Umrahmt von Informationen aus dem Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit) als Programmausrichter und der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG als Programmabwickler präsentierten drei internationale Keynote-Vorträge aktuelle Forschungsthemen zu den beiden neuen Ausschreibungen für geförderte Forschungsprojekte.
Wolfgang Schneider, stellvertretender Leiter des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie (SIT) in Darmstadt, spannte zunächst einen weiten Bogen über aktuelle Forschungsprojekte in der angewandten IT-Sicherheits-Forschung. Er wies darauf hin, dass das Thema in Deutschland hohe politische Priorität genießt. Dementsprechend werde für die nächsten Jahre eine Verdoppelung der Institutsgröße des SIT auf 300-400 Forscherinnen und Forscher angepeilt. Zentrales Thema der vielfältigen Forschungsprojekte ist es, die richtige Balance von Sicherheit, Kosten und nicht zuletzt Bedienbarkeit der entwickelten Lösungen in verschiedensten Bereichen zu gewährleisten.
Der Schweizer Raffael Marty, Chief Security Strategist des kalifornischen Unternehmens Splunk und Buchautor zu Fragen der Sicherheits-Visualisierung, schaffte die inhaltliche Klammer zwischen den beiden Ausschreibungsthemen IT-Sicherheit und Visual Computing. Um die Analyse von sicherheitsrelevanten Logfile-Daten großer Unternehmen durch geeignete Visualisierungen und Visualisierungswerkzeuge zu erleichtern, ist die Zusammenarbeit von Spezialisten beider Forschungsrichtungen erforderlich, ebenso wie eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Forschungseinrichtungen - ganz im Sinn des kooperativen Forschungsprogramms FIT-IT.
3D-Autos aus dem Handy am Schreibtisch
Oliver Bimber von der Universität Weimar präsentierte schließlich einen Vortrag zum Thema "Visual Computing for and with Projectors". Ausgehend von Arbeiten an Videoprojektoren, die durch visuelle Analyse und Anpassung des Bildinhalts an beliebige Hintergründe - etwa Natursteinwände - große Leinwände überflüssig machen, zeigte er Forschungsperspektiven für die nächsten Jahre. Dabei geht es einerseits um Mobiltelefone, die als flexibles Projektionsgerät verwendet werden, und andererseits um die Verschränkung realer Gegenstände und Projektionsflächen mit projizierten Bildinhalten. So fahren dann aus dem Handy projizierte 3D-Autos Rennen rund um die Gegenstände auf der Schreibtischplatte, inklusive vorgespiegelter Beschädigungen der Arbeitsunterlagen bei Zusammenstößen zwischen realer und virtueller Welt. Womit sich dann ja wieder Fragen der IT-Sicherheit stellen.




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Lothar Lochmaier studierte nach einer Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann Sozial-und Wirtschaftsgeschichte sowie Politikwissenschaft in München, Madrid und Berlin. Heute arbeitet er als freiberuflicher Fach- und Wirtschaftsjournalist für diverse Print- und Online-Medien. Seine Schwerpunkte sind die Bereiche Informationstechnologie, Energiefragen und Managementthemen. 