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Schatzsucher

Schätze im Buch und im Museum

Während sich im neuen Brockhaus Archäologie die Schätze zwischen zwei Buchdeckeln entfalten, kann man im Wiener Liechtenstein das spektakulärste Möbelstück in Privatbesitz bewundern.

Renate Maier-Gilly

Warum ist „Aalen“, eine Stadt in Baden-Würtemberg in Deutschland, das erste von 3800 Stichwörtern in einem Lexikon für Archäologie? Genau dort am Fuß der Schwäbischen Alb wurde das größte römische Reiterkastell zwischen Rhein und Donau ausgegraben. Einige Kilometer hinter dem Limes hat dieses Lager in den ersten drei nachchristlichen Jahrhunderten bestanden. Später entwickelte sich daraus eine römische Stadt.
Die letzte Eintragung im schwergewichtigen Archäologie-Brockhaus lautet „Zubialde“. Das ist der Name einer nordspanischen Höhle, die erst 1990 entdeckt wurde und in der sich Felsbilder aus dem Jungpaläolithikum (vor etwa 40 000 Jahren) finden. Unsere eiszeitlichen Ahnen begannen damals künstlerisch tätig zu werden. Diese spanischen Höhlenmalereien sind besonders wegen ihrer seltenen Darstellungen von Fischen, Mammuts und Nashörnern so bedeutsam.
So entfalten sich von A bis Z die Hochkulturen aller Epochen und Regionen in ihrer Vielfalt und Schönheit zwischen den ersten und letzten Buchseiten des neu erarbeiteten Nachschlagewerks. Zahlreiche Abbildungen und Fotos, Karten und Lagepläne, Infokästen, vertiefende Kurzbeiträge und Sonderartikel beispielsweise zu Architektur, Geldwirtschaft und Staatenbildung führen durch die Jahrtausende der erstaunlichen menschlichen Kultur.

Schätze im Palais Liechtenstein


Das Wiener Palais Liechtenstein wurde vor einigen Jahren aufwendig restauriert und beinhaltet neben wechselnden Ausstellungen auch besondere Kunst-Prunkstücke wie das Badminton-Cabinet. Dieses Möbelstück besteht aus wundervollen Steinschnittarbeiten (commessi di pietre dure), Ebenholz und vergoldeten Bronzen. Es ist das letzte herausragende Kunstwerk, das in Florenz zur Zeit der Medici in zwölfjähriger Arbeit (1720 bis 1732) entstand. Mit seinen fast vier Metern Höhe ist es auch das spektakulärste Möbelstück in Privatbesitz. Es wurde 1990 verkauft und in London zwei Jahre renoviert, bis es schließlich nach Wien kam. Das Buch „Das Badminton Cabinet“ gibt neben einer genauen Beschreibung des wertvollen Möbelstücks auch einen ausgezeichneten Einblick in die Kunst des Steinschnitts, der auch heute noch in Florenz ausgeübt wird.

Der Brockhaus: Archäologie. 2008

Liechtenstein Museum Wien: Das Badminton Cabinet. Prestel. 2007


 

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