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Thema: Telekom & Internet

Telekom-Markt

Die Telekom-Schlacht geht munter weiter

Noch viele lokale Anbieter

„Wir sehen einen klaren Trend zu VoIP, der auch noch weiter anhalten wird.“ - Erich Mooshammer, Tele2

In punkto Festnetz-Internet-Anbindung, hat der AIM Business erhoben, liegt die Telekom Austria mit einem Marktanteil von 50% unangefochten an der Spitze, gefolgt von inode (12%) und Tele2 (9%). Aber der Markt ist auch nach wie vor von lokalen "Platzhirschen", geprägt, fast jedes fünfte Unternehmen vertraut einem "anderen Anbieter". Etwa der Kärntner Happynet, die Internet-Zugang und Festnetztelefonie, speziell für KMUs, anbietet. Happynet baut dabei auf die Partnerschaft zu klingenden Größen wie Microsoft, Cisco, HP und T-Mobile (mobiles Internet). "Die Tendenz geht immer mehr in Richtung Voice over IP und Mobilität", berichtet Happynet-Geschäftsführer Harald Kriener.

Outlook Voice Access (Sprachsteuerungsintegration), Elektronische Workflows, Suchen und Finden im Netzwerk sowie Virtualisierung und Netzwerkmanagement nennt Kriener als Arbeitsschwerpunkte für den Herbst. Aber auch Anbieter wie etwa net4you (Paketangebote für Internet und VoIP), die Hostprofis (Internet, Hosting), beide aus Kärnten, oder liwest (stark im Soho Bereich in OÖ) profitieren vom allgemeinen Breitband- und IT-Aufrüstungsboom der Unternehmer, die immer mehr auch auf gute Diensleistungen angewiesen sind. "Consulting ist für den KMU-Bereich wichtig, bei uns können sie sich die notwendige Beratung auch leisten", betont Net4you-Geschäftsführer Martin Zandonella. "VPN- und VoiP-Lösungen werden zurzeit stark nachgefragt." Es mangelt aber noch an Bewusstsein, welche Vorteile und Einsparungen eine optimale Kombination von VoIP-Systemen mit Mobilfunk mit sich bringt", sagt Zandonella.

Hohes KMU-Niveau

„KMUs wünschen sich die volle Kosten-Kontrolle und achten stark auf ein gutes Preis-Leistungsverhältnis.“ Tina Reisenbichler, T-Mobile

Der Marktführer im Festnetz-Bereich, die Telekom Austria, setzt im Moment auf eine Business-Image-Kampagne. "Unser Ziel sind Gesamtlösungen mit einem massiven Fokus auf Service und Qualität", betont Claudia Winkler, Produktmarketing-Leiterin für den Retail-Bereich. Die Telekom Austria bedient dabei Kunden aller Größenordnungen. Für Großunternehmen werden individuelle "IT-Solutions" realisiert. Für KMUs gibt es diverse "Produkt-Bündel".

"Wir sehen aber auch am KMU-Markt bereits ein sehr hohes Niveau, und keinesfalls ein Stadt-Land-Gefälle", berichtet Winkler. Allerdings nutzen noch sehr viele der Kleinstunternehmen Privatprodukte. Wie groß die Bandbreite ist, zeigen drei große Projekte der TA aus jüngster Vergangenheit: So wurde für die im Medienbusiness tätige Moser Holding (Tiroler Tageszeitung, Bezirksblätter), eine elektronische Archivierungslösung für E-Mails, Dokumente und Verträge, entwickelt. Für die österreichischen Lotterien realisierte die TA eine Vernetzungslösung für die 4.000 Online-Terminals. Für Admiral Sportwetten wurde von der TA eine All-IP-fähige Infrastruktur geschaffen. Deutlich spürbar ist, dass die Telekom Austria auch nach Möglichkeiten sucht, das rückgängige Festnetz-Geschäft zu kompensieren: Seit Juli werden in Kooperation mit Microsoft etwa ERP- und CRM-Lösungen für KMUs angeboten.

Fokus: Produkt-Kombis

„Wir sehen am KMU-Markt bereits ein sehr hohes Niveau und keinesfalls ein Stadt-Land-Gefälle.“ - Claudia Winkler, TA

UPC spielt unter der Marke inode seine Stärke in Internet, Telefonie und Kabel-Lösungen aus. Auffallend ist, dass sehr strikt nach der Unternehmensgröße klar strukturierte Angebote vorliegen. Es beginnt bei "Small Office Solutions" und reicht bis hin zu "Coporate Solutions" für Großkunden. Der klare Fokus liegt auf Produkt-Kombis, im KMU-Bereich "Web&Phone" genannt. Ende Juli hat inode drei neue Business-Telefontarife eingeführt. Ziel ist es, die Komplettpakete für KMUs noch mehr an die potentielle Zielgruppe zu verkaufen. "Auf der anderen Seite wollen wir im Telefonanlagebereich bei größeren KMUs bis zu 50 Mitarbeiter noch deutlich zulegen, da werden wir im kommenden Jahr vollkommen neue Funktionen mit hoch mehr Nutzen für die Unternehmen präsentieren", verspricht Thomas Helfert, Leiter Business Solutions bei UPC.

