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Die neue digitale Kamera C-800L von OlympusBilder ohne DunkelkammerHannes JanskyVon den vielen neuen Digitalkameras, die in den letzten Monaten den Markt überschwemmen, scheint die Olympus C-800L mit 1.024 x 768 Auflösung und Features, wie man sie von besseren Kameras gewohnt ist, eine der interessantesten zu sein. Das mußten wir uns ansehen.
Bereits seit einigen Jahren sind digitale Kameras im Vormarsch.
Einerseits für den Studiobetrieb in professioneller Qualität,
andererseits zu günstigen Preisen für den Heimgebrauch.
Der einzige Haken war bisher, daß die Billigmodelle in Sachen
Qualität sehr zu wünschen übrig ließen. Und
auch die Auflösungen blieben unter VGA, womit gerade mal
Paßbilder ohne frei erkennbare Pixelung machbar waren. Die
tollen Kameras für den Studiobetrieb - meist umgebaute Standardgehäuse,
mit denen sich das komplette Repertoire an Zubehör nutzen
läßt, schlagen preislich mit fünfstelligen Beträgen
zu Buche.
In den letzten Monaten drängen nun verstärkt neue Modelle von Digitalkameras auf den Markt, die höhere Auflösungen und bessere Qualitäten zu einem vertretbaren Preis bieten. Eines der interessantesten Objekte ist die Olympus C-800L. Ihr leichtes, kompaktes Design mit Batteriebetrieb eignet sich ideal für den Portable-Einsatz. Außer dem optischen Sucher erleichtert ein LCD-Monitor die Bildkomposition und Bildüberprüfung. Das hochwertige Weitwinkel-Objektiv ergibt zusammen mit dem CCD-Chip, der 810.000 Bildpunkte liefert, in dieser Kameraklasse bestmögliche Bildqualität. Wunderbar: Batterien inklusiveIn der weißen Schachtel von Olympus befindet sich neben der Kamera in einer Plastiktüte das dreisprachige Handbuch im kameraüblichen Breitformat, der schmale Kunststofftrageriemen und zwei Verbindungskabel. Der neunpolige Anschluß gehört an die serielle Schnittstelle eines PCs, der kleine runde findet Anschluß am Druckerport eines Macintosh-Computers. Auch die Anwender-Software für Windows 95, Windows 3.1 und Apple Macintosh findet sich in Diskettenform in der Schachtel. Damit man gleich nach dem Erwerb seine ersten Bilder schießen kann, liegen auch vier AA Alkalibatterien und eine Lithiumbatterie bei. Von der dünnen Kunststoffhülle befreit, präsentiert sich die neue Olympus-Kamera in zart goldenen Tönen. Bei ausgeschalteter Kamera werden die Batterien an der Unterseite eingelegt. Nach dem Einschalten durch Zurückschieben des Objektivschutzdeckels an der Vorderseite wird der Batteriezustand überprüft und am LCD-Display an der Oberseite dargestellt. Hier wird auch die Anzahl der restlichen verfügbaren Aufnahmen angezeigt. Wenn die Anzeige auf Null steht - der virtuelle Film also voll ist - gibt die Olympus C-800L einen langen Warnton ab, und die grüne Leuchtdiode blinkt. Die Bildspeicherkapazität der neuen Kamera beträgt in der Standardqualität von 640 x 480 Bildpunkten 120 Aufnahmen, in der hohen Auflösung von 1.024 x 768 passen 30 Bilder in die C-800L. Das erste BildDas erste Bild ist schnell geschossen. Zuerst wird das Motiv durch den Sucher ausgewählt und danach der Auslöser halb hinuntergedrückt. Dabei wird die Belichtungsmessung gespeichert und die Schärfe eingestellt. Wenn der Auslöser ganz durchgedrückt wird, löst der Verschluß aus und eine Aufnahme wird hergestellt. Die Schreibanzeige auf dem LCD-Feld zeigt dies an, und die grüne LED-Anzeige neben dem Sucher blinkt. Die Aufzeichnung selbst dauert ca. sechs Sekunden. Übrigens: Die gespeicherten Bilder bleiben auch nach einem Batteriewechsel erhalten. Gefährlich ist nur, während des Schreibens die Batterien zu wechseln. Der Autofokus-Schärfespeicher wird dann eingesetzt, wenn das bildwichtige Motiv sich nicht in der Bildmitte befindet. Dabei wird zuerst auf dieses zentriert und der Auslöser halb gedrückt. Die gewählten Werte werden dann auf das andere Motiv angewandt. Das selbe Verfahren scheint auch in Situationen angebracht, wo die Autofocus-Funktion nicht funktioniert. Und das sind Motive mit zu geringem Kontrast, ohne senkrechte Linien bzw. zu helle oder sich überlappende Motive. Blitzchen für NahaufnahmenObwohl