Bei der ENIAC-Initiative handelt es sich um eine neue öffentlich-private Partnerschaft im Bereich der Nanoelektronik, der Technologie, die bei der Vielzahl neuer Anwendungen und High-Tech-Produkte eine immer stärkere Miniaturisierung ermöglicht. Damit werden auch der österreichischen IKT Forscherszene neue Möglichkeiten eröffnet. „Heute sind es die Technologien im kleinsten Bereich, die die größten Fortschritte zu verzeichnen haben - unseren Unternehmen muss dies auch gelingen“, so Viviane Reding, EU-Kommissarin für den Bereich Informationsgesellschaft und Medien. „Grenzen werden der Nanoelektronik nur von unserer Vorstellungskraft gesetzt. Die Nanoelektronik liegt den Gegenständen des täglichen Lebens in vielfältiger Weise zugrunde und betrifft somit alle europäischen Bürger. ENIAC wird für einen Zeitraum von 10 Jahren über 2,5 Milliarden € verfügen - dies ist ein konkreter Weg, um sicherzustellen, dass das rasche wirtschaftliche Wachstum dieser enormwichtigen Industriebranche sich auch und besonders hier in Europa fortsetzt.“
Riesiger Markt
Die europäische Halbleiterindustrie hat heute ein Marktvolumen von etwa 200 Mrd. Euro. Sie ist das Fundament des auf 800 Mrd. Euro veranschlagten Marktes für Elektronikgeräte. Man rechnet in den nächsten Jahren mit einem jährlichen Wachstum von 8-10% in dieser Branche. Die 2,5 Mrd. Euro, die in den nächsten zehn Jahren in die ENIAC-Initiative investiert werden sollen, sind ein starker Impuls für die auf der Nanotechnologie aufbauenden längerfristigen Entwicklungen, die im gleichen Zeitraum die derzeitige Generation mikroelektronischer Geräte weitgehend ersetzen werden.
Mit Blick auf Größenvorteile, Kosteneinsparungen und kürzere Markteinführungszeiten bei den auf Nanotechnologien basierenden Produkten sowie zur Wahrung der globalen Führungsstellung der europäischen Industrie in diesem Bereich beschloss die EU im Anschluss an einen im Mai 2007 vorgelegten Kommissionsvorschlag, bei der Finanzierung der einschlägigen Forschungsarbeiten völlig neue Wege zu gehen. Die Kommission und die EU-Mitgliedstaaten, die sich daran beteiligen möchten, bündeln ihre öffentlichen Mittel mit denen der Hochschulen und der Industrie (davon zahlreiche innovative KMU) im Rahmen öffentlich-privater Partnerschaften: Die Forschungsfinanzierung im Bereich der Nanoelektronik war bisher zersplittert - einzelne Mitgliedstaaten und Einrichtungen finanzierten kleine Projekte. Nun ermöglicht das neue, „offene“
ENIAC-Konsortium es den Mitgliedstaaten und der Kommission, zusammenzuarbeiten und europaweite Forschungsmaßnahmen auf der Grundlage einer von der Industrie vorgenommenen strategischen Planung mitzufinanzieren.
Erste Ausschreibung
Europäische Kommission, Mitgliedsländer und europäischen Industrieunternehmen führen nun die erste Ausschreibung für kooperative Projektvorschläge durch. Das Budget für österreichische TeilnehmerInnen beträgt dabei 4 Mio. an nationalen Mitteln sowie einen zusätzlichen Anteil von 2,2 Mio. aus dem 7. EU-Forschungsrahmenprogramm. Diese neuartige, industriegetriebene Initiative zur Forschungsförderung konzentriert sich dabei auf marktnahe Forschung, die Prototypen und Demonstratoren mit domänenübergreifender Anwendbarkeit schafft und so zu wichtigen gesellschaftlichen Zielen Beiträge leistet. In einem mehrjährigen Arbeitsprogramm werden die Themen basierend auf der strategischen Forschungsagenda der europäischen Technologieplattform (ETP) festgeschrieben.
Projektvorschläge in der ersten Ausschreibung werden insbesondere für folgende „Subprogramme“ erwartet: „Nanoelectronics for Transport and Mobility“, „Nanoelectronics for Security and Safety“, „Nanoelectronics for Energy and Environment“ sowie „Design Methods and Tools for Nanoelectronics“. Darüber hinaus gibt es noch vier weitere Forschungsschwerpunkte: „Nanoelectronics for Health and Wellness“, „Nanoelectronics for Communication”, „Nanoelectronics for Infotainment“ und „Equipment and Materials for Nanoelectronics“.
Einreichung und Abwicklung
Die Durchführung der Ausschreibung erfolgt zentral durch das Gemeinsame Unternehmen (GU) ENIAC und wird in Österreich durch die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) unterstützt. Die FFG übernimmt bestimmte Prüfaufgaben im Projektauswahlprozess sowie die finanzielle Abwicklung der vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit) bereitgestellten nationalen Fördermittel für österreichische TeilnehmerInnen. Weiters führt die FFG Teile des Projektmonitorings durch.
Information und Beratung
Die FFG ist für Information und Beratung der österreichischen Förderwerber zuständig. Weiters steht eine Anbahnungsfinanzierungen zur Verfügung um die Projektvorbereitung zu erleichtern. Die Unterstützung Kleiner und Mittlerer Unternehmen bei der Teilnahme an Projektvorschlägen in diesem Programm hat besondere Priorität.
Auf den Webseiten der FFG finden Sie Informationen unter www.ffg.at/eniac und http://rp7.ffg.at/eniac-jti
DI Georg Niklfeld
FFG Bereich Thematische Programme
Tel.: 057755 – 5020
Fax.: 057755 – 95020
georg.niklfeld@ffg.at
FFG Bereich Europäische Programme
Tel.: 057755 – 4211
Fax.: 057755 – 94211
thomas.zergoi@ffg.at
bmvit, Abt. III i5 – Mag. Michael Wiesmüller
Tel.: 01-711 62 65-3501


1/2012
8/2011
7/2011


Mag. Carl-Markus Piswanger, MAS ist freier Journalist, Projektberater und hauptberuflich IT-Architekt. Er ist ausgebildeter Versicherungskaufmann, studierter Historiker und postgradualer E-Government-Experte. Er war beim ISP Netway, der Österreichischen Post und der Seibersdorf Research beschäftigt und seit 2004 als IT-Architekt im Bundesrechenzentrum. Der Wiener ist glücklich nicht verheiratet und hat einen Sohn. 