"Rudi Wolf war - tatkräftig unterstützt von seiner Frau Ilse - unser ältester Autor und hat sich immer für neueste Forschungsergebnisse und Technologien begeistert", so begründete ich die Verleihung des nach unserem 2006 verstorbenen Autor benannten Preises im gut besetzten Hörsaal der Fakultät für Informatik an der Technischen Universität (TU) Wien.
Rahmen der Überreichung war der "epilog" dieser Fakultät, der zweimal jährlich stattfindet. Hier werden einerseits Diplomarbeiten in einer "Posterpräsentation" präsentiert und von einer Jury von Professoren bewertet. Anderseits werden für den Hauptpreis einige Diplomanden ausgewählt, die ihre Arbeiten im Hörsaal darstellen und erläutern dürfen.
Schatten von Objekt trennen
Zu letzteren gehörte beim heurigen Frühjahrstermin Dipl.-Ing. Philipp Blauensteiner, inzwischen bereits Dissertant zum Thema "Robotersehen" an der TU Wien. In seiner Diplomarbeit ("Motion Detection and Shadow Suppression in Video Streams") befasste er sich mit den Problemen, die durch Schattenwurf bei der Auswertung von Videoaufnahmen entstehen. So ist es etwa schwierig, einen Schatten von einer richtigen Person zu unterscheiden. Aber auch starke Lichtschwankungen, Reflexionen oder schwache Kontraste stellen die Wissenschaftler vor größere Probleme."Schatten schaffen bei der Auswertung von Videoaufzeichnungen Schwierigkeiten, da sie Objekte oder Personen praktisch unkenntlich machen können. Hier konnten wir einen Algorithmus entwickeln und testen, der den derzeit eingesetzten mathematischen Verfahren deutlich überlegen ist", erläutert Blauensteiner. Dabei wurde erstmals der von A. Hanbury 2003 beschriebene "Improved Hue Luminance and Saturation (IHLS) Colour Space" im Bereich der Videoüberwachung verwendet und ein statistisches Hintergrundmodell für diesen Farbraum entwickelt.
Hervorgegangen ist die Diplomarbeit unter Supervision von Dr. Martin Kampel, Institut für rechnergestützte Automation, Arbeitsbereich für Mustererkennung und Bildverarbeitung aus dem Projekt "Computerunterstützte Videoüberwachung in Bankfilialen".
"Die Idee war, auf Basis einer technischen Machbarkeitsstudie eine Software zu entwickeln. Sie soll es schaffen, Bildfolgen zu analysieren um Ereignisse automatisch zu erkennen", so Kampel. Das Überwachungssystem sollte in der Lage sein, drei Schritte automatisch durchzuführen: Es muss erkennen, ob und was sich im Bild bewegt (Bewegungserkennung). Hat es ein bewegtes Objekt identifiziert, wird es im Überwachungsvideo verfolgt - in der Fachsprache bezeichnet man dies als "Object Tracking". Im dritten Schritt wird mit Hilfe von Algorithmen die aufgenommene Szene automatisch interpretiert, um untypisches Personenverhalten zu erkennen. Kampel wie Blauensteiner liegt vor allem der kritische Einsatz der Videokameras am Herzen. "Die Privatsphäre und die individuellen Bedürfnisse von Personen müssen in jedem Fall gewahrt werden", betonen die Forscher. Die Finanzierung des Projekts erfolgte übrigens durch das Wiener Unternehmen Ing. Johann Schiessel Elektronik + Computertechnik.





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bekannt durch zahlreiche Veröffentlichungen, war nach dem Studium der Wirtschafts- wissenschaften, Organisation und Informatik zunächst mehrere Jahre als Gruppen- und Projektleiter an einem Institut für angewandte Informatik beschäftigt. Heute ist er in vielfältiger Form als freiberuflicher Management- und Organisationsberater sowie in der Weiterbildung tätig. Schwerpunktmäßig geht es dabei um die Einführung, Entwicklung und Beratung für den praxisgerechten Computereinsatz. 