Welche gesundheitliche Gefahren drohen an Telefonarbeitsplätzen?
An Telefonarbeitsplätzen, wo die Mitarbeiter tagtäglich drei, vier oder mehr Stunden telefonieren, können vor allem zweierlei Arten von gesundheitlichen Problemen auftreten: die einen sind die Folge einer falschen Körperhaltung; die anderen ergeben sich aus einer übermäßigen Belastung des Gehörs. Beide lassen sich mit geeigneten Mitteln weitestgehend verhindern.
Welche Probleme sind aus einer falschen Körperhaltung zu befürchten?
Vieltelefonierer entwickeln oft die Angewohnheit, den Hörer zwischen Schulter und Ohr zu klemmen. So haben sie zwar beide Hände frei und können gleichzeitig in Akten blättern, Eingaben im Computer oder Notizen machen. Doch das hat auch seinen Preis. Mit der Zeit entstehen aus der unnatürlichen Körperhaltung schmerzhafte Verkrampfungen und Verspannungen. Aus unseren Analysen wissen wir, dass überdurchschnittlich häufig Nacken- und Rückenschmerzen auftreten, die chronisch werden können, wenn keine Maßnahmen dagegen getroffen werden.
Welche Maßnahmen sind möglich?
Das einfachste und wirksamste Mittel ist, anstelle eines klassischen Telefons mit Hörer oder statt eines schnurlosen Geräts ein Headset zu verwenden. Das Headset ermöglicht beidhändiges Arbeiten in einer natürlichen Haltung, es bietet mehr Komfort und Flexibilität und dazu noch eine bessere Akustik.
Lassen sich die gesundheitlichen Vorteile belegen?
Die Ergebnisse aus großangelegten Feldstudien in Deutschland und Skandinavien über die Auswirkungen von Headsets in der Bürokommunikation sind eindeutig: So gaben 30% an, dass sich ihr körperliches Wohlbefinden durch das Headset innerhalb zweier Wochen deutlich verbessert hat. Bei 26% der Testpersonen verschwanden Schulter- und Rückenschmerzen nach einem Jahr völlig, und 52% meldeten deutlich weniger Beschwerden.
Nach welchen Kriterien kann man beurteilen, ob ein Büromitarbeiter ein Headset benötigt?
Es gibt zwei Faktoren, nach denen Sie beurteilen sollten, welche Büromitarbeiter möglicherweise ein Headset benötigen. Da ist einmal der Zeitfaktor: Wie viel Zeit verbringt der Mitarbeiter am Telefon? Außerdem sollte man in Betracht ziehen, welche Aufgaben während des Telefonierens erledigt werden müssen. Diese beiden Faktoren bestimmen entweder jeweils getrennt oder zusammen, wie dringend ein Benutzer ein Headset benötigt und welche Vorteile ihm dieses bieten kann. Verbringt man jeden Tag viel Zeit am Telefon oder muss man Aufgaben erledigen, für die beide Hände benötigt werden, dann wird die "eigene Ergonomie" erheblich davon profitieren.
Welche Risiken ergeben sich aus der übermäßigen Belastung des Gehörs?
Hier gibt es eine ganze Reihe von Faktoren zu erwähnen. Zum einen die permanente Belastung durch störende Umgebungs- und Übermittlungs-Geräusche. Zum anderen extreme Geräuschspitzen, wie sie durch Faxgeräte erzeugt werden. Generell ist Lärm einer der häufigsten Auslöser von Stress und verantwortlich für schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen. Gemäss EU-Richtlinie und der neuen Lärmschutz-Verordnung VOLV sind die Arbeitgeber dazu verpflichtet, ihre Mitarbeitenden vor gesundheitsschädigendem Lärm zu schützen.
Wie lassen sich die Belastungen und gesundheitlichen Gefährdungen durch Lärm am Telefon verringern, beispielsweise in einem Call Center mit über 100 Arbeitsplätzen?
GN bietet eine große Auswahl an Headset-Lösungen, die angepasst an verschiedenste Umgebungen und Aufgaben zur Verminderung der Lärmbelastung am Telefon-Arbeitsplatz beitragen. Es stehen Headsets mit Tonwiedergabe über ein oder zwei Hörer, mit Tragstil über Kopf, Ohr- oder Nackenbügel sowie geräuschunterdrückenden Mikrofonen zur Verfügung. Es sind Modelle mit schnurgebundener oder schnurloser Übertragung über Bluetooth für herkömmliche Festnetz-, Mobil und IP-Telefone erhältlich.
Die neue Lärmschutz-Verordnung ist für GN demnach kein Problem?
GN-Headsets, insbesondere in Verbindung mit unseren digitalen Verstärkern, erfüllen selbst die strengsten Normen zum Schutz vor gesundheitsschädigender Lärmbelästigung und akustischen Schocks. Das Einhalten der gesetzlichen Grenzwerte für den täglichen Lärmpegel und die maximal zulässige absolute Spitzenbelastung ist durch hochentwickelte Technologien wie Signalprozessoren und Filter garantiert.




1/2012
8/2011
7/2011


Lothar Lochmaier studierte nach einer Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann Sozial-und Wirtschaftsgeschichte sowie Politikwissenschaft in München, Madrid und Berlin. Heute arbeitet er als freiberuflicher Fach- und Wirtschaftsjournalist für diverse Print- und Online-Medien. Seine Schwerpunkte sind die Bereiche Informationstechnologie, Energiefragen und Managementthemen. 