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Strategien

Kolumne: Green-IT

Das Nebenprodukt

Kostendruck, Business- und Compliance-Anforderungen sind die Treiber für den Einsatz neuer IT-Technologien. Umweltschutz ist dabei bestenfalls eine erwünschte Nebenwirkung.

Green IT hat den Sommer gut überstanden und bleibt eines der meist diskutierten und umworbenen Themen der Branche. Auch die Konferenz "Green IT und Virtualisierung" von L.S.Z. Consulting im Wiener Marriott Hotel war bestens besucht und brachte die erwartbar gediegene Information zum avisierten Thema.

Eine illustre Runde von Anbietern präsentierte State-of-the-art-Virtualisierungsprodukte Marke VMware, Citrix, Microsoft, Wyse Technology oder Symantec und hatte überzeugende Argumente für die Wirtschaftlichkeit ihrer Lösungen in puncto Management, Wartung und natürlich Energie.

Von Servern und Storage über Betriebssysteme, Netzwerke und Desktops bis hin zu Applikationen - es gibt nichts mehr, das man nicht virtualisieren kann. Klaus Kremser, Enterprise Computing Berater bei ACP, fasste die Trends unter dem Titel "End-to-end-Virtualisierung" zusammen und entwarf die Vision vom "dynamischen Rechenzentrum, das auf die Anforderungen des Unternehmens und der Benutzer jederzeit flexibel reagieren kann".

Zufällig grün

Kremsers Aussage offenbart, dass das Potenzial von Virtualisierung weit über das Thema Energieeffizienz hinausreicht. Oder anders herum formuliert - Energiesparen ist bei Virtualisierungsprojekten eigentlich nur ein willkommener Nebeneffekt, der im Sog des grünen Hypes nun besonders herausgestellt wird.

Untermauert wurde das durch die Präsentation von Erich Seher, Geschäftsführer von Voith IT Solutions. Die EDV-Dienstleistungstochter des Maschinenbau-Konzerns Voith hat beim Bau ihres neuen Rechenzentrums die physikalische Infrastruktur modernisiert und beim IT-Equipment auf Virtualisierung, Bladeserver und SAN-, NAS- sowie CAS-Storage gesetzt. Im Fokus des Projekts standen vor allem Sicherheit, Verfügbarkeit, Compliance sowie die zukünftige Ausbaufähigkeit. Die ebenfalls erzielten "beträchtlichen Energieeinsparungen" seien "ein nicht unmittelbar geplantes Nebenprodukt" des konsequenten Einsatzes neuer Technologien gewesen, wie Seher freimütig zugibt.

Seien wir realistisch - Green IT wird nie zur Hauptsorge gewinnorientierter Unternehmen werden. Aber mehr als ein Zufallsprodukt könnte sie bitteschön schon sein. Unter dem Druck steigender Energiekosten, strengerer Gesetze und der öffentlichen Meinung sollte der Umweltschutz zumindest zur wichtigsten Nebensache der IT avancieren.

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Green IT

Green IT - IKT verursacht laut Gartner zwei Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes und steht damit als Treibhaus-Sünder auf einer Stufe mit dem Flugverkehr. Rechenzentren verbrauchen bis zu 100 Mal mehr Energie als normale Büroflächen. Technologischer Fortschritt und Raumnot bringen eine immer höhere Packungsdichte bei Prozessoren und Speichern. Im Schnitt werden bereits zwei Drittel des Energieverbrauchs allein von der (sehr oft inneffizienten) Kühltechnik gefressen.

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Dr. Manfred Wöhrl

Dr. Manfred Wöhrl ist Geschäftsführer der R.I.C.S. EDV-GmbH (Research Institute for Computer Science, www.rics.at), spezialisiert auf Securitychecks und Security-Consulting. ..mehr..

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