der eingebaute Blitz nur eine Reichweite von 2,4 m aufweist, leistet er in der Praxis ungeheuer nützliche Dienste. Automatisch wird er bei Gegenlichtaufnahmen oder wenn die Helligkeit nicht ausreicht zugeschaltet. Um zu verhindern, daß Personen, die während der Aufnahme in Richtung Kamera schauen, auf der Photographie kaninchenrote Augen aufweisen, sorgt ein spezielles Programm, das vor dem Hauptblitz mehrere Vorblitze abgibt, worauf sich die Pupillen verengen und in Folge die unerwünschten Effekte stark reduziert werden. Natürlich kann die Blitzfunktion auch bei jeder Aufnahme als Aufhellblitz fungieren bzw. komplett abgeschaltet werden. Die Makrofunktion der neuen Olympus-Kamera ermöglicht Großaufnahmen mit geringem Objektabstand von bis zu 20 cm. Hierbei kann eine DIN A5-Seite formatfüllend abgebildet werden. Wie jede bessere Kamera verfügt auch die C800-L über einen Selbstauslöser, der dem Anwender 12 Sekunden Zeit gibt, sich in Pose zu bringen. Um beim Wechseln der Poistion die Kamera stabil zu halten, wird empfohlen, diese auf einem Stativ zu befestigen. Bildkontrolle auf der KameraEiner der wesentlichen Unterschiede zwischen einer konventionellen Kamera und der Olympus C-800L ist der LCD-Monitor an der Rückseite des Gerätes. Er zeigt nicht nur den aktuellen Bildausschnitt, sondern läßt auch das Durchblättern der bereits im Speicher befindlichen Aufnahmen zu. Dieser Vorgang läßt sich auch automatisieren, sogar die Mehrfach-Bildwiedergabe von neun Bildern gleichzeitig ist möglich. Mit Hilfe des LCD-Monitors können auch unerwünschte Aufnahmen gelöscht werden, um wieder Platz für neue Aufnahmen zu schaffen. Sogar eine Gesamtlöschung ist vorgesehen, allerdings können wichige Bilder davor bewahrt werden. Ohne Scannen auf die PlatteWenn die Kamera voll ist, wird es höchste Zeit, die Bilder in den Computer zu übernehmen. Die mitgelieferte Software existiert in Versionen für Windows 3.1 und Windows 95 und läßt sich problemlos von der mitgelieferten Diskette installieren. Nachdem die Kamera mit PC oder Mac über die serielle Schnittstelle verbunden worden ist, können die Bilddaten und Thumbnails mit dem Camera-Programm auf die Festplatte übertragen werden. Zusätzlich können so gut wie alle Kamerafunktionen über die Software gesteuert werden. Ärgerlich, daß mein Modem die zweite serielle Schnittstelle belegt und ich im Test Windows ohne Maus bedienen mußte, um auf die Kamera zugreifen zu können. Die Bilder selbst können übrigens sowohl im von der C-800L direkt zur Verfügung gestellten JPEG-Format als auch als TIFF, BMP (nur Windows) oder PICT (nur Macintosh) gespeichert werden. Das Programm erlaubt auch einfache Bildmanipulationen wie Drehen oder das Verändern der Farbtiefe von den ursprünglichen 24 Bit auf 8 Bit Farbe oder 8 Bit Graustufen oder 1 Bit Schwarz-Weiß. Auch der optionale Drucker kann über eine eigene Schnittstelle direkt von der neuen Olympus-Kamera aus bedient werden. Nach dem Einstecken des Kabels wird über den LCD-Monitor der C-800L das gewünschte Bild gesucht und danach der Ausdruck mit der Print-Taste am Drucker gestartet. PreiseDie C-800L von Olympus wird zu einem unverbindlich empfohlenen Verkaufspreis von öS 11.990,- angeboten. Die kleine Schwester, die C-410L, kostet öS 7.990,-. Als Zubehör können das Netzteil (öS 690,-) und eine Ledertasche (öS 390,-) käuflich erworben werden. Zum Archivieren der Bilder bietet Olympus ein Software-Photoalbum zum Preis von öS 890,-. Wohin mit den Bildern?Da die Kamera bei der Übertragung von Bildern in den Computer relativ lange eingeschaltet bleibt, empfiehlt sich in jedem Fall der Einsatz des optional erhältlichen Netzteils. Eines der größten Probleme in der Praxis der digitalen Photographie ist die Ausgabe der geschossenen Bilder. Auf herkömmlichen Tintenstrahldruckern kommt die Qualität nicht ausreichend zur Geltung - außerdem sind die Ergebnisse nicht wischfest - und Laser- bzw. Thermotransfer- oder Wachsdrucker liegen preislich in Bereichen, daß deren Anschaffung für den Hausgebrauch nicht in Frage kommt. Optimale Qualität beim Photodruck liefern sogenannte