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SOA

Geschäftsprozessmodellierung

Flexibel agieren mit modellierten Business Rules

Im Hype der serviceorientierten Architekturen (SOA) sind nun Geschäftsregeln - auch Business Rules genannt - in aller Munde. Warum beschäftigen sich Unternehmen mit Geschäftsregeln und wie hängen diese mit der Beschreibung von Geschäftsprozessen zusammen? Indem Sie Geschäftsprozesse und Geschäftsregeln strikt trennen, bewältigen Sie Änderungen von Geschäftsregeln erfolgreich.

Maria Deeg

Prozess getrennt von Regeln

Bei vielen Geschäftsprozessen müssen sich die Mitarbeiter an Vorgaben halten. Über eine Vielzahl an Regeln wird gesteuert, wie der Geschäftsprozess abläuft. Beispielsweise ist durch den Gesetzgeber geregelt, wann und wieviel Mehrwertsteuer gezahlt werden muss. Die IT-Anwendungen sind in vielen Unternehmen auf die Prozesse und Regeln abgestimmt, damit eine höhere Prozessqualität erreicht wird.

Wird eine Geschäftsregel geändert - sei es durch die Unternehmensleitung oder durch den Gesetzgeber - geht in vielen Unternehmen das fieberhafte Suchen los, welche Prozesse und Anwendungen betroffen und wo Änderungen umzusetzen sind. Oft entsteht aus einer scheinbar kleinen Gesetzesänderung ein großes Umsetzungsprojekt. Teilweise können die Änderungen nicht rechtzeitig korrekt und vollständig implementiert werden, so dass Fehler entstehen.

Die Lösung ist eine strikte Trennung von Prozesslogik (z.B.: Wenn etwas mehrwertsteuerpflichtig ist, dann muss ...) und Entscheidungslogik (z.B.: Welcher Umsatz ist mehrwertsteuerpflichtig und wie hoch ist die Mehrwertsteuer?). Im Geschäftsprozessmodell werden die Geschäftsregeln getrennt vom Prozess beschrieben. Im Prozess wird jeweils nur auf die Regeln verwiesen. Änderungen werden an einer einzigen Stelle durchgeführt und sind an allen relevanten Stellen sofort verfügbar.

Prozess mit Verweis auf Regeln

Geschäftsregeln beschreiben

Im Detail wird in einem Prozess, dessen Ablauf durch eine Regel gesteuert werden soll, die Ablaufvariante modelliert. D. h. es werden die verschiedenen möglichen Pfade, die der Prozess durchlaufen soll, beschrieben. Beispielsweise wird ein Pfad mit Addition der Mehrwertsteuer beschrieben und einer ohne - für die Fälle, in denen keine Mehrwertsteuer anfällt.

An der Verzweigungsstelle wird die Bedingung lediglich abstrakt modelliert, in diesem Fall heißt die Bedingung "Umsatz ist mehrwertsteuerpflichtig". Die komplexe Regel, wann ein Umsatz mehrwertsteuerpflichtig ist, wird separat in der Regel definiert. Ebenso wird die Regel, wie die Höhe der Mehrwertsteuer berechnet wird, in einer eigenen Regel definiert.

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Mag. Christoph Weiss

Mag. Christoph Weiss, i2s consulting, Leiter Büro Österreich: Magister und Textil-Fachingenieur. Führungserfahrung als IT-Leiter im Bereich technischer Grosshandel. Mehrfach Linien- verantwortlicher für ERP-Einführungen. Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Technikum Wien. Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft für Datenverarbeitung (ADV) ..mehr..

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