Wie schätzen Sie den ERP-Markt in Österreich derzeit ein?
Die Markteinschätzung, sowohl aktuell als auch mittelfristig, ist durchaus positiv. Wir müssen uns vor Augen halten, dass viele Unternehmen im Zuge des Jahrtausendwechsels ihre ERP-Systeme abgelöst haben. Legt man die Lebensdauer einer ERP-Installation zugrunde (zwischen acht und zehn Jahren), so ergibt sich zwangsläufig, dass in den nächsten Jahren wieder eine Ablöse bevorsteht, wenn auch nicht im selben Umfang.
Als zweiten Treiber für einen positiven Markt sehe ich die technologische Entwicklung. Technologie an und für sich löst keine Probleme, aber Business Applikationen, basierend auf modernen Technologien, hilft dabei, kostengünstig, effizient und zuverlässig beispielsweise Kunden und Lieferanten in die eigene ERP-Landschaft zu integrieren.
Gut aufgestellt am Markt wird aber letztendlich nur der Anbieter sein, der eine Kombination aus modernster Technologie, betriebswirtschaftlicher Tiefe und Verständnis für die Aufgabenstellungen der Kunden hat, und da sind wir von sage bäurer mit unseren über 25 Jahren Erfahrung und unserem aktuellen Release bäurer industry und bäurer trade 6.1 optimal aufgestellt.
Haben Sie sich die Erwartungen nach der vor zwei Jahren erfolgten Übernahme von bäurer durch sage erfüllt?
Durchaus. Für die Sage sind wir die logische und strategische Ergänzung für den gehobenen Mittelstand. Damit kann ich als sage bäurer Kunden und Unternehmen, die den klassischen Sage-Produkten auf Grund gestiegener Anforderungen entwachsen, eine echte Alternative bieten und kann somit den Kunden innerhalb der Sage-Gruppe halten.
Darüber hinaus habe ich direkten Zugriff auf zusätzliche Lösungen innerhalb der Sage-Gruppe, um die Kunden als ganzheitlicher Lösungsanbieter zu unterstützen und ihnen ein umfassendes Produktportfolio anbieten zu können.
Organisatorisch, und das ist mir wichtig zu betonen, sind wir nach wie vor der Mittelstandsanbieter auf Augenhöhe mit dem Kunden geblieben. Dieses Credo war in der Vergangenheit wichtig, und wird auch in Zukunft wichtig bleiben.
Wo sehen Sie ihre Stärken gegenüber dem Mitbewerb?
Unsere Stärken beruhen ganz eindeutig in der Fokussierung auf bestimmte Branchen, nämlich Apparatebau, Maschinen- und Anlagenbau, Kunststoff-Fertigung sowie technischen Handel. In diesen Branchen sprechen wir die Sprache der Kunden, überzeugen durch Kompetenz und auch eine entsprechende Lösung. Darüber hinaus geben wir unseren Kunden die Freiheit der Wahl und beschränken sie nicht auf bestimmte Systeme oder Umgebungen.
Wieviele Kunden haben Sie in Österreich?
In der Gruppe betreuen wir zurzeit etwa 1.200 Kunden, davon sind etwa 70 Kunden in Österreich angesiedelt.
Können Sie ein, zwei beispielhafte Referenzen mit ganz kurzer Projektbeschreibung nennen?
Auto-Z, ein Unternehmen der Porsche-Holding, hat eine markterprobte, speziell auf den technischen Handel zugeschnittene Lösung gesucht. Anforderungen seitens Auto Z war die Notwendigkeit, schnell und flexibel auf sich ständig ändernde Marktanforderungen reagieren zu können. Der hohe funktionale Deckungsgrad von bäurer trade sowie das Preis-Leistungsverhältnis hatten letztendlich den Ausschlag für sage bäurer gegeben.
Ein anderes Beispiel ist http Plastics, einer der führenden Hersteller von Kunststoff-Spritzguss. Gesucht wurde eine flexible und skalierbare Lösung, die das Wachstum von HTP Plastics auch in der Zukunft unterstützen konnte. Ausschlaggebend für die Entscheidung für sage bäurer waren die Branchenkompetenz, flexible Prozessdefinitionen sowie das Support-Konzept.




1/2012
8/2011
7/2011


Mag. Carl-Markus Piswanger, MAS ist freier Journalist, Projektberater und hauptberuflich IT-Architekt. Er ist ausgebildeter Versicherungskaufmann, studierter Historiker und postgradualer E-Government-Experte. Er war beim ISP Netway, der Österreichischen Post und der Seibersdorf Research beschäftigt und seit 2004 als IT-Architekt im Bundesrechenzentrum. Der Wiener ist glücklich nicht verheiratet und hat einen Sohn. 