In London, Los Angeles oder Tokio gibt es keinen Platz für neue Rechenzentren. Schuld ist nicht etwa der Mangel an Baugründen; es gibt in den großen Ballungsgebieten nicht ausreichend Energie. So schlimm ist es in Österreich zwar noch nicht, aber der starke wachsende Bedarf an Speicherplatz lässt auch die Ressourcen langsam knapp werden.
Die ITK-Branche trägt etwa zwei Prozent zur weltweiten CO2-Emission bei. Das klingt nicht nach viel, ist aber exakt jene Menge, die auch die gesamte Luftfahrtindustrie verursacht. Wer die Diskussionen der letzten Monate in diesem Bereich verfolgt hat, weiß, dass früher oder später auch ein Umdenken in den IT-Unternehmen einsetzen muss. Andernfalls werden wohl gesetzliche Richtlinien eine Trendwende einläuten.
"Das Wachstum an Storage-Bedarf wird mit 30% in nächster Zukunft prognostiziert. Hier rückt Energieeffizienz zusehends in den Vordergrund, um die Kosten zu verringern und durch gute Lösungen mit optimaler Energienutzung die Umwelt zu schonen", so Horst Heftberger, Country Manager von Hitachi Data Systems Österreich. Die heimische Dependance des japanischen Konzerns hat mittlerweile nicht weniger als 4 Petabyte Speicherplatz in Österreich installiert - darunter bei prominenten Kunden, wie etwa der IT Austria, beim Bundesrechenzentrum, der Spar AG oder auch Sony DADC in Salzburg. In Zukunft will das Unternehmen jedoch verstärkt auch im Bereich der Klein- und Mittelbetriebe seine Storagelösungen anbieten.
Im Anstieg von Datenmengen und der damit verbundenen Bewältigbarkeit von Informationen erkennt Hitachi auch einen neuen Trend in der Datenverwaltung im Gesundheitssektor. Hier gilt es, Krankenakte von Patienten effizient und kostensparend zu archivieren, gleichzeitig aber unmittelbaren Zugriff und große Sicherheit durch lückenlose Backups für diese Daten zu garantieren. "Eine große Stärke von Hitachi ist auch, sowohl Groß- wie auch Klein- und Mittelbetrieben unterschiedliche Lösungen mit denselben Qualitätsfaktoren bieten zu können. Somit sehen wir uns als Ansprechpartner für große Krankenhäuser, ebenso wie für einzelne Arztpraxen", so Heftberger.
"Der Storagebedarf im Gesundheitswesen ist gewaltig angestiegen", so Jürgen Horvath von Hitachi Österreich. "Die eCard hat hier ihren Beitrag geleistet. Allerdings darf man nicht übersehen, dass in diesem Bereich derzeit einige Unsinnigkeiten laufen - so ist etwa eine Computertomografie-Aufnahme schon seit langer Zeit ein digitales Dokument, aber es wird dann immer noch auf Papier gebracht. Das ist vollkommen unnötig. In Zukunft wird das Bild digital verfügbar sein. Solange der Patient im Spital ist immer hochperformant verfügbar, später dann wird es in einen anderen Speicherbereich verschoben, sicher, aber weniger ressourcenaufwendig gelagert und kann dann im Falle des Falles wieder hervorgeholt werden", so Horvath.
Virtualisierungs-Tremd
Um den Heißhunger nach Speicherplatz kontrollierbarer zu machen, wird als einer der großen Trends in Zukunft das Thema Virtualisierung immer bedeutender werden, so die einhellige Meinung der Analysten.
Dies ist auch bei Hitachi, neben der "Green IT"-Initiative, ein wichtiges und wesentliches Thema. Deshalb habe man sich auch "für die wahrscheinlich vollständigste Methode der Virtualisierung entschieden", betonte Heftberger bei einem Pressegespräch in Wien, "die Virtualisierung über die Storage Controller". Die Basis der Virtualisierungslösung ist eine leistungsstarke Hardware-Plattform mit hoher Connectivity: Die Universal Storage Plattform V, die bis zu 247 Petabyte intern und extern bei angebundenen heterogenen Speichern virtualisieren kann. Da die Kommunikation zwischen Controllern und Storage-Arrays generell hoch standardisiert ist, biete diese Methode besondere Sicherheitsvorteile. Außerdem würden keinerlei externen Switches, Anwendungen oder eine Host-basierte Software erforderlich sein, so der Hersteller. Durch die Einbettung in den Storage Controller würde auch sichergestellt, dass es keine Kompatibilitätsprobleme mit bereits im Einsatz befindlicher Speichersoftware gibt. Auch dem Faktor Kostendruck wird mit dieser Lösung Rechnung getragen; so soll die Lebensdauer vorhandener und älterer Speichersysteme verlängert werden.
Ob der Umweltschutzgedanke in den Unternehmen als Treiber für "Green IT"-Lösungen schon groß genug ist, werden wohl die Entwicklungen der nächsten Zeit deutlich machen. Wesentlich entscheidender wird wohl der wirtschaftlich nachvollziehbarer Faktor der Kostenersparnis sein: weniger Stromverbrauch bringt geringere Kosten, so die einfache Rechnung. Den Themen Storage, Virtualisierung und grünerer IT-Infrastruktur kann sich kein Unternehmen mehr verschließen, egal wie groß oder klein es auch ist. Die Daten fallen an und sie werden immer speicherhungriger.





1/2012
8/2011
7/2011


Christian Henner-Fehr schreibt als freier Autor für den MONITOR und arbeitet als Trainer und Berater in den Bereichen Projektmanagement und Kommunikation. Sein Interesse gilt dem Web 2.0 und den Einsatzmöglichkeiten von Social Media in Organisationen und Unternehmen. 