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Kommentar von Wilfried Gschneidinger, IFS Central Europe

SOA - mehr als ein Technologie-Hype

Firmenzusammenschlüsse, die Expansion in neue Märkte, die Integration neuer Vertriebskanäle und immer kürzere Produktzyklen sind kennzeichnend für die moderne Wirtschaftswelt. Oft bilden dabei die bestehenden - zwar bewährten, jedoch inflexiblen - Applikationen ein Hindernis für die Anpassung der IT an neue Geschäftsanforderungen.

Wilfried Gschneidinger

„Die komplette oder partielle Umstellung der IT auf eine SOA-basierte Umgebung ist nur bedingt mit herkömmlichen IT-Projekten vergleichbar.“ - Wilfried Gschneidinger ist Geschäftsführer IFS Central Europe,

Sich stetig an neue Marktbedingungen anpassen zu können verlangt jedoch Flexibilität. Nur sind viele installierte IT-Umgebungen in den Unternehmen nicht gerüstet, neue Vorhaben wie die Erschließung neuer Märkte zu unterstützen. Nach wie vor kommt oftmals veraltete Software zum Einsatz, die Systeme sind zu unflexibel und die Organisationsstrukturen zu starr. Eine Lösung, die vor allem für mehr Flexibilität steht, verbirgt sich hinter dem Akronym SOA. Konsequent auf offene Standards setzende Integrationstechnologien und -konzepte kennzeichnen Service-orientierte Architekturen. Nicht umsonst verbinden viele Unternehmen mit dem aktuellen Zauberwort SOA eine größere Effizienz. Diese ist auch dringend nötig, denn die Globalisierung fordert ihren Tribut - und das gilt auch für die IT, die unmittelbar das operative Geschäft unterstützt.

Flexibilität ist eine der entscheidenden Stärken des SOA-Konzepts, denn das Ziel ist die permanente Optimierung der Geschäftsprozesse zu minimalen Kosten. Der SOA-Ansatz ergänzt sich daher ideal mit den Anforderungen an moderne Unternehmenssoftware, speziell ERP-Lösungen. Eine SOA-gerechte ERP-Lösung basiert nicht mehr wie bei herkömmlichen Systemen auf großen monolithischen Blöcken, sondern wird in Form von kleinen Prozessbausteinen, den Services, bereitgestellt. Diese Servicebausteine lassen sich sehr flexibel ohne Programmieraufwand je nach Bedarf zu branchen- und unternehmens-spezifischen Anwendungen zusammensetzen. Da diese Applikationen aus vielen kleinen konfigurierbaren Modulen bestehen, können sie rasch an die erforderlichen Geschäfts-prozesse angepasst werden, die etwa durch eine neue Marktsituation erforderlich werden.

Soweit die Theorie. Die komplette oder partielle Umstellung der IT auf eine SOA-basierte Umgebung ist aber nur bedingt mit herkömmlichen IT-Projekten vergleichbar. SOA beeinflusst alle Ebenen des Unternehmens, sowohl technisch als auch organisatorisch. Betroffen sind Management, Geschäftsprozesse, Anwendungen und IT-Infrastruktur. Die Umsetzung einer aus Services bestehenden Architektur erfordert folglich eine enge Zusammenarbeit zwischen Fachabteilungen und IT-Management. SOA ist somit mehr ein Konzept und weniger eine Technologie, auch wenn manche ERP-Anbieter ihre Lösungen heute verstärkt als SOA-fähig vermarkten. Durch den Siegeszug der Web Services in den letzten Jahren hat das Thema SOA an Auftrieb gewonnen. Die ERP-Branche ist auf diesen Zug aufgesprungen und will den Kunden nun möglichst schnell entsprechende Lösungen anbieten.

Nur Branchenkennern wird es aufgefallen sein, dass das SOA-Konzept eigentlich gar nicht mehr so neu ist. IFS hat als aufstrebender Anbieter im ERP-Geschäft bereits früh den richtigen Trend erkannt und bietet seit fast zehn Jahren mit IFS Applications eine durchgängig komponentenorientierte ERP-Lösung an. Damit stand die ideale Basis bereit, um eine ERP-Lösung zu realisieren, die auf einer Service-orientierten Architektur aufbaut. Der Vorteil der stark branchenspezifisch ausgerichteten Lösung, die mittlerweile in Version 7 vorliegt: Der Kunde führt nach und nach - bedarfsgerecht - genau die Komponenten ein, die er aktuell wirklich benötigt. Jede Komponente für sich produziert sofort einen eindeutig messbaren Return-on-Investment. Im Gegensatz dazu offenbaren groß angelegte ERP-Einführungsprojekte nach konventionellem Muster ihren Nutzwert oft erst nach Jahren. Je aufwändiger zudem die Basistechnologie und je übergreifender die Lösungsmodule konzipiert sind, desto schwieriger ist das Ziel zu erreichen, dass jede einzelne spezialisierte Fachabteilung von der ERP-Lösung auch profitiert.

Nicht zuletzt aufgrund der zahlreichen Vorteile und Möglichkeiten steht die Abkürzung SOA heute für Konsolidierung, Integration, Flexibilität und Agilität unternehmensweiter IT-Umgebungen. Mit der Umstellung auf ein Service-orientiertes System können zudem unproduktive Redundanzen beseitigt werden. Einer der wesentlichen Pluspunkte besteht darin, dass sich die Applikationslandschaft wesentlich freier an bestehende Geschäftsprozesse anpassen lässt. Ebenso können neue Prozesse mit geringem Aufwand abgebildet werden. Übergeordnetes Ziel ist ein perfekter Datenfluss und die bedarfsgerechte Bereitstellung von Anwendungen. Eine auf dem SOA-Modell basierende ERP-Lösung schafft dafür die ideale Grundlage.

www.ifsworld.com/de

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ERP - Enterprise Resource Planning

(ERP, „Planung [des Einsatzes/der Verwendung] der Unternehmensressourcen“) bezeichnet die unternehmerische Aufgabe, die in einem Unternehmen vorhandenen Ressourcen (Kapital, Betriebsmittel oder Personal) möglichst effizient für den betrieblichen Ablauf einzusetzen.

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MONITOR-Autoren
Christian Henner-Fehr

Christian Henner-Fehr schreibt als freier Autor für den MONITOR und arbeitet als Trainer und Berater in den Bereichen Projektmanagement und Kommunikation. Sein Interesse gilt dem Web 2.0 und den Einsatzmöglichkeiten von Social Media in Organisationen und Unternehmen. ..mehr..

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