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IFES: Handyboom ungebrochen

Das Handy boomt - 25 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher benützen einer aktuellen IFES-Umfrage zufolge zumindest hin und wieder ein Handy. Für rund acht von zehn Handy-Nutzern macht das mobile Telefonieren das Leben bequemer und angenehmer, knapp drei Viertel spüren aber auch zunehmende Hektik durch die ständige Erreichbarkeit.

Das Meinungsforschungsinstitut IFES befragte im Auftrag des Forum Mobilkommunikation (FMK) in einer österreichweiten Telefonumfrage von 29. bis 31. Juli 1997 fünfhundert Personen über 18 Jahren zum Thema Mobilkommunikation. Dabei gaben 25% der Befragten an, zumindest hin und wieder ein Handy zu benützen. Vorwiegend gaben sich Männer (36%) gegenüber 15% der Frauen als Handy-User aus. Auch steigt der Handygebrauch mit höherer Schulbildung.

Während bei Personen mit nur Pflichtschulabschluß 14% Handys benützen, liegt der Anteil bei PflichtschulabsolventInnen mit Zusatzausbildung bei 24% und bei MaturantInnen und HochschulabgängerInnen bei 33%. Altersmäßig liegen in der Handynutzung die 30 bis 49-jährigen mit 32% vor den 19 bis 29-Jährigen mit 30% und den über 49-Jährigen mit 16%.

Angenehmes Leben mit Handy

Insgesamt 77% (85% der User) gaben an, daß das Handy das Leben bequemer und angenehmer macht (41 % "stimme zu", 36% "stimme teilweise zu").

Im Gegensatz dazu empfanden jedoch auch 74% der Befragten (71 % der Handy-Nutzer) öffentliches Telefonieren als mehr oder minder belästigend. 71% der User gaben an, daß die ständige Erreichbarkeit auch zu mehr Hektik führte.

Elektromagnetische Verträglichkeit

Insgesamt 87% der Befragten sehen keine persönliche Gesundheitsgefährdung durch Handys, 81% keine Gefährdung durch Basisstationen. Nur jeweils zwei Prozent gaben dagegen an, Handys oder Basisstationen würden ihre Gesundheit gefährden.

Für FMK-Vorstandssprecher Dr. Lothar Roitner ergeben sich aus der Umfrage zwei klare Aufträge. Erstens müsse das FMK die Handybenützer motivieren, vorwiegend dort zu telefonieren, wo niemand dadurch gestört wird, um so Belästigungen zu minimieren: "Wir haben bereits Empfehlungen für einen rücksichtsvollen Umgang mit dem Handy erarbeitet, die jetzt noch intensiver kommuniziert werden müssen."

Zweitens bestätige die Umfrage die Notwendigkeit fortgesetzter Informationsarbeit zum Thema elektromagnetische Verträglichkeit. Zwar zeigten die Aussagen einerseits klar und deutlich, daß das Handy nicht als Gefährdung der persönlichen Gesundheit gesehen wird. Andererseits deute die Beantwortung der Frage nach einer allgemeinen Gesundheitsrelevanz auf eine nach wie vor diffuse Situation hin. Das stimme, so Roitner, auch mit den Erfahrungen allgemeiner Technikskepsis überein, die mit ein Grund für die Umfrage waren:

"Wir wissen zwar, daß die Intensität der elektromagnetischen Felder in Österreich weit unter den strengen WHO-Grenzwerten liegt. Trotzdem treten aber über Bürgerinitiativen immer wieder Ängste vor allfälligen Gesundheitsgefährdungen zutage".

Diesen schwer greifbaren Ängsten müsse mit zusätzlichen Dialogangeboten begegnet werden. Neben dahingehenden Maßnahmen plane das FMK in naher Zukunft unter anderem eine Initiative zum Thema Mobilkommunikation und Verkehrssicherheit.