Verloren im Vergleich zum Vorjahr hat Tele2, das zudem mit Imageproblemen zu kämpfen hat. Die Intention der Schweden, die österreichische Tele2-Tochter zu verkaufen, ging quer durch die Medien. Tele2 ist jetzt hinter UPC auf Platz drei der Festnetzanbieter gelandet. Anfang September hat Tele2 seine neue Business-Kampagne unter dem Titel "Tele2 Business ist gut für´s Geschäft" gelauncht. "Wir verzichten dabei auf alle technischen Beschreibungen und setzen auf einfache, verständliche Botschaften", erklärt Erich Mooshammer, Business-Leiter bei Tele2, die Strategie.

„VPN- und VoIP- Lösungen werden zurzeit stark nachgefragt.“ - Martin Zandonella, Net4You

Beim umfassenden Produktportfolio für Internet und Telefonie "arbeiten wir an der Erweiterung der Features", verspricht Mooshammer noch mehr Nutzen im Herbst. Auch bei Tele2 wird die Bündel-Strategie - wie beim Mitbewerb - gefahren. "Wir sehen einen klaren Trend zu VoIP, der auch noch weiter anhalten wird", freut sich Mooshammer. Hier bietet Tele2 seine "Office Phone IP"-Lösung recht erfolgreich an.

Orange in den Startlöchern

One - seit 22. September auf "Orange" umgestellt - bringt den Markt in Bewegung. Während mit "Hallo Europa" bereits die neuen Privat-Tarife auf den Markt geworfen wurden, wird im Business-Bereich noch abgewartet. "Wir werden Anfang 2009 unsere neue Business-Initiative vorstellen", sagte Orange-Österreich-Chef Michael Krammer auf der Pressekonferenz anlässlich der Markenumstellung. Seit Ende August hat Orange auch den Blackberry im Angebot, "durch die Zugehörigkeit zur Orange-Familie erwarten wir einen Push für unser Business-Segment", so Krammer.

„Wir wollen noch 2008 die Marktführerschaft bei mobilem Breitband auf den Geschäfts-kundenbereich ausweiten.“ - Berthold Thoma, 3

Marktführer mobilkom (knapp zwei Drittel aller Businesskunden) gibt sich sehr selbstbewusst und will durch Innovationsführerschaft weiter punkten. "Wir bieten als erster Mobilfunkanbieter weltweit eine Sicherheitslösung fürs Internet", sagt Hannes Ametsreiter, Marketingvorstand der mobilkom. "Im Business-Bereich sind verstärkt mobile Gesamtlösungen gefragt, immer mehr Kunden erkennen die Vorteile der nahtlosen Integration von mobilen Prozessen in den Arbeitsalltag", betont Ametsreiter.

T-Mobile will im KMU-Bereich mit dem neuen Teamplay-Tarif punkten (Fixpreis), denn "KMU wünschen sich die volle Kosten-Kontrolle und achten stark auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis", weiß Tina Reisenbichler, Geschäftsleiterin Sales und Service bei T-Mobile, die sich über ein schönes Kundenplus freut: "2007 haben wir 12.000 neue Unternehmen als Kunden gewonnen", so Reisenbichler.

Der Zwerg unter den Business-Anbietern, "3", setzt voll auf mobiles Breitband. "Wir wollen noch 2008 die Marktführerschaft bei mobilem Breitband auf den Geschäftskundenbereich ausweiten", gibt sich 3-CEO Berthold Thoma kämpferisch. 2009 soll dann eine klare Positionierung als 3G-Marktführer im mittelständischen Unternehmensbereich folgen.

Die Anbieter in alphabetischer Reihenfolge

www.drei.at 0800 30 30 80

www.happynet.at 0463/2080-0

www.hostprofis.at 04242/222 350

www.inode.at 059 999-4500 (Mo-So, 7-22 Uhr)

www.liwest.at 0732/94 24 24

www.mobilkom.at 0800 664 664

www.net4you.at 04242/5005-100

www.orange.at 0800 699 999

www.silverserver.at 059 944

www.telekom.at oder www.kmu.telekom.at 0800 100 800

www.tele2.at 0800 800 882

www.t-mobile.at 0676/20 333 (kostenlos, 24 Stunden)

weitere Anbieter: siehe www.ispa.at

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MONITOR-Autoren
Mag. Carl-Markus Piswanger

Mag. Carl-Markus Piswanger, MAS ist freier Journalist, Projektberater und hauptberuflich IT-Architekt. Er ist ausgebildeter Versicherungskaufmann, studierter Historiker und postgradualer E-Government-Experte. Er war beim ISP Netway, der Österreichischen Post und der Seibersdorf Research beschäftigt und seit 2004 als IT-Architekt im Bundesrechenzentrum. Der Wiener ist glücklich nicht verheiratet und hat einen Sohn. ..mehr..

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