Die ExpertInnen des Arbeitskreises "Sicherheit und Konsumentenschutz" sind sich einig: Zentraler Erfolgsfaktor in der Auseinandersetzung mit Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) ist die Bewusstseinsbildung innerhalb der Bevölkerung für eine selektive und aufmerksame Nutzung des Internets. Voraussetzung dafür ist, dass den UserInnen klar ist, dass alle Aktivitäten im Internet digitale Spuren hinterlassen.
"Die Bevölkerung profitiert ebenso von diesen neuen Medien, da sie einfacher relevante Informationen abrufen, rascher kommunizieren und vielfältiger Produkte und Leistungen beziehen kann. Diese Aktivitäten hinterlassen im Internet jedoch Spuren, die den Nutzern oft nicht bewusst sind. Zukünftig sollte die Gesellschaft daher im Umgang mit IKT, insbesondere dem Internet, sensibilisiert werden, Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung und Aufklärungsarbeit leisten einen wichtigen Beitrag", beschreibt Dr. Georg Serentschy, Geschäftsführer der Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR) die aktuellen Herausforderungen.
Mehr Transparenz und einheitliche Rechtsnormen im E-Business
Da bei der Abwicklung von Geschäften über das Internet oftmals der persönliche Kontakt mit den Geschäftspartnern und eine transparente Vorgehensweise fehlen, müssen zur Absicherung von E-Business noch rechtliche und sicherheitspolitische Qualitätsmerkmale und Rahmenbedingungen definiert werden, die es erlauben, das Internet für persönliche aber auch kommerzielle Zwecke problemlos zu nutzen.
"Grundlegend für den Erfolg von E-Business ist die Bereitstellung leicht verständlicher Rechtsinformation und -beratung für KonsumentInnen, Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und Ein-Personen-Unternehmen (EPU). Diese könnte in Form eines zentralen Webportals für die breite Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, um so zu einer verbesserten Aufklärung und mehr Transparenz beizutragen", so Dr. Andreas Koman, Mitglied der Geschäftsleitung und Leiter Recht, Regulierung und Einkauf von Tele2 Austria.
Um das Vertrauen der Bevölkerung in E-Commerce nachhaltig zu steigern, sollten bereits existierende Gütesiegel zur Kennzeichnung von getesteten Leistungen und Produkten breiter verwendet werden. Außerdem seien im Zeitalter der Globalisierung sämtliche Maßnahmen zur Reglementierung von E-Business im internationalen Kontext zu sehen. Daher müssen die entsprechenden Rechtsnormen auf europäischer Ebene harmonisiert werden. Konkret erachten die ExpertInnen beispielsweise eine einheitliche, europäische Musterrücktrittsbelehrung als wesentliche Maßnahme zur notwendigen Stärkung das Rücktrittsrecht der KonsumentInnen.
Selbstbestimmungsrecht der NutzerInnen für verbesserten Datenschutz
Um Problemen mit der Nutzung personenbezogener Daten vorzubeugen, plädieren die ExpertInnen dafür, die datenschutzrechtlichen Bestimmungen zu verschärfen und die Möglichkeiten zur legalen Weitergabe von Daten an Dritte einzuschränken. Die Verfügbarkeit der Daten, die Löschungs- und Einspruchsmöglichkeiten sowie die Möglichkeit zur Weitergabe von Daten an Dritte soll für jeden Einzelnen transparenter sein. Zur Gewährleistung von seriöser Information und Hilfestellung könnte eine Meldestelle im Internet eingerichtet werden. Durch Awareness- und Aufklärungskampagnen sowie durch sogenannte "Friendly Internet Kurse" könnte das grundlegende Verständnis der Bevölkerung für die Chancen und Risiken von E-Commerce gesteigert werden.



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8/2011
7/2011


Dr. Christine Wahlmüller-Schiller ist freie Autorin und Kommunikationsberaterin, spezialisiert auf die IT- und Telekom-Branche. 