Umweltzeichen und -labels sollen dem Unternehmen und Konsumenten helfen, Produkte zu erkennen, die keine umweltgefährdenden Materialien aufweisen und die zudem stromsparend sind. Die folgende Liste hilft Interessierten durch den Dschungel der Umweltzeichen.
Blauer Engel:
Das von Deutschland initiierte Umweltzeichen des Blauen Engels gibt es seit 1978. Eine unabhängige Jury vergibt die Produktkennzeichnung für Erzeugnisse, die bestimmte umwelt- und gesundheitsschutzrelevante Vorgaben erfüllen. Im IT-Bereich betrifft der Blaue Engel PCs, Notebooks, Monitore, Tastaturen und Drucker.
Vorgeschrieben sind eine recyclinggerechte Konstruktion der Geräte und das völlige Weglassen von chlor- und bromorganischen Verbindungen sowie krebserzeugenden, erbgutverändernden und fortpflanzungsgefährdenden Werkstoffen. Auch ein niedriger Stromverbrauch wird vom Blauen Engel gefordert, dabei richtet man sich jedoch an die Vorgaben des amerikanischen Energy Star.
Bei Druckern werden strenge Anforderungen an die Tonerinhaltsstoffe gestellt, die Emissionen organischer Stoffe begrenzt, Tintenpatronen und Toner-Cartridges müssen zurückgenommen werden. Überdies fordert der Blaue Engel von den Herstellern bis fünf Jahre nach Produktionsende die Verfügbarkeit von Ersatzteilen der Geräte sicherzustellen.
Energy Star:
Seit 1992 gibt es dieses Umweltzeichen des Umweltbundesamts der USA (EPA - Environmental Protection Agency). Auf Grund eines Abkommens der EU mit der US-Regierung im Jahr 2003 nimmt auch die Europäische Union am Energy-Star-Programm (aktuelle Verision: 4.0) teil, allerdings nur soweit sich dieses auf Bürogeräte, wie Computer, Monitore, Drucker, Scanner und Multifunktionsgeräte, bezieht. Ziel ist es, den Stromverbrauch der Geräte zu senken.
Hersteller, deren Geräte nach eigener Einschätzung den Kriterien der EPA entsprechen (ein Gerät muss z.B. nach einer gewissen Zeit selbstständig in den Stand-by-Modus gehen, es darf einen Maximalwert für die Leistungsaufnahme im Stand-by-Modus nicht überschreiten, es muss ein Energiespar-Management besitzen etc.), können diese mit dem Logo auszeichnen. Eine Prüfung gibt es nicht.
TCO03:
1992 von der schwedischen Angestellten- und Beamtengewerkschaft Tjänstemännens Centralorganisation, also TCO, ins Leben gerufen, ging und geht es in erster Linie um die Zertifizierung von Computer-Monitoren (TCO 92, 95, 99, 03, 06). Mittlerweile werden aber auch Desktop- und Notebook-PC, Tastaturen und Drucker (TCO 99, TCO 05), Mobiltelefone (TCO 01) und Büromöbel (TCO 04) zertifiziert.
Die Richtlinien der TCO betreffen sowohl ergonomische (Sichtergonomie, Bildqualität, Farbwiedergabe) als auch ökologische Aspekte (keine giftigen Stoffe, wie Schwermetalle, keine chlorierten und bromierten Flammschutzmittel, recyclebare Geräte, Richtwerte für die Emission magnetischer und elektrischer Felder, geringer Stromverbrauch im Stand-by-Modus, Grenzwert für Staub- und Ozon-Emission bei Druckern).
80 plus:
Mit dieser aus den USA stammenden Initiative sollen PC- und Server-Netzteile gefördert werden, die bei Auslastungen von 20, 50 und 100% einen Wirkungsgrad von mindestens 80% aufweisen. In anderen Worten die Verlustrate des aus der Steckdose gezogenen Stroms darf nicht mehr als 20% betragen, 80% des Stroms müssen den PC erreichen. Derzeit sind 635 Netzteile zertifiziert.
RoHS:
RoHS steht für Restriction of the Use of certain Hazardous Substances in electrical and electronic Equipment und bezeichnet die EG-Richtlinie 2002/95/EG. Die Richtlinie verbietet die Verwendung von umweltgefährdenden Substanzen, wie Blei, Quecksilber, Cadmium u. a., bei elektronischen Geräten. Gefordert werden bleifreie Lötverbindungen und das Weglassen von giftigen Flammhemmern bei der Kabelproduktion. Damit stellt RoHS die IT-Industrie vor eine große Herausforderung, da auf bisher übliche Produktionsverfahren nicht mehr zugegriffen werden darf.
ISO14000:
Die ISO (International Organisation for Standardisation) wurde 1947 gegründet und hat ihren Sitz in Genf. Sie ist die Dachorganisation von Standardisierungsinstituten aus über 150 Ländern, darunter auch das Deutsche Institut für Normung (DIN) oder das österreichische Normungsinstitut (ON). Die Standardfamilie ISO 14000 betrifft u. a. Produkt-Lebenszyklen, den Umgang mit Treibhausgasen und Environmental Labels. Zu dieser Familie gehört auch der 1996 formulierte ISO 14001-Standard, der sich dem Thema Environmental Management Systems widmet.




1/2012
8/2011
7/2011


bekannt durch zahlreiche Veröffentlichungen, war nach dem Studium der Wirtschafts- wissenschaften, Organisation und Informatik zunächst mehrere Jahre als Gruppen- und Projektleiter an einem Institut für angewandte Informatik beschäftigt. Heute ist er in vielfältiger Form als freiberuflicher Management- und Organisationsberater sowie in der Weiterbildung tätig. Schwerpunktmäßig geht es dabei um die Einführung, Entwicklung und Beratung für den praxisgerechten Computereinsatz. 