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Sommerolympiade 2008

IT rund um die Olympischen Spiele

Vor, während und nach den Wettkämpfen müssen IT-Spezialisten dafür Sorge tragen, dass alle Systeme reibungslos funktionieren. Ein Überblick über die rund eine halbe Milliarde Dollar teure IT-Infrastruktur.

Im Technology Operation Centre von Atos Origin (Bild: Atos Origin)

Die Vorbereitungen für Olympischen Sommerspiele in Peking gehen in die Zielgerade. Auch österreichische Unternehmen wollen die Olympiade aktiv als internationales Sprungbrett in den asiatischen bzw. chinesischen Markt nutzen. So koordiniert die Initiative „Ready4China“ des Österreichischen Multimedia-Verbandes die nationalen Aktivitäten, um die Markterschließung der IT im Reich der Mitte zu begleiten.

Auf dem großen Parkett als eine Art Generalunternehmer vor Ort fungiert indes der französisch-niederländische IT-Dienstleister Atos Origin. Das Unternehmen implementiert präventive Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz gegen physische und digitale Angriffe auf die IT-Netzwerkarchitektur. Darüber hinaus ist es verantwortlich für die Erstellung und Weiterentwicklung einer speziellen Suite von Softwareanwendungen für die Olympischen Spiele.

In Abstimmung mit dem Organisationskomitee (BOCOG) leitet der französisch-niederländische Spezialist ein umfassendes IT-Testprogramm, mit dem die erfolgreiche Implementierung der IT-Lösung sichergestellt werden soll. Das Programm startete bereits drei Jahre vor Beginn und umfasst mehr als 50 Applikationen sowie über 100.000 Testfälle, für die mehr als 200.000 Stunden eingeplant sind.

INFO2008

Das von Atos Origin geleitete Technology Operation Centre besteht aus 4.000 Mitgliedern. Ein Viertel davon sind immerhin Freiwillige, die an den mehr als 70 Wettkampfstätten und anderen Veranstaltungsorten stationiert sind. Für die auf rund 21.600 kalkulierte Anzahl der Medienvertreter stellt Atos Origin zwei IT-Kernsysteme bereit: Games Management- und Information Diffusion Systeme.

Erstere unterstützen die Planung und Abwicklung von bürokratischen Prozessen wie Akkreditierungen, Wettkampfanmeldungen und Qualifikationen, bis hin zur Transportlogistik und Unterkunftsvergabe. Außerdem dient das Games Management System zur Verwaltung von medizinischen Berichten, Protokollen für VIP-Aktivitäten.

Darüber lassen sich auch die Ankunft und Abreise sowie die Einsatzpläne von Mitarbeitern und Freiwilligen koordinieren. Die gesamte Suite der Anwendungen erfordert ein hohes Maß an Qualität, Verfügbarkeit und Sicherheit, da die meisten dieser Anwendungen mit besonders gesicherten Systemen wie Polizei, Sicherheitskräfte und Immigration verknüpft sind.

Das Herzstück des Information Diffusion Systems ist INFO2008, ein Intranet, das allen akkreditierten Medienvertretern, den Sportlerinnen und Sportlern der Olympischen Familie sowie den IOC-Vertretern zur Verfügung steht. Während der Spiele in Peking können alle 200.000 Mitglieder der Olympischen Familie auf die Nachrichten im System zugreifen.

Als besonderes Highlight zu den Spielen in Peking 2008 wird der erstmals eingesetzte Wireless INFO-Service zur Verfügung stehen. Er ermöglicht Pressevertretern die Navigation von ihrem eigenen Notebook über ein Drahtlosnetzwerk. Eine der größten Herausforderungen liegt jedoch in der Gestaltung der IT-Sicherheit.

IT-Sicherheit hat oberste Priorität

Auch für den Schutz vor Viren und Hackern trägt Atos Origin die Verantwortung. Ein absolut störungsfreier Betrieb lautet das Credo. Es gilt, die Ergebnisse exakt und rechtzeitig an die Welt und die Medien zu übermitteln und Eingriffe von außen zu unterbinden. Deshalb laufen das Netzwerk der Spiele und das Internet voneinander getrennt.

Das Olympische Netzwerk ist zudem in Sicherheitsdomänen segmentiert. Strikte Konfigurationsverwaltungsprozesse und flankierende Sicherheitsmechanismen wie Virenschutzsoftware und Portsicherheit sind fortlaufend kontrolliert. Die Sicherheitsexperten rechnen während der Spiele mit 9.9 Millionen gefilterten Ereignissen pro Tag ein. Das wären etwa dreimal so viele wie bei den Winterspielen in Turin vor zwei Jahren.

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MONITOR-Autoren
Mag. Christoph Weiss

Mag. Christoph Weiss, i2s consulting, Leiter Büro Österreich: Magister und Textil-Fachingenieur. Führungserfahrung als IT-Leiter im Bereich technischer Grosshandel. Mehrfach Linien- verantwortlicher für ERP-Einführungen. Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Technikum Wien. Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft für Datenverarbeitung (ADV) ..mehr..

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