Die Markenumstellung von One zu Orange sei mit Sicherheit das Top-Ereignis einer Branche, in der alle aufgrund sinkender Preise und sinkender Margen um Kunden rittern müssen, urteilt MONITOR-Autorin Christine Wahlmüller in Ihrem Beitrag ab S. 11. Sowohl der Festnetz- als auch der Mobilfunkmarkt sind heiß umkämpft und wachsen immer mehr zusammen. Für die heimischen Unternehmen ist ein unternehmerisches (Über-) Leben ohne Internet, Handy und Laptop-Datenkarte gar nicht mehr denkbar. 87% gaben im letzten Austrian Internet Monitor (AIM) an, einen Internetzugang zu besitzen. Allerdings betreibt nur mehr knapp die Hälfte (47%) der Unternehmen eine eigene Webpräsenz, vor einem Jahr war es noch genau die Hälfte. Das zeigt, dass es aufwändig ist, eine Website zu betreiben und die Inhalte immer aktuell zu halten. Insbesondere KMUs verzichten daher noch ganz gerne auf eine Internetpräsenz.
Auch E-Commerce stagniert. Seit 2005 liegt der Anteil jener Unternehmer, die Produkte über ihre Website zum Verkauf anbieten, bei mageren 17%, wobei ein direkter Online-Kauf nur bei 6% (!) der Unternehmens-Websites angeboten wird. Verkauft wird am meisten klassisch per Fax, per Post oder auch per E-Mail. Laut letztem RTR-Report vom Juli 2008 ist das Wachstum beim mobilen Breitband ungebrochen: Von insgesamt 2,2 Mio. Breitbandanschlüssen in Österreich ist mehr als jeder vierte der Mobilfunktechnologie zuzurechnen (26,5 %). Das bedeutet, rund 600.000 Österreicher besitzen einen mobilen (Breitband-) Internetzugang. Vor einem Jahr lag die Zahl bei 400.000. Seit Anfang 2006 hat sich diese Zahl versechsfacht.
Web2.0: Dynamik in viele Richtungen
Das Web2.0 stellt eine Entwicklung dar, die sowohl technisch wie organisatorisch auf mühevoll Gelerntem basiert, analysiert MONITOR-Autor Carl-Markus Piswanger. Im Gegensatz zu vielen vorhergehenden Entwicklungen wird es nicht vom Kapitalmarkt getragen, sondern von innovativen Unternehmen direkt in ihrem Kerngeschäft. Das neue Web stellt das Subjekt und seine Eitelkeiten in den Mittelpunkt des Geschehens, die daraus resultierenden Probleme stellen alle Beteiligten vor neue Herausforderungen. Anlass genug für ein Expertengespräch, zu dem MONITOR Paul Böhm und Walter Praszl einlud. Böhm ist Initiator des österreichischen IT-Think-Tank "metalab" sowie Jungunternehmer im Bereich Web2.0, Praszl ist Gründungsmitglied von "sw2 - Kompetenznetz Semantic Web und Web2.0". Gemeinsam entstand im Dialog ein Strukturierungsvorschlag, der in die Kategorien Organisation, Wirtschaft und Gesellschaft unterteilt ist.
Zunächst wurde in der Diskussion die Frage aufgeworfen, ob die rechtliche Dimension spezifische Betrachtung erfahren sollte. Auch der Umgang mit Inhalten von Nutzern unterliegt ja nationalen und internationalen Rechtsgrundsätzen, Datenschutz ist nur eine davon. Die juristische Auseinandersetzung stellt jedoch keine Triebfeder der Entwicklungen dar, denn soziale Netzwerke, auch die im Internet, organisieren sich mit Fortdauer ihrer Etablierung gut und gerne selbst. Die Tendenz der "Selbstregulierung" erfährt gerade eine hohe Dynamik, ausgelöst durch die enge Verbindung (bis zur Personalunion) zwischen Benutzern und Entwicklern. Das System ist direkt und auch relativ offen gestaltet. Es wird also für Plattformbetreiber (z.B. facebook oder myspace) schwerer, dem Diskurs über Entwicklung und Ziele auszuweichen. Lesen Sie den ganzen Text ab S. 14.
Wer die Wahl hat, hat IT
Rund um die österreichische Nationalratswahl hat sich MONITOR-Autor Carl-Markus Piswanger auch die Frage gestellt, welche Rolle die IT bei bestehenden Wahlvorgängen spielt und wie es mit dem viel diskutierten E-Voting ausssieht. In seinem Gespräch mit dem Leiter der Wahlabteilung im Innenministerium, Mag. Robert Stein, und seinem Stellvertreter, Mag. Gregor Wenda erfuhr er die Antworten. Am Beginn einer Wahl steht die Frage des Wahlrechts. Die wahlberechtigten Personen sind in lokalen Wählerevidenzen erfasst, aus denen sich vor der Wahl die Wählerverzeichnisse generieren. Die Erstellung und Bereithaltung der Evidenzen kommt den österreichischen Gemeinden zu. Sie sind heute schon fast zur Gänze elektronisch umgesetzt. Die wahlwerbenden, im Nationalrat vertretenen Parteien, erhalten zweimal im Jahr, gemäß gesetzlicher Regelung, elektronisch alle österreichischen Wählerevidenzdaten gesammelt übermittelt. Erfahren Sie mehr über die IT-Hintergründe bei Wahlen ab S. 32.
Viele weitere informative Texte erwarten Sie in dieser Ausgabe natürlich auch noch: So recherchierte MONITOR-Autor Lothar Lochmaier, worauf es beim Internet-Protokoll Ipv6 zu achten gilt (ab S. 28). Auf S. 38 setzt Erwin Matys seine Serie über "Komplexe Technologie bewerben und verkaufen" mit dem 2. Teil fort. Hinweisen möchte ich Sie auch auf unsere mit Unterstützung der aws gestaltete Serie über innovative IT-Jungunternehmern, die auf S. 42 mit einem Porträt der Firma MERLINovations & Consulting startet.
Eine interessante Oktober-Lektüre wünscht Ihnen Ihr
Rüdiger Maier



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8/2011
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Mag. Christoph Weiss, i2s consulting, Leiter Büro Österreich: Magister und Textil-Fachingenieur. Führungserfahrung als IT-Leiter im Bereich technischer Grosshandel. Mehrfach Linien- verantwortlicher für ERP-Einführungen. Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Technikum Wien. Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft für Datenverarbeitung (ADV) 