusammen. „Die Internationalisierung unserer Stärkefelder speziell über die neuen EU-Plattformen, eine Forcierung von IKT-Gründungen und –Betriebsansiedelungen, die Verdoppelung des IKT-Budgetanteils an FWF-Projekten, und gebündelte Programme zur Forschungsförderung sind sinnvolle Maßnahmen, die wir messen und monitoren können. Dann wird Österreichs IKT-Forschungsintensität im Jahr 2020 unter den ersten drei EU25-Ländern und damit in der internationalen Spitzengruppe der kleineren IKT-Nationen liegen!“
Der Bericht steht auf der MONITOR-Homepage
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Dr. Eric Scherer ist Geschäftsführer des anbieterunabhängigen Beratungs- und Marktforschungsunternehmens i2s. Er gilt als einer der führenden ERP-Experten und ist Initiator der ERP-Zufriedenheitsstudie. 