Die Effizienz von Rechenzentren ergibt sich aus dem Verhältnis von der Eingangsleistung der IT zur Eingangsleistung der physikalischen IT-Infrastruktur. Wie schlecht jedoch dieses Verhältnis in den meisten Fällen ist, zeigt sich darin, dass allein die Kühlaggregate im Schnitt mehr Leistung verschlingen, als das eigentliche IT-Equipment. Daneben gibt es aber noch einige weitere Energiefresser wie zum Beispiel die Raumklimatisierung (CRAC), die unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV/UPS) oder die Stromverteiler (PDU). Auch das Infrastruktur-Management birgt nicht zu vernachlässigende Effizienzpotenziale.
2007 ist aus APC und MGE UPS Systems der Bereich Critical Power & Cooling Services von Schneider Electric entstanden. Seither tritt man unter "APC by Schneider Electric" als Komplettanbieter in Sachen Rechenzentrumsinfrastruktur auf, erklärt Andreas Veltkamp, Manager Strategic and Global Accounts: "Wir verstehen uns nicht als Lieferant von punktuellen Lösungen, sondern bieten ein Package von Facility Management + IT + Dienstleistung. Das reicht vom Design der Gebäude über die Planung der physikalischen Infrastruktur, Kühlung, Strom- und Wasserversorgung bis zur Verkabelung. Für die gesamte Palette haben wir skalierbare, modulare Lösungssysteme entwickelt. Viele Kunden wollen gleich die gesamte Infrastruktur vom Gebäude bis zur Applikation schlüsselfertig bekommen."
Skalierbarkeit statt Größenwahn
Ein zentrales Element im APC-Portfolio ist "APCInfraStruXure", ein skalierbares, modulares Lösungskonzept für Energieabsicherung, Kühlung und Management. Darum herum hat APC Komponenten zur unterbrechungsfreien Stromversorgung, Präzisionskühlungsgeräte, Racksysteme und Design- und Managementsoftware im Angebot. Der modulare Ansatz soll vor allem der tendenziellen Überdimensionierung von Infrastruktur-Elementen in Rechenzentren entgegenwirken - einer der häufigsten Gründe für Effizienzdefizite. Oft laufen Systeme bis zu 70% unter ihrer Kapazitätsgrenze - meist um Puffer für künftige Erweiterungen bereitzuhalten. Diese Planungspraxis bezahlt man jedoch mit jedem ungenutzten Kilowatt, denn die Verluste durch USV- und Kühlungskomponenten nehmen im unteren Auslastungsbereich exponentiell zu. Moderne USV-Systeme erreichen die besten Wirkungsgrade bei einer Auslastung von 75 bis 80%.
APC setzt auf modular erweiterbare USV- und Kühlkonzepte wie etwa die in die Rack-Zeilen integrierte Reihenkühlung. Dazu Andreas Gehrmann, APC Marketing Manager DACH & Israel: "Viele machen den Fehler, sich bei der Planung nach der Höchstleistung der Server zu richten, aber die wird fast nie erreicht. Wir können professionelle Consulting- und Engineering-Dienstleistungen wie aus einem Ingenieursbüro anbieten. Aber mit dem Unterschied, dass wir ein tiefes Verständnis für die IT mitbringen. Durch die Erhöhung des Wirkungsgrades können wir vielen Kunden in wenigen Wochen einen klaren Return on Investment liefern."
Im Idealfall sollte man schon bei der Gebäudeplanung auf Flexibilität und künftige Erweiterungsmöglichkeiten achten. Dazu Veltkamp: "Das Rechenzentrumsdesign geht Richtung modulare Bauweise. Zuerst errichte ich eine für den weiteren Ausbau optimierte Grundetage, bei steigendem Platzbedarf folgen dann weitere Module. Ein starker Trend sind auch Container-Lösungen."
Grün als Qualitätsanspruch
Gehrmann betont, dass APC das Thema Umweltverantwortung nicht erst seit dem Green-IT-Hype hoch hält. "Wir setzen seit langem auf Nachhaltigkeit und sind auch Gründungsmitglied der Industrieinitiative ‚The Green Grid' zur Verbesserung der Energieeffizienz in Rechenzentren. Alle unsere Komponenten haben einen optimalen Wirkungsgrad von 0.9 bis 1.0. Trotz Modularität gehen wir aber mit einem ganzheitlichen Ansatz ‚von Top to Down'. Unsere Gesamtlösungen sollen mehr sein als nur die Summe der Einzelkomponenten. Das ist der Qualitätsanspruch an uns selbst."
Der Bedarf an intelligenten Infrastruktur-Lösungen wird aufgrund der immer größeren Packungsdichte der Hardware weiter steigen, ist Veltkamp überzeugt: "Die Geräte werden immer leistungsfähiger, und statt früher fünf habe ich jetzt bis zu 40 Server in einem Blade. Viele Rechenzentren kommen mit der Packungsdichte nicht mehr zurecht. Jetzt sind die Hardware-Hersteller gefordert. Der Trend geht Richtung weniger Leistungsaufnahme und trotzdem mehr Leistung. Und warum nicht Server konstruieren, die 100 Grad aushalten. Damit wäre dem Kühlproblem viel von seiner Brisanz genommen."





1/2012
8/2011
7/2011


Dr. Manfred Wöhrl ist Geschäftsführer der R.I.C.S. EDV-GmbH (Research Institute for Computer Science, www.rics.at), spezialisiert auf Securitychecks und Security-Consulting. 