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Interview

Mangel an Fachkräften im IT-Bereich

Was haben Sie für Neuerungen für dieses Schuljahr geplant?

An der Abendschule beginnt im kommenden Schuljahr das Kolleg für E-Government und E-Health. Sprachkenntnisse, vor allem in Englisch, werden für Informatik-Absolventen immer wichtiger. Wir haben bereits im vergangenen Schuljahr den bilingualen Unterricht als Modell eingeführt, das werden wir heuer fortsetzen.

Die 250-jährige Tradition der Spengergasse im künstlerischen Bereich und im Textildesign verbinden wir mit den aktuellsten technischen Entwicklungen der Informatik und eröffnen im Schuljahr 2008/09 zwei völlig neue Ausbildungsformen: Audiovisuelles Mediendesign an der 5-jährigen HLA für Kunst und Design sowie Multimedia Arts als Abendkolleg für Berufstätige. Beim Programmierunterricht wird es heuer einen neuen Schwerpunkt Game Development geben.

Last but not least werden im Schuljahr 2009/10 im gesamten Informatik-Bereich neue Lehrpläne in Kraft gesetzt, die jeder einzelnen Informatik-HTL in ganz Österreich mehr autonome Möglichkeiten verleiht, insbesondere was die SW-Entwicklung betrifft. Dadurch wird eine flexiblere Anpassung an die Bedürfnisse des jeweiligen regionalen Wirtschaftsstandortes möglich.

Wie beurteilen Sie die Situation: Bemerken Sie einen IT-Facharbeitermangel bzw. droht ein solcher in der Zukunft? 

Der Mangel an Fachkräften aus der Informatik ist in den letzten Jahren besonders deutlich zu Tage getreten. Die demographische Entwicklung wird den Fachkräftemangel für den IT-Markt verschärfen, wenn nicht rasch Gegenmaßnahmen gemeinsam mit der Wirtschaft gesetzt werden. Gesucht werden vor allem Softwareentwickler, aber auch HTL-Absolventen mit allgemein gutem Informatik-Wissen, mit Kenntnissen im Projektmanagement und vor allem auch mit ausgeprägten Soft-Skills, um im IT-Consulting tätig zu sein.

Welche Jobchancen haben HTL-Absolventen (verglichen auch mit FH- bzw. Uni-Absolventen)? In welchen Bereichen landen ihre Absolventen hauptsächlich?

Die Jobchancen der HTL-Absolventen in der Informatik sind derzeit hervorragend. HTL-Absolventen werden häufig auch FH- oder Uni-Absolventen vorgezogen, weil sie bereits praktische Erfahrung besitzen: In den Maturaklassen werden Projekte in Kooperation mit Unternehmen durchgeführt, bei denen die Teams mit reale Aufgaben aus der Praxis konfrontiert werden.

HTL-Absolventinnen und Absolventen sind keine Akademiker, was viele von ihnen veranlasst, ein FH- oder Universitätsstudium anzuschließen. Während jedoch englische Universitäten an der HTL erworbenes Wissen seit über 10 Jahren anrechnen, ist dies in Österreich nur sehr partiell, abhängig von der jeweiligen Studienkommission, möglich. Absolventinnen und Absolventen der Spengergasse, können diesen Sprung zum Akademiker, zum Bachelor of Science, über die „UDA – Austrian Partner of International Universities“ in nur einem weiteren Jahr zu schaffen und dabei auch noch internationale Erfahrung in englischer Sprache zu sammeln.

Eine gediegene HTL-Informatikausbildung, gepaart mit einem Universitätsstudium einer gänzlich anderen Fachrichtung (z.B. Betriebswirtschaft) ist für viele Absolventinnen und Absolventen ebenfalls eine sehr Erfolg versprechende Kombination.

www.spengergasse.at

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MONITOR-Autoren
Mag. Christoph Weiss

Mag. Christoph Weiss, i2s consulting, Leiter Büro Österreich: Magister und Textil-Fachingenieur. Führungserfahrung als IT-Leiter im Bereich technischer Grosshandel. Mehrfach Linien- verantwortlicher für ERP-Einführungen. Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Technikum Wien. Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft für Datenverarbeitung (ADV) ..mehr..

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