Ein Fazit, auf das sich die vier Analysten für die Bereiche Handel, Banken/Investments, Versicherungen und Öffentlicher Sektor einigen konnten: Die Krise werde sich auf die einzelnen Industrien sehr unterschiedlich auswirken. Common Sense war, dass die Situation derzeit "extrem volatil" ist. Hung LeHong, Analyst für den Retail-Bereich, wusste von kuriosen Phänomenen zu berichten. Während die amerikanischen Konsumenten bei ihren Suchanfragen jetzt viel häufiger auf die Werbebuttons klicken als noch vor sechs Monaten, haben die Online-Verkaufer weniger Absatz. Die amerikanischen User betreiben demnach also eine Art "Window-Shopping", ohne konkretes Kaufinteresse im Internet.
Andrea DiMaio, Analyst für den Government-Bereich, traut sich die Ausgabenpolitik im öffentlichen Bereich noch nicht wirklich einzuschätzen, ist aber sicher, dass "einige neue Regulierungsmechanismen" auf die öffentliche Hand zukommen werden, die IT-seitig unterstützt und gesteuert werden müssten. Viele fordern vom Staat auch Auflagen im Hinblick auf Jobsicherung. "Wenn britische Banken Staatshilfe bekommen und dann nach Indien outsourcen, so heizt dass natürlich die ohnehin sensiblen Standortdiskussionen weiter an." Banken-Analyst David Furlonger sieht sich derzeit außer Stande, die zukünftige IT-Budgetsituation in den Finanzinstituten genau abzuschätzen. Investitionsbedarf sieht er vor allem im Onlinebanking-Bereich: "Da können sich die Finanzinstitute vom Online-Handel eine Portion abschneiden, was guten Kundenservice betrifft".
Radikale Maßnahmen für Banken
Wie sich Finanzinstitutionen – die derzeit Hauptbetroffenen der Krise – verhalten sollen, ist auch Gegenstand einer aktuellen "Gartner Says..."-Empfehlung, die im Rahmen des Symposiums in Cannes veröffentlicht wurde. Demnach haben Finanzinstitutionen die Wahl zwischen zwei radikalen Maßnahmen: Entweder müssen sie sich während des aktuellen wirtschaftlichen Abschwungs stark auf IT-Innovationen konzentrieren und radikale Veränderungen herbeiführen oder diese weitgehend aussetzen, um die Kosten gering zu halten und sich so in eine Art Hiberationsmodus zu versetzen.
"Unternehmen, die einen Mittelweg versuchen, laufen Gefahr, ihre IT Budgets für eine schrittweise Modernisierung mit geringem Ertrag zu verschwenden", warnte Gartner Researuch Vice President Alistair Newton in Cannes.
Der Online-Monitor wird Sie laufend weiter mit interessanten Neuigkeiten aus Cannes versorgen. Detaillierte Informationen zu Gartner unter www.gartner.com



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Dr. Manfred Wöhrl ist Geschäftsführer der R.I.C.S. EDV-GmbH (Research Institute for Computer Science, www.rics.at), spezialisiert auf Securitychecks und Security-Consulting. 