Weltweit werden jährlich 160 Millionen PCs ausgemustert. Laut Gartner wird nicht einmal ein Drittel davon einer Wiederverwertung zugeführt. Dabei ist es kein Geheimnis, dass IT-Hardware nichterneuerbare Rohstoffe und Gifte wie Dioxin, Furan, Blei, Quecksilber und Cadmium enthält. Und kontrollierte Recycling-Einrichtungen von Herstellern und Spezialfirmen haben längst bewiesen, dass sie kostendeckend arbeiten können.
Internationale Gesetze fehlen
Insgesamt fallen Schätzungen zufolge jährlich zwischen 20 und 50 Mio. Tonnen Elektronik-Schrott an. Bei den gesetzlichen Vorschriften für die Entsorgung gibt es ein deutliches Gefälle zwischen Europa, den USA und Asien. Diese Schieflage und mangelnde Kontrollen leisten einem ausufernden E-Mülltourismus Vorschub. 80% der Altgeräte in den USA werden Richtung Asien zum "Recyceln" eingeschifft. Das ist in Europa durch die Basler Konvention zwar verboten, jedoch hat sich laut Greenpeace bei Stichproben herausgestellt, dass fast die Hälfte des für Schwellen- und Entwicklungsländer bestimmten Exportmülls "gefährlich" und daher illegal ist. Die schwarzen Schafe zerstören den Recycling-Markt.
Recycling ist nicht gleich Recycling
So genannte Recycling-Einrichtungen im Fernen Osten, in Indien oder Afrika sind vielfach nichts anderes als unkontrollierte Giftschrotthalden, auf denen die Ärmsten der Armen - sehr oft Kinder - für einen Hungerlohn die alten Geräte ausweiden. Um den weltweiten Recycling-Kreislauf auf sozial verträgliche Weise zu schließen sind internationale Strukturen, Gesetze und Kontrollen unumgänglich.
Die Hersteller wiederum müssen schon beim Produktdesign auf Ressourceneffizienz, Schadstoffvermeidung und Recycling-Fähigkeit achten - und zwar entlang der gesamten Lieferkette. HP hat die eigenen Drucker unter die Lupe genommen und festgestellt, dass sie bis zu 32 verschiedene Kunststoffe enthalten. Nicht etwa, weil das technisch notwendig ist, sondern schlichtweg weil man bei den Materialausschreibungen bisher nicht darauf geachtet hat. Solch harte Nüsse sollte man den Recyclern tunlichst ersparen.





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