In den nächsten drei Jahren werden 3.800 Positionen in der IT nicht besetzt werden können. Das zeigt eine aktuelle von Microsoft beauftragte österreichische Studie des Metis Instituts. Ein Problem für den gesamten Wirtschaftsstandort Österreich: Jede einzelne fehlende IT-Fachkraft bewirkt rund 109.000 Euro weniger Wertschöpfung und eine Erhöhung des öffentlichen Defizits durch Steuerausfälle von etwa 47.000 Euro pro Jahr.
„Die Studie und unsere Beobachtungen belegen, dass wir in der österreichischen IT bereits jetzt enormen Personalbedarf haben. Das wird sich in den nächsten Jahren weiter verstärken. Denn trotz drohendem Wirtschaftsrückgang wird der IT-Markt weiter wachsen und damit die Anforderungen an die Qualifikation der Beschäftigten“, so der Obmann der Bundessparte Information und Consulting in der WKÖ, Hans-Jürgen Pollirer.
„Allein im Microsoft Partnerumfeld werden in den nächsten drei Jahren mehr als 1.000 zusätzliche Positionen unbesetzt bleiben, wenn keine weiteren IT-Fachkräfte ausgebildet werden. Zahlreiche IT-Projekte können bereits jetzt nicht umgesetzt werden, weil qualifizierte Mitarbeiter fehlen“, erklärt Markus Breyer, Mitglied der Geschäftsleitung bei Microsoft Österreich und verantwortlich für die Bereiche Klein- und Mittelbetriebe sowie Partnerbetreuung.
Eines der Hauptprobleme beim Fachkräftemangel ist die nicht passende Qualifikation der IT-Fachkräfte: 92% der offenen Positionen resultieren daraus, dass die gesuchten Qualifikationen mit den Profilen der Bewerber nicht übereinstimmen. Bei 50% der ausgeschriebenen Stellen fehlt es bereits jetzt an facheinschlägigen Bewerbungen.
1.000 neue IT-Fachkräfte in drei Jahren
Um dieser Situation entgegenzuwirken startet Microsoft mit November 2008 den Microsoft Karriere Campus. Es handelt sich dabei um ein Recruitment- und Ausbildungsprogramm, um Unternehmen bei der Suche nach qualifizierten Mitarbeitern zu unterstützen. Ziel ist es, dem heimischen IT-Arbeitsmarkt in den nächsten drei Jahren 1.000 zusätzliche qualifizierte Fachkräfte zuzuführen. Am Karriere Campus können alle Microsoft Partner teilnehmen; in Österreich sind das mehr als 5.000 Unternehmen aus dem IT-Bereich.
Die Initiative bietet den Microsoft Partnern folgende Vorteile: Zum Einen eine Plattform, über die IT-Fachkräfte rekrutiert werden können. Zum Anderen können bestehende und neue Mitarbeiter aktuelle Aus- und Weiterbildungsangebote über den Karriere Campus in Anspruch nehmen. Die Partner können potenziellen Bewerbern ihr Unternehmen vorstellen und offene Positionen ausschreiben.
Zum Start am 4. November 2008 sind bereits 13 Partner mit dabei. In den nächsten Wochen werden weitere folgen. Die technischen Aus- und Weiterbildungskurse werden von bestehenden Microsoft Gold Certified Partner für Learning Solutions BIT, Global Knowledge, ETC und MBS Training durchgeführt. In speziellen Modulen wird auch auf das Know-how der Microsoft Partner bzw. der Mitarbeiter von Microsoft selbst zurückgegriffen. Dafür werden am Karriere Campus maßgeschneiderte Trainings für die Themenfelder IT- und Business Consulting entwickelt (z.B. die Ausbildung zum SharePoint Business Consultant).
„Anders als bei allgemeinen Jobbörsen und Personalvermittlern ist beim Microsoft Karriere Campus das Fehlen einer fachlichen Qualifikation kein Knock-out Kriterium. Fehlendes fachliches Know-how kann mit den gezielten Ausbildungsangeboten beseitigt werden“, so Markus Breyer.
13 Ausbildungspfade
Im neuen Microsoft Karriere Campus stehen ab sofort dreizehn Ausbildungspfade für die wichtigsten IT Anwendungen zur Verfügung. Geboten werden Ausbildungen zum Thema Microsoft Office SharePoint Server, ERP und CRM (das Microsoft Dynamics Portfolio), .NET Development, SQL Server und Infrastruktur (Windows Server 2008, AD, Exchange, etc.). Die Ausbildungspfade werden entsprechend der Anforderungen der teilnehmenden Partner erstellt. Sie umfassen im Durchschnitt rund 25 Ausbildungstage. Die technischen Module werden mit einem Microsoft Examen abgeschlossen. Durch die Ablegung der Prüfung erhalten die Teilnehmer eine entsprechende Zertifizierung.
Ergänzend zu den technischen Inhalten werden die Teilnehmer beispielsweise auch in den Bereichen Management von IT-Projekten, Prozessmanagement für IT-Professionals, Vertrieb und Kommunikation, Umgang mit Kunden in der IT-Branche und in Betriebswirtschaftlichen Grundlagen für IT-Spezialisten geschult.



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8/2011
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Mag. Dominik Troger gehört seit 1992 zum MONITOR-Team. Er begann als News-Redakteur und betreute viele Jahre die MONITOR Weiterbildungsbeilage "Job Training". Seit dem Jahre 2000 war er als Chef vom Dienst tätig, mit Dezember 2009 übernahm er die Chefredaktion. 