Dem erfolgreichen Firmenmotto verbunden wurde auch die Evaluierung und Investition in ein neues ERP-System betrieben. Das Ziel war es, solange wie möglich mit der neuen ERP-Lösung zu arbeiten. Hierzu galt es, das richtige Produkt samt passendem Partner zu finden. Hintergrund der Suche nach einem neuen ERP-System war die Tatsache eines alten, auf Grund der extremen Individualisierungen nicht mehr updatefähiges Systems und der Wunsch nach dem Abbau von personen- und firmenbezogenen Abhängigkeiten.
Einige für die Anforderungen von Henelit geeignet erscheinende ERP-Anbieter wurden bereits 1,5 Jahre vor der geplanten Implementierung kontaktiert. Den für die Präsentation ihrer Lösungen eingeladenen Anbietern wurden von vornherein Aufgaben ähnlich einem Projektworkshop gestellt. Diese Aufgaben bildeten einerseits Muss-Kriterien von Henelit ab, die andererseits auch die Bewertung der einzelnen Systeme erleichtern sollten. Insbesondere ging es um die Rezepturverwaltung und Darstellung einer für die Branche zwingend erforderlichen Gefahrengutdatei. Referenzbesuche insbesondere in der Prozessindustrie schlossen die Evaluierungsphase Mitte 2003 ab, aus der Nittmann&Pekoll mit dem ERP-Komplettsystem abas-ERP als bevorzugter Implementierungspartner hervorging. ABAS und N&P setzte sich - trotz branchenspezifischer Anforderungen - als Standard-ERP-Lösung gegen eine Branchenlösung durch.
Den Ausschlag für abas-ERP gaben mehrere Aspekte:
- ein voll integriertes ERP-System, d. h. inkl. eigener Finanzbuchhaltung und Kostenrechnung,
- die gegebene Chargenrückverfolgung (Farben und Lacke sind chemische Produkte mit sensitiven Inhaltsstoffen, die speziellen Verordnungen und Vorschriften unterliegen),
- die gezeigte Abbildung von Rezepturvarianten (jede neue Farbmischung wird im ERP-System abgebildet und verbleibt für Vergleiche abgespeichert),
- die Lösung für die Einbindung der österreichischen Vertriebsniederlassungen mit einem eigens gestaltetem POS-System (P. Kalsberger: "Ein POS-System wie in einem Supermarkt hätte uns nichts genützt."),
- die Aussicht, im Laufe der Optimierung des ERP-Systems Individualisierungen und Prozessoptimierungen über die über allen Modulen liegende "Flexible Oberfläche" zukünftig und zu jedem Zeitpunkt selbst gestalten zu können.
Alle für den Echtbetrieb im Rahmen des Einführungskonzepts von Nittmann & Pekoll vereinbarten wesentliche Anpassungen wurden installiert. Die Schulung der Key User und Endanwender verlief erfolgreich.
Nach der Ausstattung der Außenstellen (Geschäfte und Niederlassungen) mit Hardware von IBM wurde mit 1.1.2004 der Echtbetrieb mit abas-ERP mit allen Funktionen an allen Standorten nach nur sechs Monaten Projektdauer aufgenommen.
Es konnten trotz einiger kurzfristig hinzu gekommener nachträglich anzupassender Funktionalitäten die Planvorgaben praktisch in allen Bereichen eingehalten werden. In der ersten Optimierungsphase wurden die Administratoren von Henelit in der "Flexiblen Oberflächenprogrammierung" und im Umgang mit dem Report- und Formulargenerator von ABAS geschult.
Heute, im fünften Jahr nach der Implementierung von abas-ERP sagt Herr Peter Kalsberger, IT-Leiter bei Henelit: "Ich bin heute mehr denn je überzeugt davon, dass wir 2003 mit abas-ERP die richtige Entscheidung getroffen haben. Die Flexibilität in Bezug auf individuelle Anpassungen der Masken und über beispielsweise die in keinem anderen ERP-System enthaltenen Zusatzdateien ist einzigartig. Trotz aller Flexibilität bleibt das gesamte System voll updatefähig."




1/2012
8/2011
7/2011


Alexander Hackl ist freier Journalist in Wien. Er ist Absolvent des Master- Programms „Qualitätsjournalismus“ an der Donau-Universität Krems und spezialisiert auf Technologiethemen. Seit drei Jahren ist er als Autor für den MONITOR und das Wirtschaftsmagazin FORMAT tätig. Das Hauptaugenmerk in seiner Arbeit liegt auf Informations- technologie im Kontext gesellschaftlich-wirtschaftlicher Zusammenhänge. 