8-9-2008 | Aus MONITOR 9/2008 Gedruckt am 20-04-2014 aus www.monitor.co.at/index.cfm/storyid/10522
Business Intelligence & CRM

Interview mit Edmund Haberbusch, ACP Gruppe

"KMU suchen professionelle Unterstützung"

Bei der ACP-Gruppe steht das Jahr 2008 ganz im Zeichen von Business-Software. Edmund Haberbusch, Geschäftsleitung Produktmanagement & Services der ACP- Gruppe, erläutert im MONITOR-Interview das neue Angebot rund um ERP und CRM.

Dominik Troger

„Früher kaufte man einzelne Komponenten, heute lösen sich die Grenzen zwischen Kauf, Miete, Lizenz und Services auf.“ - Edmund Haberbusch, Geschäftsleitung Produktmanagement & Services der ACP Gruppe

Die ACP Gruppe hat dieses Frühjahr ihr Angebot neu geordnet und ihre Lösungskompetenz im ERP- und CRM-Umfeld weiter ausgebaut. Als langjähriger Microsoft Dynamics NAV-Partner geht man jetzt auch mit Dynamics AX ins Rennen. Außerdem hat man mit dem Zukauf der Linzer Cubido das Microsoft-Standbein innerhalb der Firmengruppe stark ausgebaut. Cubido, Microsoft Gold-Partner, versorgt ACP nicht nur mit einem Team von Fachkräften, die im boomenden Markt von Microsoft Business-Lösungen zunehmend rarer werden, sondern gilt auch als Spezialist für Business Intelligence.

"Wir haben seit dem 1. Quartal 2008 Microsoft Dynamics AX ins Programm genommen", erläutert Edmund Haberbusch. Man sei mit NAV in der Vergangenheit sehr gut gefahren und betreue hier derzeit rund 200 Kunden, viele mit Branchenlösungen. Von AX verspreche man sich eine Ausweitung des Kundenkreises ins Enterpriseumfeld hinein, wobei man auch die starke Infrastrukturkompetenz der ACP nutzen wolle. Zudem werde die Wahlmöglichkeit für bestehende Kunden dadurch erweitert.

Mit dem zusätzlichen Fokus auf CRM - und ganz neu - den Business Intelligence-Produkten von Microsoft sei man, so Haberbusch, inzwischen "größter Microsoft-Integrator unter den österreichischen Systemhäusern" und könne alle wichtigen Systeme auf der Microsoft-Plattform verbinden. Haberbusch: "Das ermöglicht ein nahtloses Arbeiten und die durchgängige Unterstützung aller Geschäftsprozesse im Unternehmen. ERP, CRM, ECM und SharePoint Services bilden dann eine Systemeinheit aus einem Guss."

ACP, immer schon stark regional aufgestellt, vertiefe zudem die regionale Ausrichtung bei Business Lösungen und habe speziell für das ERP- und CRM-Angebot die Anzahl an Lösungszentren aufgestockt. "Bisher bestehen solche Lösungszentren in Wien, Wiener Neustadt, Graz und Feldbach. Jetzt kommen noch Linz und Innsbruck dazu", freut sich Haberbusch. Diese lokale Verankerung ist für ihn ein wichtiger Wettbewerbsvorteil und Erfolgsfaktor.

Braucht jedes Unternehmen CRM?

Microsoft hat mit seiner Lösung Customer Relationship Management auch für kleinere Unternehmen interessant gemacht und den Markt deutlich angekurbelt. Geht es nach dem ACP-Spezialisten, sollte man aber bei einer CRM-Einführung nichts überstürzen. "ERP braucht jedes Unternehmen", so Haberbusch, aber CRM sei eine strategische Entscheidung.

Während ERP alle Unternehmensbereiche betreffe, wäre CRM vor allem ein Vertriebsinformations- und Marketingwerkzeug. Ein Blick auf die CRM-Referenzliste von ACP zeigt, dass eine ganze Reihe von Projekten im Bereich 10 bis 30 User angesiedelt ist. CRM unterstützt dort neben der "klassischen" Kontaktverwaltung beispielsweise die Planung und Durchführung von Marketingaktivitäten und das Vertriebscontrolling.

"70 bis 90% der CRM-Funktionalität bezieht sich auf Aufgaben, die im Vorfeld eines ERP-Einsatzes gelöst werden müssen, wie Leadgenerierung, Vertriebsunterstützung etc.", so Haberbusch, "und das ist meist nur für eine begrenzte Anzahl von Mitabeitern ein Thema."

Allerdings werde mit immer kürzeren Zeitfenstern für diese Tätigkeiten auch der Druck auf kleinere und mittlere Betriebe immer größer, bereits im Vorfeld der Auftragsgenerierung für eine optimale Unterstützung des Vertriebs und Marketings zu sorgen. Microsoft Dynamics CRM biete hier durch die Outlook-Integration große Vorteile bei der Bedienung und zeichne sich durch kurze Einführungszeiten aus, so Haberbusch.

Zuerst analysieren, dann entscheiden

Überhaupt, so Haberbusch, würden Entscheidungen für eine bestimmte Business Software oft zu schnell gefällt. Zuerst gelte es, entsprechende Informationen einzuholen und den Bedarf zu analysieren. "Was will ich abbilden und wo möchte ich in zwei Jahren sein?", diese Fragestellungen sollte man nicht vernachlässigen. Erfahrungsgemäß sei vor allem bei kleineren Unternehmen die strategische Komponente nur schwach ausgeprägt. Doch um eine passende Lösung zu finden, müsse man zuerst einmal die eigenen Bedürfnisse und Erwartungen analysieren.

Eine gute Variante sei auch, ein Pilotprojekt durchzuführen und es mit einer umfassenden Bestandsaufnahme zu begleiten. Prinzipiell gebe es keine "schlechten Lösungen" mehr am Markt - es gelte nur die "richtige" zu finden, so Haberbusch. Die Zeit, die es für eine sinnvolle Entscheidungsfindung braucht, müsse man sich aber nehmen.

Business Software "as a Service"

ACP hat in der ersten Jahreshälfte das gesamte Produktportfolio in vier große Bereiche gegliedert, die den gesamten IT-Zyklus abdecken. Das Angebot wurde zu Managed Services gruppiert und soll in Form von Komplettpaketen den IT-Bedürfnissen der Unternehmen entgegen kommen.

"Früher kaufte man einzelne Komponenten", so Edmund Haberbusch, "heute lösen sich die Grenzen zwischen Kauf, Miete, Lizenz und Services auf. Der Kunde bezieht seinen IT-Bedarf als Managed Service zu einem Fixpreis." Auch Business-Softwarelösungen werden in dieses Konzept einbezogen - ein Angebot, dass gerade Österreichs KMU stark entgegen komme. Haberbusch: "Kleinere und mittlere Unternehmen, die oft nur über sehr begrenzten Mitarbeiterressourcen im IT-Umfeld verfügen, suchen vor allem Funktionalität und eine professionelle Unterstützung. Diese können wir jetzt in allen IT-spezifischen Fragen österreichweit anbieten."

www.acp.at

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