4-11-2008 | Aus MONITOR 11/2008 Gedruckt am 31-10-2014 aus www.monitor.co.at/index.cfm/storyid/10880
Thema

Videoüberwachung

High-Tech Argusaugen

Das Wiener Start Up KiwiSecurity entwickelte eine innovative Software, die Video-Überwachungssysteme effizienter macht.

Das von Florian Matusek, Klemens Kraus, Stephan Sutor (v.l.) entwickelte intelligente Videoüberwachungssystem erkennt von der Norm abweichende Situationen, wie zum Beispiel den unbefugten Zutritt einer Person.

Dass dem menschlichen Auge so manches entgeht, ist bekannt. Etwas Übersehen oder Nichtsehen kann aber vor allem bei den Themen Sicherheit und Überwachung ins Auge gehen. Denn die (finanziellen) Schäden können enorm sein. Unternehmen, öffentliche Institutionen oder Private haben im Gegensatz zur Göttin Hera aus der griechischen Mythologie nicht die Möglichkeit, einen schlauen Riesen, nämlich Argus, der hundert Augen hatte, das Geschehen beobachten zu lassen.

Im High Tech-Zeitalter werfen längst zahlreiche Kameras ihre elektronischen Augen auf die Personen in ihrer Umgebung und zeichnen Videos auf. Nicht immer wird dieses Bildmaterial allerdings ausgewertet. Meist werden die Aufnahmen der Videokameras nach einigen Tagen sogar gelöscht und überspielt.

Genau diesen Unsicherheiten sowie der bislang schwierigen und zeitraubenden Auswertung dieser Videoaufnahmen will das Wiener High Tech-Unternehmen KiwiSecurity ein Ende bereiten. Die Idee und Kerntechnologie entstand im Zuge einer Diplomarbeit und geht auf das Studium der Gründer an der Technischen Universität Wien zurück. 2005 wurde die KiwiBlue Kraus, Matusek, Sutor OEG als Forschungsgesellschaft gegründet, noch bevor die Gründer Klemens Kraus, Florian Matusek, und Stephan Sutor ihr Studium abgeschlossen hatten.

"Wir wollen die Welt der Videoüberwachung revolutionieren", sagt Sutor, jetziger Geschäftsführer für Forschung und Entwicklung von der KiwiSecurity Software GmbH, wie sich das Unternehmen seit Beginn dieses Jahres nun nennt. "Durch das System von KiwiSecurity werden Kosten gespart, Fehler durch menschliches Versagen vermindert und die Sicherheit erhöht", erklärt Sutor, der gemeinsam mit Matusek und Kraus, das Unternehmen führt. Die Unternehmensanteile sind zu gleichen Teilen in den Händen des Gründerteams.

Elf Personen sind derzeit bei KiwiSecurity - der Name ist übrigens eine Wortkomposition für Künstliche Intelligenz Wien - tätig. Das notwendige Startkapital für ihr Vorhaben erhielt das Gründerteam von der Förderbank austriawirtschaftsservice (aws) mittels PreSeed und Seedfinancing sowie vom Inits Inkubator und der österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG). Gemeinsam entwickeln sie in Wien KiwiVision, wie sich KiwiSecurity's intelligente Videoüberwachungssoftware nennt.

Intelligente Kamera-Software

Tatsache ist, dass Sicherheit weltweit ein heißes Thema ist. Sutor: "Durch steigende Kriminalitätsraten wird der Bedarf an Sicherheit durch Videoüberwachung immer größer." Doch das Anbringen unzähliger Kameras ist - neben den finanziellen Aspekten - auch aus Sicherheitsgründen oft sinnlos: "Die Mengen an dabei entstehendem Videomaterial kann unmöglich noch sinnvoll von menschlichen Betrachtern ausgewertet werden. Unsere Plattform, KiwiVision, übernimmt genau diese Aufgabe, das automatische Auswerten des Videomaterials in Echtzeit, und präsentiert in Zusammenhang mit Videomanagementsystemen dem Sicherheitspersonal nur relevante Informationen. Damit wird die Sicherheit erheblich erhöht und gleichzeitig Personalkosten gesenkt."

Das System erkennt selbständig einen unbefugten Zutritt einer Person, einen zurückgelassenen Gegenstand oder auch eine ungewöhnliche Handlung einer Person. Die intelligente Software filtert diese Situationen aus den Aufnahmen in Echtzeit aus, bewertet sie als Abweichung vom Normalzustand und verständigt mit einfachen Alarmmeldungen einen Sicherheitsbeauftragten. Eingesetzt kann die Software beispielsweise neben öffentlichen Plätzen und Gebäuden wie Museen auch in überwachten Umfeldern von Flughäfen, Start- und Landepisten oder auch in Lagern, Tresorräumen oder in Privathäusern.

Für die Software KiwiVision wurde von den Gründern weltweit einzigartige Algorithmen entwickelt, die auf einer praktisch unzerstörbaren Systemarchitektur, dem "Nearly Indistructible Video Surveillance System", kurz NIVSS aufsetzt. "Im Gegensatz zu Konkurrenzprodukten ist KiwiVision zuverlässig, arbeitet in Echtzeit, ist auf tatsächliche Anwendungen der Kunden zugeschnitten und ist auf einer hocheffizienten, ausfallssicheren Systemarchitektur aufgebaut," sagt Sutor, der für das Wiener High Tech-Unternehmen noch genügend Wachstumschancen sieht: "Es gibt weltweit eine überschaubare Anzahl an Unternehmen die in einem ähnlichen Bereich tätig sind, da dieses Gebiet noch sehr jung und forschungslastig ist. Aufgrund des enormen benötigten Rechenaufwandes der Analysealgorithmen ist es erst in letzter Zeit möglich geworden, sinnvoll Echtzeitanalysen zu betreiben. Eine Konsolidierung ist noch lange nicht abzusehen, der Markt ist gerade erst im Aufschwung."

www.kiwi-security.com

austria wirtschaftsservice Förderprogramme

Die austria wirtschaftsservice (aws) als Spezialbank des Bundes für unternehmensbezogene Wirtschaftsförderung bietet ein spezielles Förderprogramm für Unternehmensgründungen im Hightech-Bereich mit den Modulen PreSeed und Seedfinancing. Die Kombination aus Finanzierungs- und Beratungsmaßnahmen unterstützt GründerInnen und JungunternehmerInnen dabei, aus Innovationen erfolgreiche, marktfähige Produkte und Dienstleistungen zu machen.

Mehr Infos unter: www.preseed.at bzw. www.seedfinancing.at


Diese Serie über erfolgreiche Hightech-Unternehmen aus Österreich widmet Ihnen die aws.

www.awsg.at

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