Newsfeed abonnieren
JobTraining

Blended IT Learning

More than Know-how on the Job

Lebenslange Weiterbildung, Konferenzen und Kursbesuche erhöhen den Marktwert eines Individuums. Leider passen die verfügbaren Ausbildungen selten genau auf die Situation eines bestimmten Unternehmens und lassen sich dadurch oft nicht in bare Münze umsetzen.

Daniel Liebhart, Norbert Zeller

Blended Learning ist jedoch auf das konkret notwendige Know-how abgestimmt, welches ein Unternehmen für die Lösung seiner operativen oder strategischen IT-Aufgaben benötigt und damit ein wichtiges Asset für das Unternehmen und den Auszubildenden. Außerdem erlaubt Blended Learning die gezielte Verbesserung der organisatorischen Wissensbasis einer Unternehmung durch ein strukturiertes und längerfristiges Vorgehen.

Know-how on the Job

Das Angebot an Weiterbildungen war noch nie so groß wie heute. Eine Vielzahl von Kursanbietern und fast alle Universitäten und Hochschulen bieten Kurse und Zusatzausbildungen an. Die schnelle technologische Entwicklung in unserer Branche erhöht den Druck auf das Individuum sich ständig neues Know-how anzueignen.

Jedes Unternehmen braucht IT-Fachkräfte mit solidem technologischem Know-how und einem vernünftigen Grad an branchenspezifischem Wissen. Das technologische Wissen darf sich nicht auf die neusten Hype-Themen beschränken. Es soll vielmehr auf die im Betrieb verwendeten Technologien abgestimmt sein. Zudem sind für ein Unternehmen auch die Beherrschung der Grundlagen des System-Engineerings und System-Managements sowie ein solides IT-Basiswissen wichtig, da zunehmend Quereinsteiger in der Informatik tätig sind.

Sich widersprechende Bedürfnisse

Die einzelnen Mitarbeitenden interessieren sich für die neuesten Technologien oder für die Erweiterung ihres Wissenshorizonts. Sie möchten Neues kennen lernen oder mit einer Zusatzausbildung ihrer Karriere neuen Schub geben. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Gelernte auch im Job umgesetzt werden kann, ist relativ klein.

Dem gegenüber braucht ein Unternehmen ein Team von Mitarbeitenden, um die vorhandenen Informationssysteme effizient zu betreiben und auf deren Basis Erweiterungen und Neuerungen umzusetzen, die der Produktivität dienen. Da ist nicht in jedem Fall das neueste und aktuellste Know-how gefragt. Verschärft wird dieser Interessenkonflikt durch den herrschenden Fachkräftemangel, die Fluktuation qualifizierter Mitarbeiter und die historisch bedingte Sicht auf das einzelne Stellenprofil statt auf das betrieblich notwendige Know-how eines Teams oder einer Abteilung. Dies verhindert die Weiterbildung ganzer Teams.

Das Phasenmodell von Blended Learning sieht im Minimum vier Phasen vor. Die Analyse kombiniert unternehmerische Bedürfnisse mit dem individuellen Weiterbildungsbedarf. Resultat dieser Phase ist die Festlegung der genauen Weiterbildungsmaßnahmen in den nachfolgenden Phasen (Weiterbildung, Vertiefung und Anwendung). Zentrales Element des Vorgehens ist die Anwendung des Gelernten im Rahmen eines unternehmensrelevanten Projektes. Nur so kann garantiert werden, dass das Wissen auch Bestandteil des betrieblichen Know-hows wird. Blended Learning lohnt sich nur für Teams oder für ganze Abteilungen. Und - besonders wichtig - es berücksichtigt den tatsächlichen Stand des Know-hows der Mitarbeiter. So können Löcher im Grundwissen gezielt behoben werden.

Blended Learning

Blended Learning bietet einen strukturierten Ansatz zur gezielten Aus- und Weiterbildung ganzer Teams an. Blended Learning ist weit mehr als die bloße Kombination von Präsenzveranstaltungen und E-Learning. Es bedeutet eine Abstimmung individueller und unternehmerischer Bedürfnisse. Ziel von Blended Learning ist ein Know-how-Engineering für den Einzelnen, das Team und das Unternehmen. Die Weiterbildung wird mit den Bedürfnissen eines Unternehmens kombiniert. Damit erhöht sich für den Einzelnen die Wahrscheinlichkeit, dass das Gelernte auch umgesetzt werden kann. Und für das Unternehmen wird die Weiterbildung zum integrierten Bestandteil der IT-Strategie.

