Generell beschränkt sich Green-IT dabei keineswegs auf das Thema Stromsparen, sondern bindet auch andere Faktoren mit ein, die durchaus große Bedeutung haben. Exemplarisch sei an dieser Stelle der Einsatz ungiftiger und wieder verwertbarer Komponenten genannt, der die Produktion, die Nutzung und das Entsorgen von IT-Systemen umweltfreundlicher macht und der in zunehmendem Maße von politischen beziehungsweise staatlichen Stellen gefordert wird.
Das zentrale Thema der Green-IT ist aber - und daran wird sich wohl in der nächsten Zeit auch nichts ändern - das Stromsparen. In diesem Bereich stehen den IT-Verantwortlichen viele verschiedene Wege offen und nur eine Kombination der effizientesten Methoden führt zum Erfolg. Eine besondere Bedeutung in diesem Zusammenhang hat definitiv die Nutzung stromsparender Serversysteme, die sowohl klassische Stromspartechnologien wie APM (Advanced Power Management) und ACPI (Advanced Configuration an Power Interface) einsetzen, als auch stromsparende Prozessoren verwenden.
Gerade bei den CPUs hat sich in den letzten Jahren in Bezug auf den Stromverbrauch viel getan, nach Angaben der Hersteller realisieren moderne Systeme gegenüber älteren teilweise Einsparungen von bis zu 90%. Dabei setzen sie Stromspartechnologien ein, die für eine maximale Effizienz beim Prozessorbetrieb sorgen. Konkret bedeutet das: Die CPUs arbeiten die meiste Zeit lediglich mit einem Bruchteil ihrer eigentlichen Leistung und wechseln nur dann in den Full-Speed-Modus, wenn ein Bedarf für die volle Leistung existiert. Ähnliche Argumente wie für die CPUs gelten auch für die eingesetzten Netzteile, deren Wirkungsgrad sich in den letzten Jahren gleichfalls deutlich verbessert hat.

In der IT-Klimatisierung spielt Rittal seit einigen Jahren eine Vorreiterrolle. Dazu Christian Alsch, Produktmanager IT bei Rittal: „Forschung und Entwicklung haben einen hohen Stellenwert bei Rittal. Mit unserem Liquid Cooling Package haben wir 2004 eine Marktentwicklung vorweggenommen. Inzwischen hat sich die Technologie bewährt. Heute finden Sie unsere Liquid Cooling Packages in Rechenzentren rund um die Welt.“
Strom sparen im Rechenzentrum
Viel interessanter als die genannten Technologien sind allerdings die Methoden und Systeme, die dafür sorgen, dass eine Rechenzentrumsinfrastruktur an sich Strom spart. In diesem Zusammenhang spielen im Wesentlichen USVs und Klimatisierungssysteme eine zentrale Rolle, da die unterbrechungsfreien Stromversorgungen und Kühlsysteme neben den Servern am meisten Strom verbrauchen. Bei den USVs entscheidet vor allem der Wirkungsgrad über die Betriebskosten. Leistungsfähige USV-Systeme, wie beispielsweise die USVs von Rittal, PMC, erreichen Wirkungsgrade von bis zu 95% bei Volllast und bis zu 94% im Teillastbereich beziehungsweise bei nicht linearer Last. Dieser hohe Wirkungsgrad bringt im Vergleich zu konventionellen USVs über die typische Betriebsdauer des Produkts hinweg gesehen Ersparnisse von mehreren Tausend Euro. Außerdem reduziert er den CO2-Ausstoß um etwa 20% und schont so die Umwelt.
Da das PMC-System modular aufgebaut wurde, wächst es auch mit den Anforderungen der Unternehmen, die es einsetzen. Deswegen ist es nicht erforderlich, bei jedem Umbau der IT-Infrastruktur eine neue USV einzubauen, was ebenfalls Kosten spart. Darüber hinaus reduziert das Modulkonzept die durchschnittliche Mean-Time-To-Repair des USV-Systems um bis zu 60%, was dabei hilft, die Servicekosten zu senken. Einen weiteren wichtigen Punkt dürfen die IT-Verantwortlichen in Zusammenhang mit den USVs ebenfalls nicht vergessen: Sie müssen darauf achten, die Lebensdauer der Akkus in ihren USVs möglichst lang auszudehnen, denn nur so vermeiden sie häufige Neuanschaffungen, die Geld kosten und die Umwelt belasten. Dabei helfen Batteriemanagementsysteme wie beispielsweise "Ri-Bat". Solche Lösungen ermitteln über die Lebenszeit der überwachten Batterie hinweg alle relevanten Daten wie Batteriespannung, Innenwiderstand, Entladekurve und Temperatur. Anschließend werten sie die dabei gewonnenen Daten aus und setzen sie zum Steuern des Ladevorgangs ein. Dieses Vorgehen kann, da es Überladungen vermeidet, die Lebensdauer der Akkus um bis zu 30% verlängern.





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Dr. Christine Wahlmüller-Schiller ist freie Autorin und Kommunikationsberaterin, spezialisiert auf die IT- und Telekom-Branche. 