Die Modernisierung der Telefonanlage ist noch lange nicht abgeschlossen - aktuell wird besonders die Integration von Mobiltelefonen vorangetrieben. Die Vision: Alle Mitarbeiter sollen weltweit unter ein und derselben Nummer erreichbar sein.
Auf veraltete Technologien wollte Walter Duchek, Leiter IT bei Schelhammer Schattera, nicht mehr setzen, als 2005 die Ablösung der in die Jahre gekommenen Telefonanlage zur Diskussion stand. "Gleichzeitig war es wichtig, dass das Allgemeine Rechenzentrum, bei dem wir Kunde sind, dieselbe Sprache spricht wie wir, wenn es um die Telekommunikation geht." Und die hieß Voice over IP.
Bei Schelhammer Schattera stieß die klassische Telefonie gerade bei der Gesprächsaufzeichnung an ihre Grenzen. Die Universalbank, die zu 85 Prozent in den Händen der römisch-katholischen Kirche Österreichs liegt, betreut in erster Linie Privatkunden. Der reibungslose Mitschnitt der Telefonate ist für Banken mit Blick auf die Beratungshaftung besonders wichtig. "Wir wollten deshalb eine Telefonanlage mit einer größeren Kapazität für die Gesprächsaufzeichnung einführen", erläutert Duchek den Anstoß für die Umstellung auf IP-Telefonie. Die Telefonanlage sollte möglichst aus einer Hand sein und weitergehende Leistungsmerkmale bieten.
Sein Wunschszenario für die neue Anlage: Unabhängig von den entstehenden Einmalkosten sollten die laufenden Ausgaben günstig gehalten werden, Schelhammer Schattera gleichzeitig aber die größtmögliche Flexibilität bieten. Zudem lag Duchek daran, die Wartung der Anlage größtenteils durch die interne IT-Abteilung erledigen zu lassen und lediglich für Ausfälle einen Second-Level-Support durch den Systemhauspartner zu vereinbaren. Dies machte ein Redundanzkonzept überflüssig. Auch wollte Duchek auf fremde Hardware verzichten. Zwei der vier in Frage kommenden VoIP-Anbieter waren damit aus dem Rennen.
Den Zuschlag schließlich bekamen das Systemhaus Datentechnik und der Sindelfinger VoIP-Spezialist innovaphone. Auf sanfte Migration verzichtete Duchek komplett, die neue Technik wollte er aufgrund der überschaubaren Anschlussdichte - insgesamt wurde 90 Telefone installiert - auf einen Schlag. Innerhalb von nur drei Monaten - zwei Monate dauerten die intensiven Vorgespräche mit innovaphone, binnen eines Monats erfolgte die Integration - war die Lösung vollständig implementiert.
Die Umstellung erfolgte dabei in zwei Stufen: Zuerst wurde die Anlage vollständig aufgebaut und zunächst intern in Gebrauch genommen. Dann legte die Post eine Multipointleitung, die testweise mit einer anonymen Nummer in Betrieb genommen wurde. Nachdem auch hier alles reibungslos funktionierte, wurden schrittweise die alten Leitungen auf die neue Anlage geschaltet. "Das Netzwerk, das wir im Vorfeld erweitert haben, war vorbereitet, die Testphase dauerte nur ein paar Stunden", fasst Duchek die problemlosen Umstellungsarbeiten zusammen. Über die Multipointleitung können nun bis zu 30 haftungskritische Telefonate wie Beratungsgespräche nach vorheriger Zustimmung des Kunden gleichzeitig angenommen und über die vollintegrierte Gesprächsaufzeichnung mitgeschnitten werden.
Seit 2007 telefonieren nun 90 Mitarbeiter an zwei Standorten via Internet Protokoll (IP). Und auch wenn die Resonanz auf die IP-Telefonie durchweg positiv ist, ist für Duchek die Modernisierung der Telefonanlage noch lange nicht abgeschlossen. Jetzt will er weitere Anwendungsmöglichkeiten entdecken: Das nächste Feature, an dessen Umsetzung bereits verstärkt gearbeitet wird, ist die Idee, weltweit unter einer Nummer erreichbar zu sein. "Wir wollen deshalb die Mobiltelefonintegration in die Telefonanlage vorantreiben", sagt Duchek. Für die Zukunft hofft er auf weitere innovative Applikationen, die das Telefonieren noch komfortabler machen.




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8/2011
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Dr. Manfred Wöhrl ist Geschäftsführer der R.I.C.S. EDV-GmbH (Research Institute for Computer Science, www.rics.at), spezialisiert auf Securitychecks und Security-Consulting. 