Schreiben war für Lax der rettende Weg zu sich selbst, die Worte seine Wegweiser dahin. Auf der griechischen Inselwelt fand er den geeigneten Ort, um seinem „Ich auf die Welt zu helfen“. Hier lebte er in mönchischer Einfachheit und widmete sich konzentriert dieser Lebensaufgabe. In lebenspraktischen Angelegenheiten wie Essen, Wohnen, Kleidung, Textauswahl für Veröffentlichungen, war Lax auf die Unterstützung anderer angewiesen. Er hatte viele Freunde - „es waren mindestens 3500 eindrucksvolle Leute“ - denen er sein Leben zu verdanken glaubte und die um ihn gewesen sind „wie Delphine, die einen zappelnden Seemann zum Strand schubsen.“ Sein Humor im Umgang mit existentiellen Problemen, seine Gelassenheit und generelle Nachsicht, scheinen es den Menschen leicht gemacht zu haben, einer dieser 3500 zu sein. Dementsprechend umfangreich war sein Briefverkehr. Unter seinem Tisch standen Säcke beschriftet mit „beantwortete Briefe“, „unbeantwortete Briefe“ und „dringende unbeantwortete Briefe“.
Erstmals wurden nun Auszüge aus seinen letzten Tagebuchaufzeichnungen übersetzt und gemeinsam mit Gedichten und Texten von ihm und über ihn in einem Lesebuch veröffentlicht.


1/2012
8/2011
7/2011


Christian Henner-Fehr schreibt als freier Autor für den MONITOR und arbeitet als Trainer und Berater in den Bereichen Projektmanagement und Kommunikation. Sein Interesse gilt dem Web 2.0 und den Einsatzmöglichkeiten von Social Media in Organisationen und Unternehmen. 