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Computer

Kommentar von Conrad Gruber

REBOOT 6a-2008

Bye, bye, IBM. Der Konzernriese zieht seine Osteuropa- und Middle East-Zentrale aus Wien ab. Österreich verspielt seine Standortvorteile als "Tor zum Osten" immer mehr.

Lange wurde darum herum geredet, nun musste es die Österreich-Niederlassung von IBM aber doch zugeben: Die seit vielen Jahren in Wien angesiedelte Zentrale des Konzerns für die Geschäfte in Osteuropa und den Mittleren Osten wandert ab: Nach Prag und nach Dubai.

Dieser Schritt ist nur einer von vielen, die noch folgen werden. Österreich ist für internationale IT-Konzerne schlicht zu teuer geworden. Man hat es an zahlreichen ähnlichen Abwanderungen der Branche in der Vergangenheit gemerkt (etwa Computer Associates) und wird auch in Zukunft darauf gefasst sein müssen (wie lange wird Sony noch in Salzburg DVDs produzieren?). Gerade für die IT-Branche bietet das Land nicht unbedingt die besten Voraussetzungen, sieht man sich die moderate Förderungspolitik für Gründer und die hohen bürokratischen Hürden an.

Was IBM betrifft, so argumentiert der Konzern, dass er sich an den neuen Wachstumsmärkten orientiert, was aus seiner Sicht auch vernünftig ist. Warum aber gerade Prag die neue Osteuropazentrale wird, ist allein mit Wachstumsmärkten nicht zu erklären, weil die räumliche Nähe zu den Ostmärkten in Wien sogar besser wäre. Nein, Prag ist teilweise noch kostengünstiger, weniger bürokratisch und kann ausreichend mit IT- und Businessfachkräften aufwarten.

Was Dubai betrifft, ist die Sache klar: Der boomende Wirtschafts-Hub am Persischen Golf liegt im Zentrum der aufstrebenden Staaten des Mittleren Ostens und ist ein idealer Ausgangspunkt für die Expansion nach Afrika und den indischen Subkontinent. Außerdem gibt es weltweit wohl kaum ein angenehmeres Steuer- und Gründerregime als in Dubai.

Aus Wien werden jetzt laut Berichten 450 "Topmanager" von IBM abgesiedelt. Abgesehen davon, dass man sich fragt, wer bei IBM alles zu Topmanagern zählt, wandern damit 450 IT-Arbeitsplätze ab - Österreich gilt eben laut einem internen IBM-Bericht ausdrücklich nicht mehr als Wachstumsmarkt, deswegen muss das Land eben in Zukunft auf die Steuerleistung und die Kaufkraft dieser Personen verzichten.

Es ist natürlich einfach, auf die Politik hinzuhauen, wenn ein Weltkonzern solche Entscheidungen trifft. Aber vom Wirtschaftsministerium kamen nicht einmal Worte des Bedauerns, was viel über die Selbstzufriedenheit der Verantwortlichen dort aussagt.

IBM Österreich ist damit und nach der Auslagerung des PC-Geschäftes an Lenovo zu einer relativ kleinen Vermarktungs- und Serviceniederlassung geschrumpft. Aber was bedeuten schon ein paar hundert IT-Arbeitsplätze für Österreich?

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REBOOT - Kommentar von Conrad Gruber

Kommentar von Conrad Gruber - Die Monatsrückschau auf den österreichischen IT-Markt.

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Alexandra Riegler

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