Am 9. Juni dieses Jahres verzauberte die Lichtgestalt wieder einmal die Massen. Dicht an dicht standen die Entwickler im überfüllten Moscone Kongresszentrum in San Francisco und lauschten dem Chefcharismatiker der IT-Szene - und jubelten. Dabei war das, was er verkündete nicht sonderlich berauschend: Steve Jobs, CEO von Apple, präsentierte das lang erwartete iPhone 3G, nun endlich auch mit UMTS-Unterstützung sowie einen Ausblick auf das zukünftige Betriebssystem. Keine neuen Rechner, keine Reaktion auf die aktuelle Welle von Mini-PCs und auch sonst keine Wunderwesen, wie sie im Vorfeld der Apple-Entwicklerkonferenz die einschlägigen Gerüchteseiten vermutet hatten.
Doch eine Neuigkeit passte nicht so recht zur Jubelstimmung. Apple lässt die vor einem Jahr verkündete und seit dem offiziellen Start praktizierte Umsatzbeteiligung beim Verkauf des iPhones durch die Betreiber fallen und sattelt auf ein traditionelles Vertriebsmodell um. Bei diesem bestimmen die Netzbetreiber die Konditionen, zu denen sie die Geräte verkaufen. Allerdings hat Apple mit dem iPhone 2.0 auch die Gerätepreise halbiert, Business-Funktionen wie E-Mail-Push-Dienste über Microsoft Exchange-Server und GPS-Satellitennavigation eingebaut und ermöglicht es externen Entwicklern, Software für das Gerät zu entwickeln. Damit und mit der Ausweitung des Vertriebs auf 70 Länder bis zum Jahresende soll der Massenmarkt erreicht werden. Ob dies gelingt, ist offen. Der Aktienkurs ging angesichts dieser Nachrichten nicht nach oben, sondern sank sogar leicht und entfaltet seitdem bislang keine außerordentlichen Wachstumsfantasien.
Martkbeobachter und Analysten mögen den Strategiewechsel für die Vermarktung des iPhone kritisieren und sich über die sehr wenigen Neuerungen enttäuscht zeigen, auf bestehende und neue Kunden wirkt sich das (bisher) nicht aus.
Apple ist in
Von Quartal zu Quartal steigen die Umsatzzahlen auf neue Rekordhöhen - mit einem Vierteljahresumsatz erwirtschaftet das Unternehmen mittlerweile mehr als vor einiger Zeit noch im ganzen Jahr. Dementsprechend steigen die Marktanteile stetig. Das iPhone hat gleichsam aus dem Stand den dritten Platz im Markt für Smartphones mit einem Marktanteil von 5,3%erobert (hinter Nokia mit 45 und Research in Motion mit 13,4%, laut Gartner).
Angesichts des iPhone-Hypes ist der iPod schon fast gänzlich aus den Schlagzeilen geraten, ebenso wie das klassische Portfolio an Arbeitsplatzrechnern. Dabei verkauft sich der MP3-Spieler weiterhin sehr gut, hält weltweit Führungspositionen in diesem Markt und hat wesentlich dazu beigetragen, dass die Marke Apple heute weltweit wieder als der Trendsetter im IKT-Markt gesehen wird.
Im Zuge dessen steigen seit einigen Quartalen auch die Verkäufe der Mac-Rechner, insbesondere der Notebooks. In diesem Marktsegment sicherte sich die Apfel-Company im ersten Quartal 2008 4,6% vom Kuchen weltweit, die Verkäufe stiegen weit über Branchendurchschnitt um 61%, so das Marktforschungsinstitut NPD Group. Im gleichen Zeitraum stiegen die gesamten Rechnerverkäufe von Apple in den USA um ein Drittel (Marktwachstum 3%), wodurch der Marktanteil laut Gartner jetzt bei 6,6% liegt. Weltweit allerdings tauchte Apple in der Gartner-Liste nicht unter den - namentlich ausgewiesenen - fünf führenden Anbietern auf. Der Marktanteil bewegte sich also unter den von Toshiba erreichten 4,3%.
Leben in der "PC-Nische"
Diese Zahlen rücken die Erfolgsgeschichte der letzten Jahre, die den Wiederaufstieg von Apple markieren, ins rechte Licht. Denn allen Zahlenspielen zum Trotz bleibt Apple mit den aktuellen Marktanteilen im ursprünglichen PC-Geschäft nur ein Nischenanbieter. Als solcher ist das Unternehmen zwar attraktiv - selbst überzeugte Windows-Nutzer kaufen sich beispielsweise ein MacBook Air - aber bis zu einer wirklichen Größe im angestammten PC-Geschäft ist es noch ein weiter Weg.
Der iPod und der iTunes-Musik und Video-Online-Shop sichern Apple derzeit einen beträchtlichen Anteil an den Umsätzen. Um aber das hohe Wachstumstempo zu halten, muss das Unternehmen immer weitere Wachstumsfelder - wie über das iPhone den hart umkämpften Telekommunikationsmarkt - erschließen und gleichzeitig die Qualität und Innovationskraft in allen Produktgruppen halten. Ob dies auch in Zukunft gelingt, werden vielleicht schon die kommenden Monate weisen, wenn sich herausstellt, ob das iPhone wirklich im Massenmarkt ankommt und die gesamte Mac-Rechner-Produktfamilie erneuert wird.
Das aktuelle Apple-Betriebssystem 10.5 (Leopard) erlaubt den parallelen Betrieb von Windows-Betriebssystemen. Die noch relativ neue Office-Software von Microsoft ist endlich auch mit dem aktuellen Office-Paket der Windows-Welt kompatibel und bietet eine ausgereifte Integration in das Mac-Betriebssystem, auch wenn in manchen Bereichen die Synchronisation von MS-Entourage-Ereignissen und dem iCal-Kalender besser klappen könnte.
Apples eigene Office-Software, bestehend aus der Textverarbeitung Pages, dem Präsentationprogramm Keynote und der Tabellenkalkulation Numbers kommt im Vergleich zu den bekannteren Microsoft-Lösungen aufgeräumter daher, die Bedienerfreundlichkeit der MS-Produkte ist aber im Vergleich zur letzten Version deutlich gestiegen. Das bekannteste Datenbankprogramm für den Mac ist Filemaker, ein sehr komplexes und ausgereiftes Produkt, das sich in der aktuellen Version 9.0 bedienungsfreundlicher zeigt als in der Vorversionen. Vielleicht liegt das auch an der Einsteigerdatenbank Bento aus dem gleichen Hause, mit deutlich vermindertem Funktionsumfang was professionellere Anwendungen angeht, aber mit einer sehr einfachen und nachvollziehbaren Benutzerführung.
Ein sehr hilfreiches Produkt für die tägliche Büroorganisation von Freiberuflern und kleinen Unternehmen ist die Software Small Office, die in der in Kürze verfügbaren Version 6.5 eine stark überarbeitete Benutzeroberfläche aufweist. Im Grafikbereich hat sich neben den bekannten Bildbearbeitungsprogrammen über die Jahre hinweg das Programm Graphic Converter etabliert, das für wenig Geld nicht nur alle erdenklichen Bildformate konvertiert, sondern auch vielfältige Funktionen zur Bildbearbeitung bietet.




1/2012
8/2011
7/2011


Mag. Dominik Troger gehört seit 1992 zum MONITOR-Team. Er begann als News-Redakteur und betreute viele Jahre die MONITOR Weiterbildungsbeilage "Job Training". Seit dem Jahre 2000 war er als Chef vom Dienst tätig, mit Dezember 2009 übernahm er die Chefredaktion. 