Daniel Liebhart ist Dozent für Informatik an der Hochschule für Technik in Zürich und Solution Manager der Trivadis AG. Er ist Mitglied des SOA-Expertenrates und Autor des Buches „SOA goes real“ (Hanser Verlag).

Blended Learning basiert auf einem Phasenmodell. In einer ersten Analysephase werden die Bedürfnisse des Unternehmens und diejenigen des einzelnen Mitarbeitenden sowie der Wissenstand der Betroffenen aufgenommen. Daraus werden die notwendigen Weiterbildungsmaßnahmen abgeleitet, die in den nachfolgenden Phasen umgesetzt werden. Minimal sind drei Schritte vorzusehen, die Basisausbildung, die Wissensvertiefung und die Anwendung in der Praxis. Die Basisausbildung soll Technologiewissen und fehlendes Grundwissen vermitteln, während die Wissensvertiefung Spezialwissen und anzuwendende Techniken schult. Die Anwendung in der Praxis garantiert, dass das Gelernte im Unternehmen umgesetzt wird.

Blended Learning wird als Projekt umgesetzt und ist niemals nur auf einen einzelnen Mitarbeitenden ausgerichtet. Es erlaubt damit neben der Verbesserung des Marktwertes eines Individuums die Verbesserung des IT-Know-hows eines Unternehmens und damit die Erhöhung der durchschnittlichen Qualität der betrieblichen Informationssysteme.

Corporate Blended Learning

Norbert Zeller ist Solution Manager für Training der Trivadis AG. Er ist Mitglied des IPSB e.V. (International Performance Standards Board for Education Services Organizations)

Corporate Blended Learning ist ein Instrument, die Weiterbildung auf die IT-Strategie, die vorhandenen Systeme und die Zielarchitektur abzustimmen. In diesem Fall werden alle Abteilungen des Unternehmens als Ganzes betrachtet und analysiert, um den Bedarf an zusätzlichem Know-how im Hinblick auf laufende und zukünftige IT-Vorhaben festzustellen.

Basierend auf der IT-Strategie wird eine IT-Knowledge-Architektur abgeleitet, welche den grundlegenden Aufbau und die Verteilung des notwendigen Know-hows beschreibt und die notwendigen Messgrößen sowie den Kostenrahmen für die Aus- und Weiterbildung des gesamten IT-Personals festlegt. Die IT-Aus- und Weiterbildung ist dann nichts anderes als ein Abgleich des bestehenden Know-hows der IT-Organisation mit den Vorgaben der IT-Knowledge-Architektur und die Bereitstellung eines auf das Unternehmen abgestimmten Aus- und Weiterbildungsangebots. Dies erfolgt schrittweise in einzelnen Blended Learning-Projekten. Das Controlling der Weiterbildung erfolgt auf Unternehmensebene in einem Corporate Knowledge Cockpit.

weitersagen: drucken
Print-Archiv
Folgen Sie uns
Termine

14. Februar

AIRO Tower, 1010 Wien

Vmware KMU-Roadshow 2012

16. Februar

All seasons Hotel, 4020 Linz

Vmware KMU-Roadshow 2012

21. Februar

Hotel Salzburg West, 5073 Salzburg-Wals

Vmware KMU-Roadshow 2012

22. Februar

Hotel Grauer Bär, 6020 Innsbruck

Vmware KMU-Roadshow 2012

28. Februar

Hotel Mercure Graz Messe, 8010 Graz

Vmware KMU-Roadshow 2012

1. März

Wirtschaftskammer Österreich

E-Day 2012

6. März - 10. März

Hannover

CeBIT 2012

Leser empfehlen
MONITOR-Newsletter

Abonnieren Sie unseren Newsletter!

E-Mail:
Die von Ihnen angegebene E-Mail Adresse wird von MONITOR Online weder an Dritte weitergegeben noch zu anderen Zwecken verwendet.
MONITOR-Autoren
Alexander Hackl

Alexander Hackl ist freier Journalist in Wien. Er ist Absolvent des Master- Programms „Qualitätsjournalismus“ an der Donau-Universität Krems und spezialisiert auf Technologiethemen. Seit drei Jahren ist er als Autor für den MONITOR und das Wirtschaftsmagazin FORMAT tätig. Das Hauptaugenmerk in seiner Arbeit liegt auf Informations- technologie im Kontext gesellschaftlich-wirtschaftlicher Zusammenhänge. ..mehr..

Die neuesten Artikel:

© Copyright 1983-2012 by MONITOR / Bohmann Druck und Verlag Gesellschaft m.b.H. & Co. KG (www.bohmann.at)

Add to Google  | Abo | Themenvorschau | Mediadaten | Inserate buchen | Kontakt | Impressum