Dies sind Schlussfolgerungen aus einer Studie, die Coleman Parkes im Auftrag von HP unter 1020 CIOs und Geschäftsbereichsleitern in 16 europäischen Ländern und Südafrika durchgeführt hat, 50 davon in Österreich.
Die größte Hürde bei der weiteren Verbesserung des Informations-Managements ist die mangelhafte Nutzung der vorhandenen Technologien. 70 % der österreichischen und 68 % der europäischen Entscheider bereitet es Probleme, die Anwender dazu zu motivieren, die Möglichkeiten von Business-Intelligence-Anwendungen, Kundendatenbanken oder Archivierungslösungen voll auszuschöpfen.
Mitarbeiter österreichischer Unternehmen nutzen im Schnitt nur 20,7 % der ihnen zur Verfügung stehenden Technologien für Informations-Management (gesamt: 21,3 %). Es folgen Hindernisse wie Duplizierung bestehender Daten (Ö: 48 %, gesamt: 36 %), schnelle Veränderung des Applikations-Angebots (Ö: 42 %, gesamt: 31 %) und Budgetallokation durch die Geschäftsleitung (Ö: 40 %, gesamt: 40 %).
Geschäftliches Potenzial unstrukturierter Daten wird unterschätzt
Überraschende Ergebnisse lieferte die Studie bei der Frage, wie niedrig die CIOs und Geschäftsbereichsleiter den Anteil der unstrukturierten Daten einschätzen. Dabei handelt es sich um Daten, die in Form von E-Mails, Ton- und Videodateien, Text- oder Präsentationsdokumenten vorliegen und damit besondere Anforderungen an die Speicherung und Auswertung stellen.
Befragt, welcher Anteil der Daten in ihrem Unternehmen in unstrukturierter Form vorliegt, gaben die Entscheider im Schnitt einen Wert von 25 % an, in Österreich 24 %. In der Regel geht man jedoch von einem deutlich höheren Anteil aus, in der Vergangenheit haben Studien spezialisierter Analystenhäuser Werte von 70 % oder mehr bei unstrukturierten Daten ausgewiesen.
Laut Karl Werner, Manager Software bei HP Österreich, ist diese Diskrepanz kennzeichnend für die Informations-Management-Strategie europäischer und insbesondere österreichischer Unternehmen: "Hierzulande wird das Ausmaß und das geschäftliche Potenzial der unstrukturierten Daten unterschätzt", so Werner. "In E-Mails, Textdokumenten und Präsentationen schlummern Informationen, die Unternehmen viel besser als bisher zur Erzielung von Wettbewerbsvorteilen nutzen könnten."
So ließen sich beispielsweise durch eine intelligente Verknüpfung von E-Mail-Systemen und Kundendatenbanken wertvolle Informationen für das Beschwerde-Management gewinnen. Laut Werner wird es daher eine Hauptaufgabe für das Informations-Management der nächsten Jahre sein, die maschinelle Auswertbarkeit unstrukturierter Daten Schritt für Schritt zu verbessern.
Management der Geschäftsinformationen deutlich verbessert
Befragt, wie das Management ihrer Geschäftsinformationen heute im Vergleich zu 1998 funktioniert, äußerten sich die CIOs und Geschäftsbereichsleiter positiv: Auf einer Skala von 1 (viel schlechter) bis 10 (viel besser) ergab sich im Schnitt ein Wert von 7,4. Bezüglich der durch Informations-Management erzielten Geschäfts- und Wettbewerbsvorteile gaben 87 % der österreichischen CIOs und Geschäftsbereichsleiter an, dass sie durch ihr Informations-Management die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit sowie Doppelarbeit verringern konnten.
86 % sahen Vorteile beim Kundenservice und 70 % in einer besseren Strukturierung von Daten für Geschäftszwecke. (Hierbei wurden nur diejenigen befragt, die den entsprechenden Geschäftsvorteil grundsätzlich mit dem Thema Informations-Management verknüpft hatten.)


7/2011
6/2011
5/2011


Christian Henner-Fehr schreibt als freier Autor für den MONITOR und arbeitet als Trainer und Berater in den Bereichen Projektmanagement und Kommunikation. Sein Interesse gilt dem Web 2.0 und den Einsatzmöglichkeiten von Social Media in Organisationen und Unternehmen. 