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Green IT

Kostenrechnung

Das Match: Rechnet sich Green IT?

Kostenfaktor Personalkader

Jochen Michels, Unternehmensberater und Green IT-Experte

Auch in puncto Nebenkosten gibt es deutliche Effekte. Bereits in der energieeffizienten Variante wird die Klima-Technik weniger beansprucht. Sie kann daher geringer dimensioniert werden oder weitere Anlagen kühlen, was eine Verringerung der (anteiligen) Abschreibungen, Zinsen und Wartungskosten um 5.000 Euro bringt. Bei der Variante Virtualisierung kann man sogar 7.000 Euro Einsparung bei der Kühlanlage veranschlagen. Darüber hinaus ergeben sich weitere Kostenreduktionen für Raum, Reinigung und Sicherheit. Bei den Personalkosten für den Rechenzentrumsbetrieb wird vorsichtig nur eine Ermässigung um ein Drittel angenommen, weil zwar weniger, dafür aber teurere Kräfte eingesetzt werden müssen, die der höheren Komplexität eines virtualisierten Systems gewachsen sind. Trotzdem erspart man sich 40.000 Euro pro Jahr gegenüber der Altanlage. 3:0 für die Virtualisierung.

Die genutzte Systemsoftware wird heute noch in aller Regel nach Prozessoren oder Leistungsstärke der Rechner bezahlt und birgt daher in der Variante Energieeffizienz keine Kosteneffekte. Anders bei Virtualisierung. Hier sollten sich diese Kosten um 40% vermindern. Zwar sind die neuen Rechner zusammen nur knapp 30% "schwächer" als die alten, doch gibt es bei den Software-Preisen oft eine Größendegression: doppelte Leistung verursacht nicht doppelte Kosten. Andererseits muss mit zusätzlichen Kosten für die Virtualisierungssoftware gerechnet werden. Insgesamt kann man trotzdem mit einer Reduktion der Softwarekosten um 25% oder 20.000 Euro pro Jahr rechnen. Die Virtualisierung trifft zum 4:0.

Ein neues Spielsystem ist teuer

Anders sieht es bei den Kosten für die Umstellung aus. Die Variante Energieeffizienz erfordert nur geringen Aufwand für die Planung und den physischen Austausch. Bei Virtualisierung kommen deutlich höhere Kosten hinzu. Dazu Michels: "Auch wenn die Virtualisierungssoftware inzwischen einen hohen Reifegrad besitzt, sind die Versprechungen der Anbieter mit Vorsicht zu werten. Die alten Anwendungen einfach 1 zu 1 in eine virtualisierte Umgebung zu portieren, wird in den seltensten Fällen fehlerfrei gelingen."

Meistens seien Anpassungen im Detail notwendig, die man vorher kaum genau identifizieren und vom Aufwand her schwer abschätzen könne. Für Personalaufwand, Testzeiten und Abnahme setzt Michels daher 200.000 Euro an, was über die Nutzungsdauer verteilt mit 40.000 Euro pro Jahr zu Buche schlägt. Die Virtualisierung muss den ersten Gegentreffer hinnehmen: 4:1

Teurer Spielerwechsel

Besonders negativ wirkt sich die vorzeitige Außer-Dienst-Stellung der Altgeräte aus. Sie haben erst zwei Jahre ihres nutzbaren Lebens hinter sich und damit stehen 370.000 Euro unabgeschrieben in den Büchern. Selbst wenn angenommen wird, dass man die alten Server zu einem Fünftel ihres Buchwertes verkaufen kann, bleibt ein Restwert von 216.000 Euro, der nun auf die Lebensdauer der neuen Anlage verteilt werden muss. Das bedeutet Zusatzkosten von 43.000 Euro pro Jahr. Dazu kommen auch noch die Zinsen für das durch den Restwert gebundene Kapital, die die Bücher mit 6.400 Euro pro Jahr belasten.

Diese negativen Effekte aus dem vorzeitigen Gerätetausch sind fatal für die Variante Energieeffizienz. Sie machen nicht nur die Energieersparnis zunichte, sondern verteuern den Rechnerpark sogar um 6% oder fast 30.000 Euro pro Jahr.

Prinzipiell ist festzuhalten, dass eine derart vorzeitige Außer-Dienst-Stellung von betrieblichen Anlagen immer teuer zu stehen kommt und daher tunlichst vermieden werden sollte. Auch die Variante Virtualisierung verteuert sich dadurch im selben Ausmaß. Dennoch sind deren positiven Effekte so groß, dass unterm Strich trotzdem eine deutliche Ersparnis von 57.000 Euro pro Jahr gegenüber der Altanlage herauskommt. Fazit: Selbst unter so ungünstigen Rahmenbedingungen zahlt sich Virtualisierung aus. Endstand 5:1.

Insgesamt kostet die Variante Virtualisierung zwar um 90.000 Euro mehr, bringt aber Einsparungen von 146.000 Euro. Davon sind allerdings nur rund 22.000 Euro auf Energieeinsparungen zurückzuführen. "Virtualisierung lohnt sich, aber nicht in erster Linie, weil sie ‚grün' ist", hält Michels fest.

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Green IT - IKT verursacht laut Gartner zwei Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes und steht damit als Treibhaus-Sünder auf einer Stufe mit dem Flugverkehr. Rechenzentren verbrauchen bis zu 100 Mal mehr Energie als normale Büroflächen. Technologischer Fortschritt und Raumnot bringen eine immer höhere Packungsdichte bei Prozessoren und Speichern. Im Schnitt werden bereits zwei Drittel des Energieverbrauchs allein von der (sehr oft inneffizienten) Kühltechnik gefressen.

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