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Initiative 2000: Programmierer gesucht"Assembler-Programmierer händeringend gesucht", so oder so ähnlich könnten Stellenanzeigen in einschlägigen Fachmedien lauten: das Jahr 2000-Problem macht Programmierer und Systemanalytiker der ersten Stunde zu einer gesuchten Ware.Überall in Amerika und Europa werden heute Programmierer gesucht, die in den fünfziger und sechziger Jahren in den EDV-Abteilungen beschäftigt waren. Sie verstehen die "alten" Computersprachen, die heute nicht mehr up-to-date sind, die aber für die reibungslose Datumsumstellung lebensnotwendig sind. Überall dort, wo in den Programmen die Jahreszahl nur zweistellig eingesetzt wurde, wird diese Software im Jahr 2000 falsch oder gar nicht mehr funktionieren. Um die Datumsumstellung zu gewährleisten, müssen die alten Makros und die Altprogramme entsprechend umgestellt werden. Zusätzliche Probleme entstehen, wenn die Programme von damals nicht sauber dokumentiert sind, das heißt, die Arbeitsläufe des Programms nicht in allen Punkten beschrieben wurden. Häufig sind diese Dokumente auch überhaupt nicht mehr aufzutreiben. "In Deutschland werden im Moment, und das wird sich in den nächsten Jahren nicht ändern, dringend Assemblerprogrammierer gesucht", erläutert Frank P. Sempert, Geschäftsführer der SEC Euro-Consulting und Sprecher der Initiative 2000. "Denn rund 10 Prozent der heute noch in Anwendung befindlichen Legacy-Anwendungen sind ganz oder teilweise, gemeint sind hier Makros, mit dieser Sprache programmiert worden. Leute, die früher entlassen wurden oder freiwillig gegangen sind, werden heute wieder angeschrieben und gefragt, ob sie wieder für die alte Firma arbeiten wollen." Suche nach Cobol-SpezialistenIn Amerika dagegen werden zur Zeit Spezialisten gesucht, die sich in Cobol auskennen. "Diesen Programmierern werden hohe Gehälter geboten - jedes Jahr können sie jeweils 30 Prozent mehr verlangen, und das tun sie auch. Dies wird auch über das Jahr 2000 hinaus so weitergehen, denn ab 2000 müssen nicht nur die aktuellen Programme laufen, sondern auch die alten Datenbestände entsprechend aufbereitet werden", stellt Frank P. Sempert fest. Der Preis spielt mittlerweile in jedem Land eine untergeordnete Rolle. Freiberufliche Computerexperten werden in England zu Tagessätzen von fast 3000,- DM engagiert. In Deutschland muß für einen Programmierer mit rund 1.000,- DM/Tag gerechnet werden. Impulse für die IT-BrancheDie Nachfrage nach Lösungen und Know-how für die Datumsumstellung wirkt sich auf die IT-Branche aus. An der Börse in London haben sich die Werte von Unternehmen wie Delphi, Logica und Parity, die Lösungsvorschläge und Dienstleistungen anbieten, im vergangenen Jahr verdoppelt. Beispielsweise hat Parity zur Zeit 400 Programmierer angestellt, wobei 100 allein für die Jahr 2000-Umstellung arbeiten. Die Gehälter sind gestiegen, und das Unternehmen hat einen Loyalitäts-Bonus eingeführt, um die Mitarbeiter zu halten. Experten sagen voraus, daß allein in Großbritannien 300.000 Jobs durch die Datumsumstellung entstehen werden. Die Initiative 2000, ein Verbund von bedeutenden Software-Herstellern und Systemhäusern, startete in Deutschland eine Aufklärungskampagne zur Jahr 2000-Problematik. Sie soll Vorständen, Geschäftsführern und IT-Managern die fatalen Folgen der fehlenden Auseinandersetzung mit diesem Problem vor Augen führen. In der Initiative 2000 haben sich namhafte Anbieter wie Alldata Service, CA Computer Associates, CSC Ploenzke AG, Compuware, Debis Systemhaus, Digital Equipment, SEC Sempert Euro Consulting, Siemens Nixdorf angeschlossen.
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