Thermosublimationsdrucker, die auf speziellem Papier - das eigentlich gar keines, sondern eine Kunststoffolie ist - mittels farbiger Folien photorealistische Bilder erzeugen. Leider ist auch diese Kategorie von Druckern in den meisten Fällen für den Heimanwender unbezahlbar teuer. Olympus bringt mit dem P-150E den ersten thermischen Farbsublimattransferdrucker für zu Hause. Auf dem Format 100 x 141 mm bedruckt er Papier und Aufkleber mit einer Auflösung von 148 x 148 dpi, was in etwa den 640 x 480 Bildpunkten der Standardauflösung der Kamera entspricht. Durch das sequentielle Aufbringen der Farben Gelb, Magenta und Cyan mittels der Folien werden 16,7 Millionen Farben erreicht. Was verlockend klingt, sieht in der Praxis freilich etwas anders aus. Ausgepackt erinnert mich der P-150E von Olympus stark an einen Diaprojektor. Der Anschluß an das Stromnetz und an den Computer stellt kein Problem dar. 50 Blatt Papier und die Farbfolien in einer handlichen Kassette, die für genau so viele Bilder reichen, werden sinnvollerweise im Paket verkauft. Der Einsatz von beidem im Drucker ist einfach. Oh, du lieber TreiberDie Installation der Treibersoftware ist der kleine Rest, der mich noch vom Ausdrucken meiner mit der C-800L erstellten Kunstwerke abhält. Kein Problem, denke ich, und schiebe die Diskette ins Laufwerk. Druckerinstallationsmenü - Diskette - Dateien werden kopiert. Fehlermeldung: "Die Treiber- oder die Informationsdatei sind defekt und konnten nicht kopiert werden." Kein Problem, die Treiberdiskette kommt in unserem Testpaket nicht weniger als vier mal vor. Nach der vierten Diskette scheitert auch der Versuch, nach dem Kopieren auf die Festplatte von dort zu installieren. Kein Problem, im Internet wird sich sicher ein aktueller Treiber für den neuen Olympus-Drucker finden. Die amerikanische Homepage von Olympus ist schnell gefunden, Informationen zum P-150E ebenfalls. Keine Spur von einem Treiber, kein Link auf eine Download-Seite. Nach einer knappen Stunde verzweifelten Hin- und Herklickens finde ich per Zufall den gewünschten Treiber: Herunterladen, raus aus dem Web und installieren. "Die Treiber- oder die Informationsdatei sind defekt und konnten nicht kopiert werden." Die Verzweiflung ist groß, doch bei den Treibern aus dem Internet findet sich eine kleine Textdatei mit Namen KNOWNBUG.TXT. Und die sagt mir, daß ich zuerst den Standard-Texttreiber von Windows installieren muß. Gesagt, getan, dann klappt's auch mit der Installation. Der erste Ausdruck, auf den ich mit Spannung so lange gewartet habe, endet in einem Papierstau. Prädikat: AnstrengendDa die Software den Rechner während des kompletten Druckvorgangs von knapp eineinhalb Minuten blockiert, hilft nur mehr der Druck auf den Reset-Knopf. Auch nicht schön. Ab dem zweiten Ausdruck funktioniert die Sache allerdings, auch wenn es ein wenig langweilig ist, während des Ausdruckens nicht einmal Solitaire spielen zu können. Die erzeugten Bilder selbst sind für Laien von Photos nicht zu unterscheiden, und die geringe Auflösung stört überhaupt nicht. Allerdings läßt der bedruckbare Bereich von 82 x 109 mm einen breiten weißen Rand auf den Bildern. Das Drucken von Bildern ist mir aus dem mit der Kamera mitgeliefertem Programm als auch aus Adobes PhotoShop gelungen. Der Versuch, eine Grafik aus CorelDraw auszugeben, scheitert mit einem Systemabsturz. Daß Hoch- und Querformat nicht immer klar sind, mag an meiner allgemeinen Verwirrung liegen.
Der P-150E von Olympus ist ein netter Versuch, die Ergebnisse
einer Photosession sofort betrachten zu können. Bei einem
unverbindlich empfohlenen Verkaufspreis von öS 6.490,- und
Verbrauchskosten von öS 9,80 pro Bild und der nicht gerade
berauschenden Größe von 8 x 11 cm sind Polaroids noch
immer die bessere Wahl. Schade außerdem, daß der Drucker
mit der hohen Auflösung der C-800L nichts anzufangen weiß.
Die Erfahrungen mit dem Druckertreiber - der der schlechteste
ist, den ich je gesehen habe - müssen hoffentlich nicht viele
Kunden machen, da ich annehme, Olympus werde das Problem so schnell
wie möglich beheben.
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